Clinton erste weibliche US-Präsidentin?

Hillary will's wissen! Ihr Fahrplan, ihre Chancen

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Sie nimmt einen neuen Anlauf: Hillary Clinton will 2016 US-Präsidentin werden.

Washington - Hillary Clinton wäre die erste Frau, die Präsidentin der USA werden könnte. Doch der Weg dorthin ist nicht ohne Hindernisse. Die tz erklärt, was auf sie zukommt.

Sie ist wieder da! Hillary Clinton versucht erneut die Rückkehr ins Weiße Haus. Acht Jahre lang hat sie dort – als Ehefrau von Präsident Bill Clinton – gelebt. Bereits 2008 hatte sie sich dann für die Präsidentschaft beworben. Damals hatte ihr bei den Vorwahlen der Demokraten ein junger Überflieger namens Barack Obama den Rang abgelaufen. Acht Jahre später soll es bei den Präsidentschaftswahlen 2016 soweit sein. Hillary Clinton wäre die erste Frau, die Präsidentin der USA werden könnte. Doch der Weg dorthin ist für die 67-Jährige nicht ohne Hindernisse. Die tz erklärt, was in den kommenden anderthalb Jahren auf sie zukommt:

Der Fahrplan: Anfang 2016 beginnen die Vorwahlen, traditionell im ländlich geprägten Bundesstaat Iowa. Erst im Juli legen die beiden großen Parteien dann ihren endgültigen Kandidaten fest. Am 8. November 2016 wird schließlich gewählt.

Die innerparteilichen Kontrahenten: Hier droht Clinton keine allzu große Konkurrenz. Schon vor viereinhalb Monaten hatte der frühere Senator Jim Webb als erster Demokrat seinen Hut in den Ring geworfen. Die frühere First Lady Clinton hat laut einer Umfrage von real­clearpolitics.com aber mit knapp 60 Prozent die Nase vorn, der frühere US-Marine Webb, der vietnamesisch spricht, kommt auf eher magere 1,2 Prozent. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren und Vizepräsident Joe Biden liegen in der Wählergunst bei je rund zwölf Prozent – bei beiden ist aber völlig unklar, ob sie überhaupt antreten wollen.

Die Rolle Obamas: Es ist kompliziert zwischen den beiden Schwergewichten der demokratischen Partei. 2008 hat Präsident Barack Obama die damals als Favoritin gestartete Hillary Clinton in einem aufreibenden parteiinternen Duell niedergerungen. Danach wurde Clinton seine erste Außenministerin. Jetzt wandelt Hillary Clinton auf einem schmalen Grat: Die Amerikaner sind Obama-müde – sechs von zehn US-Bürgern wünschen sich eine andere Politik. Clinton muss sich als Alternative zu Obama präsentieren, ohne den Präsidenten, dessen Außenministerin sie immerhin war, zu sehr zu kritisieren. Schließlich warten die Republikaner nur darauf, dass sich die Demokraten über die Rolle Obamas entzweien könnten. Überhaupt ist es seit 1951 erst einmal einem Kandidaten gelungen, einem Vorgänger derselben Partei ins Weiße Haus zu folgen: George Bush sen. übernahm das Amt von Ronald Reagan – beide Republikaner.

Der Frauen-Faktor: Obama ist der erste schwarze US-Präsident – jetzt könnte ihm mit Hillary Clinton die erste Frau in diesem Amt folgen. Dabei könnte sich Clinton einen demografischen Vorteil zu Nutze machen: 53 Prozent der Wähler sind in den USA weiblich, zudem finden sich unter den Frauen eher Wähler der Demokraten. Außerdem hat sich Clinton in ihrer gesamten politischen Karriere für Frauenrechte stark gemacht, sie ist für diese Gruppe also glaubwürdig.

Die Republikaner: Zwei Kandidaten sind bereits in den Ring gestiegen: die Senatoren Ted Cruz und Rand Paul – beide Lieblinge der Tea-Party-Bewegung. Am heutigen Montag soll auch Marco Rubio, Senator aus Florida, folgen. Weiterer möglicher Bewerber: Exgouverneur Jeb Bush, Sohn und Bruder ehemaliger Präsidenten. Sie werden versuchen, Oba­ma und Clinton zu dämonisieren und Clinton Unehrlichkeit vorzuwerfen. Jüngst hatten sie bereits ein Skandälchen aufgebracht: Die E-Mail-Affäre. Als Außenministerin hatte Clinton ein privates E-Mail-Konto eingereichtet, über das sie dienstliche Mails laufen ließ. So konnte sie selbst entscheiden, was archiviert oder gelöscht wird.

Die Chancen: Der gefährlichste Gegner für Hillary Clinton ist sie selbst. Bei ihrer letzten Kampagne wurde ihr von Beobachtern Überheblichkeit attestiert, die Amerikaner haben sie als kühl empfunden – ganz anders als den inspirierenden Obama des Jahres 2008. Clinton setzt mit dem Wahlkampfauftakt im kleinen Rahmen in Iowa jetzt bewusst einen Gegenpunkt. Behält sie die Nerven und verstrickt sich nicht in neue Skandale, sind ihre Chance auf den Sieg so groß wie nie.

Mk.

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