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Der heimliche Star beim CSU-Parteitag

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Karl-Theodor zu Guttenberg (li) ist der heimliche Star beim CSU-Parteitag. © dpa

München - Er redete nur eine Viertelstunde, aber Karl-Theodor zu Guttenberg schien der heimliche Star des CSU-Parteitags zu sein. Der Beifall war allerdings kürzer als bei Kanzlerin Merkel.

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Karl-Theodor zu Guttenberg sollte beim CSU-Parteitag eigentlich nur eine achtminütige Rede zur Bundeswehrreform halten. Das, was die rund 1000 Delegierten in der Münchner Messe verfolgten, sprengte den eng bemessenen Rahmen: Guttenberg redete mit rund einer Viertelstunde deutlich länger, auch wenn er nur auf die Bundeswehr einging.

Gleich in den ersten Minuten versicherte er CSU-Chef Horst Seehofer indirekt seine Loyalität: “Es kommt auf den Zusammenhalt an, lieber Horst Seehofer, und nicht auf irgendwelche depperten Personaldebatten.“ Der 38-Jährige warnte vor einem Rednerwettbewerb. Guttenberg macht sich für die Soldaten stark, für deren Ausrüstung, warnt vor einer Bundeswehr nach Kassenlage und betont, dass von Krieg in Afghanistan gesprochen werden müsse. Und er gibt sich als glühender Verfechter der Wehrpflicht, obwohl er sie faktisch abschaffen möchte.

Er überzeugt mit einem Kunstgriff: Sich den Realitäten stellen, auch wenn es weh tut, scheint die Devise zu sein. “Der Kopf sagt das eine, das Herz sagt das andere.“ Guttenberg wird in Medien und CSU schon als möglicher Nachfolger von Horst Seehofer an der Partei-Spitze gesehen, aber auch als potenzieller Nachfolger von Angela Merkel nach einer Niederlage bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2011.

Offiziell ist beides kein Thema. Als die Bundeskanzlerin einige Minuten zuvor beim CSU-Parteitag zu Gast war, konnte sie nicht umhin, auf “KT“ einzugehen. Sie erwähnte zwar die Personaldebatte nicht, war aber etwas verunsichert, als an einer Stelle Beifall kam: War der jetzt für Guttenberg oder für die Frauenquote? “Ich glaube, hier vorne war mehr Beifall für KT“, sagte Merkel.

Die Kanzlerin äußerte sich dann doch zur Debatte - allerdings nur in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“. “Ich freue mich, dass der Verteidigungsminister erstklassig arbeitet, dabei eine gute Figur macht und viel Anklang findet“, sagte Merkel. Sie selbst schaue sich aber nichts von Guttenberg ab. “Ich bin jetzt in einem Lebensalter, in dem ich mit mir immer mehr im Frieden lebe.“ Von Frieden war beim CSU-Parteitag nicht immer viel zu spüren. Während der schwelende Unmut gegen Seehofer noch unter der Decke gehalten wurde, ging es hoch her bei der Debatte über die Frauenquote von 40 Prozent in Führungsgremien.

Die CDU-Chefin setzte sich für die Quote ein. “Denen, die skeptisch sind zur Frauenquote, darf ich verraten: Ich war es auch einmal.“ Und als Bilanz: “Es ist nichts zusammengebrochen in der CDU, im Gegenteil.“ Wenn es nach dem Beifall geht, hätte die Kanzlerin gewonnen. Sie heimste nach ihrer Rede 2 Minuten 35 Sekunden Beifall von den CSU-lern ein. Guttenberg brachte es auf 1 Minute 15 Sekunden - allerdings bei rhythmischem Klatschen. Als Merkel sich von Seehofer verabschiedete, schien es fast, als seien beide Verbündete in der Nachfolgedebatte. Sie versicherten sich jedenfalls wieder einmal Treue. “Ich glaube wir brauchen keine Angst voreinander zu haben, Horst“, sagte Merkel, auch wenn es nicht um Guttenberg ging. “Das kriegen wir schon hin, auch wenn's manchmal ein bisschen ruckelt.“

Von Marc-Oliver von Riegen

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