CSU-Chef in ZDF-Sendung

Horst Seehofer: "Zaun um Bayern wird es mit mir nicht geben"

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Horst Seehofer

Ismaning - Wenn die Flüchtlingskrise in drei Jahren nicht bewältigt ist, hat die Union keine Chance mehr. Das sagt CSU-Chef Seehofer im ZDF und bekräftigt seine Forderungen nach Transitzonen.

Der Umgang mit der Flüchtlingskrise wird nach Ansicht von CSU-Chef Horst Seehofer auch entscheidend für den Ausgang von Wahlen sein. „Wenn wir das Problem in dieser Zeit nicht lösen sollten, dann hätte die Union von vornherein keine Mehrheitschance in Deutschland“, sagte er am Freitag bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Seehofer?“ in Ismaning bei München. „Das wäre ja schrecklich“ sagte er auf die Frage, ob er sich angesichts der großen Aufgabe überlegt, doch über 2018 hinaus im Amt zu bleiben. Schrecklich, weil das heiße, dass die Probleme dann in drei Jahren noch immer nicht gelöst seien, erläuterte er.

Seehofer bekräftigte in der Sendung seine Forderungen nach einer Begrenzung der Flüchtlingszahlen. „Ich glaube, dass es ohne Zuwanderungsbegrenzung in Deutschland und Europa nicht geht“, sagte Seehofer. Er befürchte andernfalls „einen Kollaps“. Bislang sei es gut gelungen, 300.000 oder auch 400.000 Zuwanderer im Jahr in Deutschland zu integrieren. Auf eine konkrete Obergrenze wollte er sich aber nicht festlegen. „Das muss man besprechen und verhandeln.“

Seehofer sprach sich erneut dafür aus, andere Staaten „mit viel Druck“ stärker in die Pflicht zu nehmen. „Es sollten sich auch mal andere Länder an der Aufnahme beteiligen. Frankreich nimmt so viele Flüchtlinge auf wie ein Landkreis in Bayern.“

Horst Seehofer: "Bin ein strikter Gegner, dass wir Bayern einzäunen"

Der CSU-Chef verteidigte die umstrittenen Transitzonen - „eine Transitzone ist auch keine Haftanstalt“ - und lehnte einen Grenzzaun erneut entschieden ab: „Ich bin ein strikter Gegner, dass wir Bayern einzäunen. Das wird es mit mir nicht geben.“

Gleichzeitig wehrte er sich gegen Populismus-Vorwürfe in der Flüchtlingsdebatte: „Ich lass mich nicht in die Ecke drängen“, sagte er und betonte, er gehe nicht auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Ich kämpfe nicht gegen die Bundeskanzlerin, ich kämpfe für eine Lösung“, sagte Seehofer. „Ich hab' von meiner Seite zu ihr ein Grundvertrauen - aber in dem Punkt der Zuwanderungspolitik sind wir noch nicht beieinander.“

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