„Orthograffiti“ von den Liberalen

„Sieg Hail“: FDP zeigt kontroverses Video - und kassiert Grünen-Schelte

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Screenshot aus dem umstrittenen Video der FDP

Ist Bildung das beste Mittel gegen Extremismus - die FDP meint ja. Die Art und Weise mit der die Partei ihre Haltung unters Volk bringt, sorgt aber für Kritik.

Berlin - Die Bundestags-Grünen rügen die FDP für ein Kampagnenvideo, in dem ein Sprayer falsch geschriebene rechts- und linksextremistische Graffitislogans mit roter Sprühfarbe korrigiert. Zu sehen sind Sprüche wie „Sieg Hail“, „Scheiss Asilanten“, „Amerika To Hel“ sowie „Fick die Polisei“ und „Anarschie“, unterlegt mit mehr oder minder schmissiger Volksmusik. 

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schrieb am Freitag auf Twitter, der Kampf gegen Rechtsextremismus erfordere Haltung und Zivilcourage, „kein politisches Clickbaiting“. Ein Clickbait, also ein Klick-Köder, wird gezielt veröffentlicht, um möglichst viele Internetnutzer anzulocken, oft mit reißerischen oder provokativen Inhalten.

FDP fordert bessere Bildung - mit kontroversem Video

Auch auf Twitter sorgte der am Donnerstag im Netz veröffentlichte, gut einminütige Clip mit dem Titel „Orthograffiti“ für Aufregung und viele Nutzerkommentare. Die FDP will damit nach eigener Aussage für eine bessere Bildung werben. 

Am Ende des Clips wird die Intention so umschrieben: „Bildung ist die Antwort. Nicht nur bezogen auf Rechtschreibung, sondern auch gegen Extremismus, Vandalismus und Gewalt. Mit guter Bildung wollen wir auch dafür sorgen, dass menschenverachtende Graffiti, wie die im Film gezeigten, endlich aus unseren Städten verschwinden.“ Zudem wird ausdrücklich betont, dass keine echte Farbe, sondern Sprühkreide zum Einsatz kam.

Allem Anschein nach extremistisch motivierte Taten sorgten in Deutschland zuletzt immer wieder für Bestürzung - zuletzt der versuchte Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale. Auch rechtsextreme Drohschreiben kursierten, die Polizei reagierte mit Razzien. In der Nacht auf Freitag wurde auch die SPD-Zentrale in Berlin von Maskierten attackiert.

dpa/fn

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