Kritik von Opfern

Haiti: Staatsbegräbnis für Ex-Diktator Duvalier

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Der "Baby Doc" genannte frühere Machthaber Haitis Jean-Claude Duvalier wurde 1986 durch einen Volksaufstand gestürzt.

Port-au-Prince - Trotz harscher Kritik von Opfern des verstorbenen haitianischen Diktators Jean-Claude Duvalier will die Regierung des Karibikstaats ihm ein Staatsbegräbnis zukommen lassen.

Die Ehre für den "Baby Doc" genannten früheren Machthaber Haitis begründete ein Sprecher von Präsident Michel Martelly am Montag mit der protokollarischen Regel, wonach ein früherer Präsident ein Staatsbegräbnis erhält. Unklar sei aber noch, ob die Anweisung ergehe, die Flaggen auf Halbmast zu setzen, und ob Staatstrauer ausgerufen werde.

Martelly, der Politikern aus der Ära Duvaliers nahesteht, hatte zuvor den langjährigen Diktator als "authentischen Sohn" des Landes bezeichnet und sein "ernsthaftes Beileid an die Familie und die Nation" bekundet. Duvalier war am Samstag im Alter von 63 Jahren einer Herzattacke erlegen. Er hatte nach dem Tod seines Vaters François Duvalier, genannt "Papa Doc", dessen Schreckensherrschaft fortgeführt, bis er im Jahr 1986 durch einen Volksaufstand gestürzt wurde. Für seine Verbrechen wurde Duvalier nie zur Rechenschaft gezogen.

Nach seinem Sturz lebte Duvalier in Frankreich, bis er kurz nach dem verheerenden Erdbeben, das Haiti im Januar 2011 verwüstete, überraschend in seine Heimat zurückkehrte. Nach Schätzungen von Menschenrechtsaktivisten wurden während der Herrschaft der beiden Duvaliers 30.000 Menschen getötet. Der frühere Bürgermeister von Port-au-Prince, Evans Paul, der unter Duvalier inhaftiert war, sagte am Montag, auf "moralischer Ebene" habe Duvalier kein Anrecht auf ein Staatsbegräbnis. "Er war ein Diktator, der dem Land großen Schaden zugefügt hat."

AFP

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