ZDF-Politbarometer

Die meisten Deutschen geben bei Griechen die Hoffnung auf

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Lange Schlange vor einer Bank in Athen: Die meisten Deutschen halten den Bankrott Griechenlands für unausweichlich.

Berlin/Athen - Trotz des geplanten dritten Rettungspakets glaubt die große Mehrheit der Deutschen nicht mehr an die Sanierung des pleitebedrohten Griechenlands. Dieses Stimmungsbild ergab jetzt das ZDF-Politbarometer.

Dem "Politbarometer" vom Freitag zufolge gehen 71 Prozent der deutschen Wähler nicht mehr davon aus, dass ein Bankrott Griechenlands abzuwenden ist. Nur eine Minderheit von 22 Prozent hegt diese Hoffnung noch.

Das Paket aus Spar- und Reformmaßnahmen sowie Hilfszahlungen ist dabei auch inhaltlich sehr umstritten: Knapp die Hälfte (48 Prozent) findet es eher gut - fast genauso viele (49 Prozent) finden es eher schlecht.

Zu hart für die Griechen finden es dabei nur 22 Prozent, 50 Prozent halten die verabredeten Reform- und Sparauflagen für angemessen und 20 Prozent halten sie sogar für nicht streng genug. Allerdings glauben auch nur 24 Prozent, dass Griechenland die von den Geldgebern gestellten Bedingungen wie geplant erfüllen wird, 73 Prozent erwarten das nicht.

Verhandlungen über drittes Hilfspaket starten   

Griechenland hatte sich mit seinen Gläubigern vor knapp zwei Wochen auf die Eckdaten eines dritten Hilfsprogramms geeinigt. Die internationalen Geldgeber gehen von einem Finanzierungsbedarf von 82 bis 86 Milliarden Euro über die kommenden drei Jahre aus. Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Kredite ist aber, dass Griechenland seine Verwaltung und Staatsfinanzen umfassend reformiert sowie strenge Kontrollen zulässt. Nach ersten umfassenden Beschlüssen im griechischen Parlament sollen die Detailverhandlungen über das Hilfspaket in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.

Inzwischen ist auch wieder eine knappe Mehrheit der Deutschen dafür, dass Griechenland im Euro bleibt. Nach den zwischenzeitlich abgebrochenen Verhandlungen waren Anfang Juli dagegen 52 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Griechenland nicht mehr im Euro bleiben sollte. Jetzt sind es jetzt nur noch 45 Prozent, eine Mehrheit von 50 Prozent plädiert für einen Verbleib Griechenlands in der gemeinsamen Währung.

Schäubles Haltung kommt bei der Mehrheit gut an

Die umstrittene Haltung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) während der dramatischen Verhandlungen mit Griechenland kommt bei den Deutschen gut an. 74 Prozent meinen laut "Politbarometer", dass er seine Sache eher gut macht, nur 19 Prozent sehen das nicht so. Damit schneidet Schäuble in Sachen Bewältigung der Euro-Krise besser ab als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ihre Euro-Krisenpolitik beurteilen nur 62 Prozent positiv und 31 Prozent negativ.

Schäuble hatte sich in Europa und in Deutschland viel Ärger eingehandelt, weil er während der entscheidenden Gipfelstunden offen dafür eingetreten war, Griechenland besser außerhalb der Eurozone zu sanieren.

Für die Umfrage befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen Dienstag und Donnerstag 1304 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte am Telefon.

AFP

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