"Wir oszillieren immer um die 45 Prozent"

Seehofer glaubt nicht an absolute Mehrheit

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CSU-Chef Horst Seehofer

München - CSU-Chef Horst Seehofer ist so deutlich wie nie zuvor von seinem einstigen Ziel einer Rückeroberung der absoluten Mehrheit in Bayern abgerückt.

“Wir oszillieren immer um die 45 Prozent“, sagte Seehofer am Dienstag in München vor der Landtagspresse. “Das ist alles im ganz normalen Bereich (...). Wir sind da völlig relaxed.“ Zu seiner früheren Aussage, das Potenzial der CSU liege bei 60 Prozent, sagte Seehofer: “Ich kann nicht die Aussage des Jahres 2007 mit der des Jahres 2012 vergleichen.“

Erstmals gab Seehofer als Ziel aus, die CSU nicht allzu stark werden zu lassen, um die Motivation der Partei für den Wahlkampf nicht zu gefährden: “Dass man stark ist, aber nicht so stark, dass im eigenen Lager die Motivation nachlässt. Das war immer mein Ziel. Es muss noch ein Motivationsschub möglich sein.“

Seehofers Facebook-Party in Bildern

Seehofers Facebook-Party in Bildern

Sein Ziel in Bayern sei auch nicht eine Koalition mit den Freien Wählern, sondern die Fortsetzung des derzeitigen Bündnisses. “Meine politische Zielsetzung ist ganz anders, wie sie wissen und die heißt FDP. Ich sehe die FDP in Bayern deutlich stärker als die Umfrage ausdrückt.“ In der jüngsten Umfrage am Wochenende lag die CSU bei 44 Prozent, nur wenig besser als bei der Landtagswahl 2008. Die FDP lag bei drei Prozent.

Als Grund für sein Abrücken von der Wiedereroberung der absoluten Mehrheit nannte Seehofer den Einzug der Freien Wähler in den Landtag 2008. “Es wäre eigenartig, wenn eine neue politische Kraft im Parlament vertreten ist, und es hätte sich in Bayern nichts verändert.“ Als Kronzeugen zitierte Seehofer den früheren Parteichef Edmund Stoiber. Der hatte immer vor dem Verlust des “Mythos“ der CSU gewarnt, wenn die Partei einmal die absolute Mehrheit abgeben sollte. “Ich kann mich an viele Gespräche mit Edmund Stoiber erinnern, wenn das passiert, dann sind diese Zeiten (der absoluten Mehrheit) vorbei“, sagte Seehofer.

dpa

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