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Hartz-IV-Empfänger mit Anspruch auf Unterstützung bei Heizkosten? So verfährt das Jobcenter

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Von: Patrick Freiwah

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Die Energiepreise ziehen an - Hartz-IV-Empfängern drohen höhere Ausgaben
Die Energiepreise ziehen an - Hartz-IV-Empfängern drohen höhere Ausgaben. © Rainer Droese/Imago

Die Heizkosten in Deutschland haben merklich angezogen. Wenn Hartz-IV-Bezieher die finanzielle Belastung nicht stemmen können, gibt es unter Umständen einen Zuschuss.

München - Wenn die Temperaturen kühler werden, drehen viele Menschen ihre Heizungen auf. Angesichts der steigenden Energiepreise gibt es jedoch nicht wenige Personen, die hierbei Unbehagen verspüren - zum Beispiel Hartz-IV-Empfänger. Sie haben schließlich in der Regel wenig Geld, sind öfter daheim und benötigen häufiger Wärme, so die Vermutung.

Heizkosten steigen: Wird Hartz-IV-Beziehern vom Jobcenter geholfen?

Wenn arbeitslose Hartz-IV-Empfänger Probleme mit der Finanzierung haben, stellt sich die Frage, ob das Jobcenter in der Not Hilfe bereitstellt und sich an den Heizkosten beteiligt. Der Regelsatz von Hartz IV soll für Betroffene schließlich den Lebensunterhalt garantieren - und Ernährung, Kleidung und auch Hygieneartikel sicherstellen. Das war es jedoch noch nicht: Bis zu einer Grenze beteiligt sich die Bundesagentur für Arbeit auch an der Miete sowie den Heizkosten.

Wie es um eine zusätzliche Unterstützung bestellt ist, schilderte kürzlich ein Experte gegenüber der Hamburger Morgenpost: „Grundsätzlich kommt es immer auf den Einzelfall an“, erklärt Volker Gerloff, Fachanwalt für Sozialrecht. Als Maßstab werde demnach der bundesweite Heizspiegel herangezogen. Dieser ist vom Bundesumweltministerium gefördert und zeige Richtwerte, wie viel Energie in den verschiedenen Regionen für vergleichbare Gebäude verbraucht wird.

Wie Gerloff ausführte, würde das Jobcenter diese Daten heranziehen und auf dieser Basis einen Heizkosten-Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger bewilligen. Anders sehe es jedoch aus, wenn der Verbrauch „nicht angemessen“ sei. Das prüfe der Staat genau - und behalte sich vor, in Einzelfällen bei einem unangemessenen Energieverbrauch eine Kostenübernahme abzulehnen.

Hartz-IV: Heizkosten vom Staat übernommen? Es kommt auf den Einzelfall an

Allerdings komme es selten vor, dass das Jobcenter Betroffene auf ihren Kosten sitzen lässt. Vielmehr könne verlangt werden, dass der Heizkostenverbrauch in den folgenden Monaten abgesenkt werde - andernfalls drohen Konsequenzen. Dies müsse das Amt dem Hartz-IV-Bezieher bzw. der Bezieherin schriftlich mitteilen.

Hier können Sozialhilfe-Empfänger reagieren - und einen plausiblen Grund nachweisen, warum eine erhöhte Heizkostenabrechnung unvermeidbar sei. So könne es sein, dass die Wohnung unsaniert ist, der Winter besonders kalt war oder es womöglich andere Ursachen gegeben habe. Anwalt Gerloff wies darauf hin, dass Leistungsempfänger generell mehr heizen müssen, weil sie tendenziell mehr Zeit zuhause verbringen, als Arbeitende.

Insgesamt stehen die Chancen angeblich gut, dass Menschen mit Hartz-IV-Bezug bei erhöhten Heizkosten Unterstützung erhalten. Es komme letztlich auf die Bereitschaft an, Energie nicht zu verschwenden. Denn notfalls könne das Amt auch Heizberater vorbeischicken, die einen sparsameren Verbrauch ans Herz legen und entsprechende Tipps geben.

Die Arbeit vieler Menschen im Homeoffice treibt ebenfalls die Kosten hoch. Vor allem Heizkosten im Winter sollte man im Blick haben. (PF)

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