Historiker: Islamisten könnten Pharaonengräber zerstören

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Eine Ansammlung von Touristen vor dem Eingang des Grabes mit der Nummer 62 von Pharao Tut-Ench-Amun im ägyptischen Tal der Könige (Archivbild).

Bern - US-Historiker Daniel Pipes hat eine Vetreibung von Juden, Christen und anderen Minderheiten aus islamischen Ländern angeprangert. Er befürchtet: Islamisten könnten die Pharaonengräber in Ägypten zerstören.

Daniel Pipes ist Direktor der US-Denkfabrik "Middle East Forum" und ein bekannter Kritiker radikalislamischer Tendenzen.

Bei einem Vortrag in Bern bei der christlichen Menschenrechtsorganisation für Religionsfreiheit und Menschenwürde "Christian Solidarity International" (CSI) wies Pipes auf eine um sich greifende Verunsicherung der muslimischen Gesellschaften des Nahen Ostens hin. Obwohl ihnen ihr Prophet versichert habe, sie seien die beste aller Religionsgemeinschaften, die jemals die Erde bevölkert hätten, seien viele ihrer Länder heute wirtschaftlich ruiniert. In Ägypten sind gemäß Pipes wegen des anhaltenden Rückgangs der Devisenreserven und der Tourismuszahlen sogar Hungersnöte zu befürchten.

Osama bin Laden: Leben, Tod und Schrecken

Osama bin Laden ist tot! Zehn Jahren war der meist gefürchtete Terrorist der Welt auf der Flucht. US-Soldaten spürten ihn am frühen Morgen des 2. Mai 2011 in seinem Versteck in Pakistan auf und erschossen ihn. Der Leichnam des Al-Kaida-Führers wurde auf See bestattet, wie aus US-Regierungskreisen verlautete. Bin Laden wurde vermutlich am 10. März 1957 in Saudi-Arabien geboren. © AP
Der Sohn eines Bauunternehmers schloss sich 1979 den "Gotteskriegern" an. Das Ende der 1980er Jahre gegründete Terrornetzwerk Al-Kaida (“Die Basis“) kämpft für eine islamistische Weltordnung. © dpa
Bin Laden galt als der Anführer von Al-Kaida. Er soll unter anderem für die Bombenanschläge auf die US-Botschaft in Nairobi 1998 verantwortlich sein. Dabei starben 219 Menschen. © dpa
Der studierte Wirtschaftswissenschaftler rief seit 1998 zum "Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen" auf. © AP
Trauriger Höhepunkt: Zwei entführte Passagiermaschinen fliegen in die Zwillingstürme des World Trade Centers. © AP
Bei dem Anschlag sterben rund 3000 Menschen. © dpa
Der Al Kaida-Chef bin Laden und sein Stellvertreter Eiman el Sawahiri versteckten sich in den Bergen Pakistans. © AP
Fortan meldete er sich nur noch mit Haasbotschaften aus dem Untergrund zu Wort. © AP
Noch aus seinem Versteck heraus gelang es ihm eine neue Generation von Gesinnungsgenossen heranzuziehen. © AP
"Der Gerechtigkeit ist genüge getan", sagte US-Präsident Barack Obama. Seine Landsleute feierten auf den Straßen. © dpa/ AP
Ist das Foto echt? Zeigt es Osama bin Laden? Medienberichten zufolge handelt es sich hier um ein altes Foto. © dpa
31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau an der U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, 50 werden verletzt. Al Kaida bekennt sich zu der Tat. © dpa
23. Juli 2005: Bei mehreren Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe “Heilige Krieger von Ägypten“. © dpa
9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat. © dpa

Jahrhundertelang hätten die Muslime Seite an Seite nicht nur mit Christen und Juden gelebt, sondern auch mit Baudenkmälern aus vorislamischer Zeit. Jetzt seien Kräfte auf dem Vormarsch, die sich die Vernichtung alles Nicht-Islamischen auf die Fahnen geschrieben hätten. Pipes verwies auf die beispiellose Vertreibung der historischen Gemeinschaften von Juden, Christen und anderen Minoritäten aus islamischen Ländern und eine damit einhergehende kulturelle Verarmung. Er nannte u.a. die Sprengung der Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan. Nicht ausschließen wollte er eine bevorstehende Zerstörung der Pharaonengräber und anderer Kulturschätze in Ägypten.

Für Christen im Nahen Osten ist internationale christliche Solidarität gemäß Pipes ein Gebot der Stunde. Auch Juden und Muslime hätten in ähnlichen Situationen Organisationen ins Leben gerufen, die Widerstand gegen ihre Vernichtung organisiert hätten. Es müsse aber mehr als bisher getan werden, um bedrohten Gemeinschaften in ihren Heimatländern bzw. Fluchtwilligen wirklichen Schutz zu bieten.

fro/zr

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