Zahlung beschlossen

Grüne entschädigen Opfer sexuellen Missbrauchs

Berlin - Der Skandal um den sexuellen Missbrauch aus den 80er-Jahren hing ihnen noch lange nach, jetzt wollen die Grünen einen Schlussstrich ziehen.

Der Bundesvorstand der Grünen hat Zahlungen an drei Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs Anfang der 80er Jahre beschlossen. Die Fälle ereigneten sich in der Emmaus-Gemeinschaft im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort. Nach Aussagen von Opfern soll daran maßgeblich ein inzwischen verstorbenes Vorstandsmitglied der NRW-Grünen beteiligt gewesen sein.

Es gebe in diesen Fällen "eine institutionelle Mitverantwortung der grünen Partei, der wir uns stellen", erklärte Grünen-Parteichefin Simone Peter am Montag nach einer Vorstandssitzung in Berlin. Zur Höhe der Zahlung, die vom Parteivorstand als "Anerkennungszahlungen" bezeichnet werden, machten die Grünen keine Angaben.

"Wir bedauern zutiefst, dass die grüne Partei in ihren Anfangsjahren pädosexuellen Aktivisten und ihren Positionen Raum gelassen hat", hieß es weiter in der Erklärung der Parteivorsitzenden. "Betroffene, denen von Tätern mit grünem Parteibuch Leid angetan wurde oder die sich durch die Debatten dieser Zeit verhöhnt fühlen, bitten wir noch einmal nachdrücklich um Entschuldigung."

Die Grünen hatten pädophile Umtriebe in den eigenen Reihen bereits durch ein Gutachten des Instituts für Demokratieforschung Göttingen aufarbeiten lassen; im Fall der Emmaus-Gemeinschaft seien zusätzlich in den vergangenen Wochen die Betroffenen angehört worden, was nach Peters Worten "vertiefte Erkenntnisse" ergeben habe.

"Mit der heutigen Entscheidung setzen wir die notwendige Aufarbeitung unserer Parteigeschichte fort", erklärte die Parteichefin. Die Partei wolle Betroffene weiter ermuntern, auf sie zuzukommen und ihre Geschichte zu erzählen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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