Holland erwägt Verbot des Schächtens

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Archivbild zum Thema Schächten. Dabei werden die Tiere bei vollem Bewußtsein geschlachtet.

Amsterdam - Die Niederlande erwägen ein Verbot des rituellen Schlachtens von Tieren ohne vorherige Betäubung.

Ein entsprechendes Gesetz wird von der fremdenfeindlichen Freiheitspartei und der Partei für die Tiere unterstützt und könnte noch in diesem Monat dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Jüdische und muslimische Verbände kritisierten das Vorhaben als Rückschlag für die Religionsfreiheit.

Der Sprecher der jüdischen Dachorganisation CJO, Ruben Vis, äußerte im Namen der jüdischen Gemeinde in den Niederlanden seine Besorgnis. Der Direktor von Halal Correct, das nach islamischem Recht gewonnenes Fleisch zertifiziert, Abdulfatteh Ali Salah, erklärte, es entstehe der Eindruck, dass die niederländische Gesellschaft mehr am Wohlergehen von Tieren liege als an der fairen Behandlung ihrer muslimischen Mitmenschen. Er kündigte Proteste an, sollte das Gesetz verabschiedet werden.

Christdemokraten gegen das Vorhaben

Die Christdemokraten haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Sie fürchten um das Ansehen der Niederlande als tolerantes, weltoffenes Land. Der kleinere Partner im Kabinett, die wirtschaftsnahe VVD, hat sich noch nicht geäußert.

Wie in den meisten westlichen Ländern schreibt auch das niederländische Gesetz vor, dass Schlachter die Tiere vor dem Töten betäuben. Eine Ausnahme gilt für Fleisch, das nach jüdischen und muslimischen Regeln zubereitet werden muss. Diesen Tieren werden bei vollem Bewusstsein die Kehlen durchtrennt.

dapd

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