Nato tritt Koalition im Kampf gegen den IS bei

Nato tritt Koalition im Kampf gegen den IS bei

Wegen hoher Durchfallquote im Abi

SPD für grundlegende Reform der Oberstufe

München - Das achtjährige Gymnasium sorgt seit seiner Einführung für Streit. Jetzt fordert die Landtags-SPD eine grundlegende Reform der Oberstufe - ein komplettes Zurück zum G9 wollen die Sozialdemokraten aber nicht.

Als Konsequenz aus der heuer relativ hohen Abitur-Durchfallerquote fordert die SPD ein “Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten“: Angehende Abiturienten sollen demnach künftig die Wahl haben, ob sie die Oberstufe in zwei oder drei Jahren absolvieren wollen. “Wir wollen den Schülern die Zeit geben, die sie zur Vorbereitung auf das Abitur brauchen“, sagte der SPD-Bildungsexperte Martin Güll am Montag in München zur Begründung. Deshalb sollten die Gymnasiasten wählen können, ob sie zwei Jahre lang jeweils 36 Wochenstunden oder drei Jahre lang jeweils 24 Wochenstunden belegen wollen. Dazu müssten allerdings, wie Güll einräumt, die geltenden Regelungen der Kultusministerkonferenz zum Abitur angepasst werden.

Das neue achtjährige Gymnasium (G8) müsse richtig aufgestellt werden, betonte Güll. Ein bloßes Zurück zum G9 mache keinen Sinn.

Zudem will die SPD die Zahl der Pflichtstunden in Unter- und Mittelstufe auf 30 Wochenstunden reduzieren - ergänzt um zusätzliche Wochenstunden mit individueller Lernzeit. Die Unter- und Mittelstufe müsse entlastet und pädagogisch neu aufgestellt werden, hieß es. In diesem Jahr sind rund 3,7 Prozent der Prüflinge durchs Abitur gerasselt - im G9 war die Quote zuletzt deutlich geringer.

Güll kritisierte, die Abiturienten seien nicht ausreichend auf die Abiturprüfung vorbereitet. “Die Vorbereitung auf das Abitur ist deutlich mangelhaft“, erklärte er. Die Zahl der Durchfaller in den schriftlichen Abiturprüfungen liege teils bei zehn Prozent und mehr.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) erteilte dem SPD-Vorstoß eine klare Absage. “Diese Vorstellungen sind nicht mit den Bestimmungen der Kultusministerkonferenz vereinbar und gefährden damit die Anerkennung des bayerischen Abiturs“, hieß es vom Kultusministerium.

Spaenle selbst hatte zuletzt vorgeschlagen, Schülern in der Mittelstufe ein freiwilliges zusätzliches Schuljahr zu ermöglichen - ohne dass dies dann als Wiederholen zählt. Spaenle setze beim Gymnasium “auf eine Strategie der individuellen Lernzeit in einem verlässlichen pädagogischen Rahmen“, betonte das Ministerium. Dazu zählten Elemente einer individuellen Lernzeit von bis zu einem Jahr.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
Anschlag in Manchester: Fünfter Verdächtiger festgenommen
Anschlag in Manchester: Fünfter Verdächtiger festgenommen
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?

Kommentare