Grüne: Özdemir hält sich zurück

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Cem Özedemir wird vermutlich nicht als Spitzenkandidat der Grünen in die Bundestagswahl 2013 gehen.

Berlin - Einen Tag nach dem sich die Grünen auf eine Doppelspitze für die Bundestagswahl 2013 geeinigt haben, hält sich Parteichef Cem Özdemir betont zurück. Seine Begründung für die Zurückhaltung.

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Grüne entscheiden sich für Doppelspitze

In der Debatte über das Spitzenteam der Grünen für die Bundestagswahl hält sich Parteichef Cem Özdemir betont zurück. Auf die Frage, ob er sich für die geplante Doppelspitze bewerben werde, sagte Özdemir am Montag in Berlin lediglich, er wolle im Herbst erneut für den Bundesvorsitz und 2013 für den Bundestag kandidieren. Dort sehe er seine Rolle. Es müsse auch „Teamplayer“ geben, die sich um die Partei als Ganzes kümmerten.

Die Führungsmannschaft der Grünen hatte sich am Wochenende darauf verständigt, mit einem Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Die Besetzung soll mit einer Urwahl geklärt werden - vorausgesetzt, es gibt mehr als zwei Bewerber. In dem Team muss mindestens eine Frau sein.

Der Bundesvorstand wollte das Verfahren am Montag per Beschluss empfehlen und es dem Parteirat vorschlagen. Die Gremien könnten dies dann an den kleinen Parteitag weitergeben, der am 28. April in Lübeck tagen wird. Der sogenannte Länderrat könnte dann eine Urwahl einberufen. Diese müsste im Herbst vonstattengehen, damit das Spitzenduo bis zum Parteitag im November steht.

Die Option, die Spitzenkandidaten per Urwahl zu bestimmen, ist für die Grünen neu. Die Möglichkeit wurde erst auf dem jüngsten Parteitag im Herbst beschlossen.

In den vergangenen Wochen hatten die Grünen intensiv über die Aufstellung für 2013 diskutiert - und über die Frage, ob sie mit einem Vierer-, einem Zweierteam oder einem einzelnen führenden Kopf in die Wahlauseinandersetzung gehen sollen. Zuletzt brachten sich die Spitzen der Partei dafür in Stellung. Intern gab es jedoch Unmut über das Kräftemessen der Führungsmannschaft und die mangelnde Transparenz bei der Aufstellung für 2013.

„Raus aus den Hinterzimmern“

Parteichefin Claudia Roth war vor einigen Tagen vorgeprescht und hatte öffentlich beklagt, die Spitzenkandidaten dürften nicht in geheimen Runden bestimmt werden. Sie warb für eine Urwahl und meldete zugleich selbst Führungsanspruch an.

Am Montag sagte Roth erneut, es sei gut, dass die Debatte „aus den Hinterzimmern befreit“ und nun offen geführt werde. Die Grünen-Vorsitzende bezeichnete es als richtig, der gesamten Partei nicht nur bei Programm-, sondern auch bei Personalfragen Mitsprache zu geben. Entscheidend sei, dass die Grünen in dem nun geplanten Verfahren auf die Quotierung bestünden. Zwischenzeitlich hatte es auch Überlegungen gegeben, Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin als einzigen Spitzenkandidaten aufzustellen.

Wer aus dem bisherigen Führungsquartett bei der Urwahl antreten wird, ist noch unklar. Trittin gilt parteiintern als gesetzt. Auch Roth werden gute Chancen eingeräumt. Allerdings wäre diese Konstellation innerhalb der Partei heikel, weil beide aus dem linken Lager kommen und die Grünen üblicherweise auf das Gleichgewicht zwischen Parteilinken und Realos auf den Führungsposten achten.

Die Frontfrau der Realos, Fraktionschefin Renate Künast, ist allerdings seit ihrer Niederlage im Rennen um das Rote Rathaus in Berlin geschwächt. Und der Realo Özdemir scheint kein Interesse an einer Kandidatur zu haben.

dapd

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