Hüther: "Europa muss Zypern nicht retten"

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Michael Hüther

München - Die Ablehnung des EU-Rettungspakets durch das zypriotische Parlament ist für Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, kein Grund zur Panik.

Nach der Ablehnung des EU-Rettungspakets durch das zypriotische Parlament fordert Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, in einem Interview mit dem Münchner Merkur (Donnerstags-Ausgabe) eine konsequente Haltung der EU-Staaten. Einen Staatsbankrott der Mittelmeerinsel hält der Ökonom für beherrschbar: "Ich sage: Man muss Zypern aus zwei Gründen nicht retten: Erstens ist es ein Fall „sui generis“, also ein Sonderfall, und zweitens: Wir haben in Europa in den letzten drei Jahren neue Regeln und Institutionen geschaffen, und die Defizitländer haben ihren Sanierungsweg beschritten. Wir haben also eine andere Situation als vor drei Jahren."

Für die Proteste in Zypern hat Hüther nur begrenzt Verständnis: "Manches an der Debatte empfinde ich als sehr künstlich. Natürlich ist es kein selbstverständlicher Vorgang, die Einlagen der Sparer mitheranzuziehen. Aber die Alternative ist die Insolvenz der Banken. Dann haben die Sparer gar nichts mehr. Insofern sind 6,75 Prozent Verlust nicht sonderlich viel", so Hüther.

Eine Einbindung Russlands in die Zypern-Rettung hält Hüther für begrüßenswert: " Warum soll der europäische Steuerzahler den Schutz der russischen Einlagen finanzieren? Man hätte Russland sogar vielmehr von vorneherein in die Krisenbewältigung miteinbinden sollen. Es scheint ja auch im Interesse des russischen Staates zu sein, über die in Zypern eingelagerten Vermögen Bescheid zu wissen", so der Professor.

mm

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