Blick auf die Bundestagswahl

Rot-rot-grünes Treffen: Scheuer kritisiert Gabriel

Berlin - Ein Jahr vor der Bundestagswahl haben Politiker von SPD, Grünen und Linken über Gemeinsamkeiten gesprochen. Das Echo ist unterschiedlich.

Die Grünen-Spitze hat die Gespräche über ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl begrüßt. „Wir wollen als Grüne 2017 realistische Optionen haben, die große Koalition abzulösen“, sagte Parteichefin Simone Peter den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Da kann es nicht genug Gespräche geben.“ 

Der Co-Vorsitzende Cem Özdemir nannte das Treffen von Politikern von SPD, Linkspartei und Grünen am Dienstagabend in Berlin „hilfreich“. Solche Gespräche trügen dazu bei, Vertrauen aufzubauen, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die CSU attackierte SPD-Chef Sigmar Gabriel scharf, der zeitweise an dem Gespräch teilgenommen hatte.

Scheuer kritisiert „Sondierungsgespräche“

„Als Vizekanzler geht man zu so einem Treffen nicht“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin. Dies seien Dinge, „wo man, wenn man Anstand hätte, eigentlich den Dienst quittieren müsste“. Scheuer kritisierte, dass die Beteiligten keine Scheu davor hätten, in einer laufenden Legislaturperiode erste Sondierungsgespräche zu führen - und das mit dem Segen des SPD-Vorsitzenden. Mit Blick auf die Grünen sagte er: „Wer Grün wählt, macht auch einen Baustein hin zu Rot-Rot-Grün.“

Die Politiker von SPD, Linken und Grünen hatten sich getroffen, um Gemeinsamkeiten für ein mögliches Bündnis nach der Wahl auszuloten. An den Beratungen nahmen rund 90 Bundestagsabgeordnete und Funktionäre teil. Linken-Fraktionsvize Heike Hänsel sagte, die gute Atmosphäre habe nicht darüber hinwegtäuschen können, dass SPD und Grüne von linken Forderungen nach Wiederherstellung des Sozialstaats und einer friedlichen Außenpolitik weit entfernt seien.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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