Höhere Studiengebühren für Ausländer gefordert

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Andreas Pinkwart (FDP)

Hamburg - Mehrere Bildungspolitiker wollen neue Einnahmequellen für die Bildung erschließen. Ginge es nach ihnen, sollten Ausländer mehr für ein Studium in Deutschland bezahlen.

Zur Verbesserung der Studienbedingungen in Deutschland sollten reiche Studenten aus dem Ausland nach dem Willen von Bildungspolitikern höhere Studiengebühren zahlen. “Deutschland muss umdenken. Wohlhabende Ausländer sollten das bezahlen, was ein Studium hier in einer der angesehendsten Wissenschaftsnationen der Welt wert ist“, sagte der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) der “Zeit“.

Auch der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner sprach sich für ein solches System aus, das es auch in anderen Ländern gebe. International sei es üblich, dass die Universitäten sich zu einem Teil über Studiengebühren ausländischer Studenten neue Einnahmequellen für die bessere Betreuung ihrer eigenen Studenten erschlössen, sagte Zöllner.

Allerdings sollen nach dem Willen der beiden Politiker zwei Einschränkungen gelten: Zum einen kämen nur Studenten aus Staaten außerhalb der Europäischen Union für höhere Studiengebühren in Frage, während EU-Bürger weiter wie Deutsche behandelt werden müssten. Zum anderen dürfte es nur um Studenten gehen, die sich die höheren Gebühren auch leisten könnten.

Beide Politiker verwiesen auf Australien. Dem Bericht zufolge haben dort ausländische Schüler und Studenten im Jahr 2008 umgerechnet 8,8 Milliarden Euro Gebühren gezahlt. Bildung sei mittlerweile gleich nach Kohle und Eisenerz die drittwichtigste Einnahmequelle für das Land, schreibt die “Zeit“ unter Berufung auf das australische Statistikamt.

DAPD

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