Hausärzteversorgung - Söder im "Dornröschenschlaf"? 

München - Angesichts des drohenden Ärztemangels auf dem Land wirft die Opposition Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) Untätigkeit vor. Der will Anreize schaffen, prophezeit aber auch “härteste Konflikte“.

“Sie haben vor einem Jahr ein Maßnahmenpaket angekündigt und seitdem schlummern Sie im Dornröschenschlaf“, sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar am Donnerstag bei einer Ministerbefragung im Landtag. Söder verteidigte sich mit dem Hinweis, dass über die Gesundheitspolitik hauptsächlich in Berlin entschieden wird und dass das dort geplante Versorgungsgesetz noch aussteht. Söder prophezeite “härteste Konflikte“ um das Versorgungsgesetz, da es in Bayern aus Sicht anderer Bundesländer sogar zu viele Ärzte gebe. Es müsse mehr Anreize für junge Mediziner geben, sich auf dem Land niederzulassen.

Anlass der Debatte war der hohe Altersdurchschnitt der bayerischen Mediziner. “46 Prozent der Hausärzte sind 54 Jahre und älter“, sagte die Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper. “Wir wissen, dass wir in Zukunft Schwierigkeiten haben werden.“ Die Freien Wähler, die die Befragung Söders auf die Tagesordnung gesetzt hatten, warfen Söder vor, im vergangenen Jahr die Eskalation des Streits zwischen Hausärzteverband und Kassenärztlicher Vereinigung nicht verhindert zu haben. “Warum haben Sie sich nicht moderierend eingemischt, obwohl der Hausärzteverband Sie mehrfach darum gebeten hatte“, sagte der Gesundheitsexperte Karl Vetter. Söder wies das zurück: “Es gab diese Gespräche. (...) Elf Kontakte, sogar beim Ministerpräsidenten.“

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will das Versorgungsgesetz noch in diesem Jahr vorlegen. Als geeignete Anreize nannte Söder unter anderem Stipendien für junge Mediziner oder einen Ausbau von Ärztehäusern. Der SPD hielt er entgegen, dass die frühere rot-grüne Bundesregierung das Problem auch nicht gelöst hatte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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