Zwei Bundesländer preschen voran

Initiative gegen Mikroplastik - wo uns Großbritannien, Italien und Schweden voraus sind

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Plastikstrohhalm.

Das EU-Parlament beschließt ein Plastik-Verbot: Damit will die EU den Gebrauch von Wegwerfprodukten eindämmen. Diese Produkte sollen verschwinden.

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  • Das EU-Parlament hat am Mittwoch für ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik gestimmt.
  • Verbannt werden sollen Gegenstände, für es laut EU-Kommission Alternativen gibt. (Plastik-Trinkhalme, Plastik-Besteck und -Teller).
  • Das Plastik-Verbot soll 2021 in Kraft treten.

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Update vom 5. Februar 2019, 16.10 Uhr:

Thüringen will gemeinsam mit Hamburg im Bundesrat eine Initiative gegen Mikroplastik starten. Das kündigte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Dienstag in Erfurt an. Ziel sei unter anderem ein rasches Aus für Kunststoffpartikel in Kosmetik. Diese seien offenbar nicht notwendig, wie Länder wie Großbritannien, Italien und Schweden bereits vorgemacht hätten. Auch Deutschland müsse bei den Herstellern von Kosmetika darauf hinwirken, dass diese auf den Einsatz von Mikroplastik verzichteten. Sollte dies nicht ausreichen, müssten Kunststoffpartikel in kosmetischen Produkten auf europäischer Ebene verboten werden.

Zugleich drängt der Antrag von Thüringen und Hamburg laut Ministerium auf mehr Schutz von Böden und Gewässern. Dies gelte auch bei anderen Ursachen von Mikroplastik. Eine Verminderung der Teilchen aus dem Abrieb von Reifen, Textilien und anderen Kunststoffartikeln wäre technisch machbar, hieß es. So könnten beispielsweise Abwässer von Straßen und Wegen vorbehandelt werden, bevor sie versickern.

EU beschließt Plastik-Verbot - Es betrifft jeden von uns

15.32 Uhr: Die Grünen fordern nach der Zustimmung des EU-Parlaments zu einem Verbot vieler Wegwerfprodukte aus Plastik weitere Schritte. Die europäischen Pläne könnten nur der Anfang sein, sagte Parteichef Robert Habeck der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: „Um den Verbrauch von Plastik zu reduzieren, brauchen wir eine radikale Kursänderung.“ Ab 2030 sollten alle in der EU in den Verkehr gebrachten Kunststoffprodukte wiederverwendbar oder komplett abbaubar sein oder kosteneffizient recycelt werden können, forderte Habeck. Dazu brauche man eine Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte und ein Mikroplastik-Verbot für Kosmetik.

EU beschließt Plastik-Verbot: Diese Produkte sollen 2021 verschwinden

Cocktails trinken mit Plastikstrohhalm? Picknicken mit Plastikbesteck? Das dürfte bald der Vergangenheit angehören - denn die EU will zum Schutz von Umwelt und Meerestieren bestimmte Kunststoffprodukte verbieten. 

So sollen Plastikteller, dünne Plastiktüten, Strohhalme und andere Kunststoff-Wegwerfprodukte nach dem Willen des Europaparlaments verboten werden. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg am Mittwoch mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Richtlinienentwurf. Darin fordern die Parlamentarier außerdem, dass die Mitgliedstaaten den Verbrauch bestimmter anderer Einweg-Produkte wie Plastikbecher bis 2025 um ein Viertel senken müssen - etwa über Preiserhöhungen oder Werbung für Alternativen.

Nachdem nun das Parlament eine gemeinsame Linie gefunden hat, muss ein Kompromiss mit den Mitgliedstaaten gefunden werden. Wird, wie geplant, eine Einigung im kommenden Jahr erzielt, müssten die Staaten die neuen Regeln bis 2021 umsetzen. Die EU-Kommission hatte im Mai einen Vorschlag zur Eindämmung von Plastikmüll vorgelegt. Die EU-Abgeordneten verschärften diese Ideen nun zum Teil - etwa mit den verbindlichen Reduktionszielen und mit einer längeren Liste von verbotenen Plastikprodukten.

Ziel des EU-Vorstoßes ist es, die Plastikmassen in den Meeren einzudämmen. Laut EU-Parlament macht Plastik weltweit drei Viertel des Mülls in den Ozeanen aus. In der EU stellen demnach weggeschmissene Einwegprodukte aus Kunststoff etwa die Hälfte des an den Stränden gefundenen Mülls.

Plastik-Verbot der EU: Diese Produkte sollen verschwinden

Nach der Vorstellung des EU-Parlaments sollen künftig EU-weit neun verschiedene Einwegprodukte aus Plastik verboten werden:

  • Trinkhalme
  • Besteck
  • Teller
  • Luftballonstäbe
  • Rührstäbchen für den Kaffee
  • dünne Plastiktüten
  • Wattestäbchen
  • Getränkeverpackungen aus erweitertem Polystyrol
  • so genanntes „oxo-abbaubares Plastik“ – ein Material mit Metallbeimischung

Video: EU beschließt Plastik-Verbot: So gefährlich ist Mikroplastik

Ein Überblick: Wie viel Plastikmüll wird momentan produziert, wie viel davon recycelt?

Zahlen der EU-Kommission zufolge fallen in Europa jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Mit 37,4 Kilo pro Einwohner produziert Deutschland davon deutlich mehr als der EU-Durchschnitt (31,1 Kilo pro Einwohner). EU-weit wird weniger als ein Drittel des entsorgten Plastiks derzeit recycelt.

Plastikstrohhalm.

Was passiert mit dem restlichen Plastikmüll?

Der übrige Plastikmüll wird verbrannt oder eingelagert. Bislang exportieren die Mitgliedstaaten rund die Hälfte des eingesammelten und sortierten Plastikmülls ins Ausland, 85 Prozent davon nach China. Die Volksrepublik hat den Import von Plastikmüll mittlerweile jedoch fast vollständig eingestellt. Die EU bleibt auf einem Großteil ihres Abfalls sitzen.

Nicht ordnungsgemäß entsorgter Plastikmüll landet zum Großteil im Meer. Einer Studie des US-Wissenschaftsmagazins "Science" zufolge sind das jährlich rund acht Millionen Tonnen. Laut EU-Kommission bestehen 85 Prozent des Mülls in den Meeren aus Plastik. Die Hälfte davon sind demnach Einwegprodukte, ein Viertel stammt von Fischern. Experten befürchten, dass es 2050 mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben könnte.

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