Homs: Assad beschießt wieder Rebellen

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Brennende Gebäude in der syrischen Rebellenhochburg Homs.

Damaskus - Die internationalen Bemühungen um ein Ende des Blutvergießens in Syrien lassen Machthaber Assad unbeeindruckt. Vor Beginn einer Konferenz der “Freunde Syriens“ beschoss seine Armee wieder Hochburgen der Protestbewegung mit schweren Geschützen.

Am Freitagmorgen seien in der Stadt Homs zehn Erwachsene und ein Kind ums Leben gekommen, teilten Aktivisten mit. Am Donnerstag sollen landesweit 101 Menschen getötet worden, die meisten in den Provinzen Hama und Idlib.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis wollte am Nachmittag die neue Syrien-Kontaktgruppe zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen. Ihr gehören mehr als 60 Staaten und internationale Organisationen an. Ein militärisches Eingreifen steht nicht zur Debatte. Die Teilnehmer wollen allerdings die Opposition stärken.

Syrien: So wütet Assasd gegen sein eigenes Volk

Syrien: So wütet Assad gegen sein eigenes Volk

Der SNC sei “eine legitime Vertretung von Syrern, die einen friedlichen demokratischen Wandel suchen“, heißt es in der Abschlusserklärung, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Eine völkerrechtliche Anerkennung, auf die Teile der syrischen Opposition gehofft hatten, bedeutet dies jedoch nicht.

In der Erklärung wird das Regime von Machthaber Baschar al-Assad zu einem “sofortigen Ende aller Gewalt“ aufgefordert, damit humanitäre Hilfe geleistet werden kann. Internationale Organisationen müssten unverzüglich freien Zugang nach Homs und anderen belagerten Städten bekommen.

Zugleich stellt die Kontaktgruppe umfassende humanitäre Hilfe innerhalb von 48 Stunden in Aussicht, wenn Assad die Angriffe gegen die eigene Bevölkerung stoppt. Von einem Ultimatum ist jedoch nicht die Rede.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte die Ernennung von Kofi Annan zum neuen UN-Sonderbeauftragten für Syrien als “kluge Wahl“. Der frühere UN-Generalsekretär besitze “eine Autorität, an der auch Länder wie Russland und China nicht vorbeigehen werden“. Die beiden Vetomächte haben eine härtere Gangart gegen das Assad-Regime im UN-Sicherheitsrat bislang verhindert. In Tunis sind Russland und China nicht dabei.

Blutige Proteste in Syrien

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Der syrische Regimekritiker Luai Hussein hatte am Donnerstagabend erklärt, er und seine Bewegung für den Aufbau des syrischen Staates lehnten jeden Beschluss der Konferenz ab, der eine Militärintervention beinhalte. Er fügte hinzu: “Dies würden wir und die meisten Syrer als Angriff auf die Einheit Syriens verstehen“.

Der syrische Regierung zog derweil ihren Botschafter aus Ägypten ab. Damit reagierte sie auf eine entsprechende Entscheidung der ägyptischen Regierung, die ihren Botschafter am vergangenen Sonntag aus Damaskus zurückgerufen hatte. Die syrische Botschaft in Kairo soll jedoch vorerst nicht geschossen werden.

Im Zentrum von Damaskus explodierte am Donnerstagabend eine Bombe, die unter einem Fahrzeug mit einem Kennzeichen der Polizei platziert worden war. Das berichtete ein dpa-Reporter, der sich zu dem Zeitpunkt in der Nähe aufhielt. Verletzt wurde niemand.

Regimegegner veröffentlichten unterdessen ein Video, das ein brennendes Militärfahrzeug zeigt. Das gepanzerte Fahrzeug wurde ihren Angaben zufolge am Freitag in der Ortschaft Al-Rastan von ihnen zerstört.

dpa

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