Eklat bei Asylheim-Besuch

Haderthauer-Wirbel beschäftigt den Landtag

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Nach ihrem Besuch in einem Asylantenheim in Würzburg soll Christine Haderthauer dem Gespräch mit Bewohnern aus dem Weg gegangen sein.

München - Nach dem Eklat beim Besuch eines Asylbewerberheims muss sich Sozialministerin Christine Haderthauer am Mittwoch den Fragen der Landtags-Abgeordneten stellen.

Sowohl die SPD als auch die Grünen kündigten am Dienstag Dringlichkeitsanträge für die Plenarsitzung des Bayerischen Landtags am Mittwoch an. Die SPD fordert „eine ausführliche Entschuldigung und Erklärung“ Haderthauers. „In Würzburg zeigte sie den Asylbewerbern demonstrativ die eiskalte Schulter und bezichtigte die darüber berichtenden Medien anschließend in einem Facebook-Kommentar der unsauberen Arbeit“, kritisierte der SPD-Sozialexperte Hans-Ulrich Pfaffmann. In ihrer Erklärung müsse sich die Ministerin ausdrücklich für ihre Behauptung entschuldigen, die Medien würden auch mal eben ohne Recherche Behauptungen schreiben, nur weil sie zur Story passen.

Ackermann: "Wortgeklapper bei Facebook"

Die Grünen-Politikerin Renate Ackermann betonte: „Statt Wortgeklapper bei Facebook würden wir von der Sozialministerin jetzt gerne Taten sehen, die die Situation der Asylbewerber in Bayern verbessern.“ Statt sich mit Medienvertretern über die Deutung der Ereignisse in Würzburg zu streiten, solle die Ministerin „jetzt schnellstmöglich die angekündigten Deutschkurse für Asylbewerber in Erstaufnahmeeinrichtungen Realität werden lassen.“

Hintergrund: Besuch im Asylbewerber-Heim

Am vergangenen Donnerstagabend hatte Haderthauer die Einrichtung in Würzburg besucht. Nach ihren Gesprächen dort versuchten draußen mehrere Flüchtlinge, sie zu einer Diskussion zu zwingen, indem sie sich dem Minister-Auto in den Weg stellten - als erstes ein Mann mit Krücken. Der Eklat schlägt seither hohe Wellen auf Facebook - weil Haderthauer sich dort harsch und mit Medienschelte gegen Kritik wehrte, sie habe Flüchtlingen ein Gespräch verweigert. Der Bayerische Journalisten-Verband klagte daraufhin, Haderthauer habe ein „eigenartigen Verhältnis“ zur Presse und deren Aufgaben.

dpa

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