Interview mit Papst-Biograph Kissler

Sind die Deutschen an Benedikt gescheitert?

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Die weltweit erste Geschichte und Analyse des Pontifikats von Benedikt XVI. erscheint am 14. März im Münchner Pattloch-Verlag. Der Journalist Alexander Kissler hat das Buch mit dem provokanten Titel "Papst im Widerspruch. Benedikt XVI. und seine Kirche 2005 - 2013" verfasst. 

München - Gab es zwischen den Deutschen und Benedikt XVI. jemals wirkliche Sympathie? Hat der Papst im Missbrauchsskandal hart genug durchgegriffen? Darüber sprachen wir mit dem Papst-Biographen Alexander Kissler. 

Die weltweit erste Geschichte und Analyse des Pontifikats von Benedikt XVI. erscheint am 14. März im Münchner Pattloch-Verlag. Der Journalist Alexander Kissler hat das Buch mit dem provokanten Titel "Papst im Widerspruch. Benedikt XVI. und seine Kirche 2005 - 2013" verfasst. Von Kissler stammt bereits ein vielbeachtetes Buch über den "deutschen Papst und seine schwierige Heimat". Später folgte unter anderem "Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam." Seit Jahresanfang leitet Kissler, der zuvor für FAZ, SZ und den "Focus" schrieb, das Kulturressort beim Monatsmagazin "Cicero."

Herr Kissler, wurden die Deutschen mit Benedikt XVI. jemals wirklich warm?

Generelle Aussagen über „die Deutschen“ halte ich für schwierig. Dennoch muss man festhalten: Der „antirömische Affekt“, also die Papstkritik – oder sogar: der Papsthass – hat in Deutschland eine lange Tradition. Das hat sich in den acht Jahren, die Benedikt im Amt war, nicht geändert.

Woher kommt diese Abneigung?

Viele Deutsche tun sich schwer damit, dass es eine Instanz wie die katholische Kirche gibt, die viel älter ist als die Bundesrepublik und die im Gegensatz zur Bundesrepublik auch weltweit angelegt ist. Viele tun sich auch schwer damit, wenn der Papst andere Maßstäbe an aktuelle Debatten anlegt, als die Mehrheitsmeinung und den Zeitgeist. Insofern hat der antirömische Affekt bei uns viele Anhänger – sogar in kirchlichen Kreisen, manchmal bis hinauf zu Bischofsstühlen.

Diese Männer könnten Papst werden

Mögliche Papst-Nachfolger
Wer wird der nächste Papst? Längst gibt es Spekulationen über mögliche Nachfolger von Benedikt XVI. © dpa
Marc Ouellet
Marc Ouellet (68): Der Kanadier und päpstliche Delegat gilt als Favorit bei den Buchmachern. Seine Chancen stehen laut Vatikan-Insidern nicht schlecht, denn er hat sich in Rom profiliert. Sein Problem ist allerdings die geringe Lobby der Katholiken in Nordamerika. © dpa
Tarcisio Bertone
Tarcisio Bertone (78): Der Kardinalstaatssekretär ist Italiener und kennt den Vatikan gut. Bertone war eine Art Regierungschef unter Benedikt, er gilt aber als umstritten und kann keine Fremdsprache. Gegen ihn spricht auch eine ­vatikanischen Redewendung, nach der kein Kandidat zu sehr im Vordergrund stehen sollte. Denn: Wer als Papst in die Wahl gehe, der komme als Kardinal wieder heraus. © dpa
Angelo Scola
Angelo Scola (71): Auch der Mailänder Erzbischof gehört zu den italienischen Kandidaten. Er wurde auch schon als Nachfolger von Johannes Paul II. gehandelt. © dpa
Peter Turkson
Peter Turkson (65): Er könne sich gut vorstellen, dass erstmals ein Afrikaner Papst werde, sagte Benedikt einmal. Glaubt man den Wettanbietern, ist diese Lösung wahrscheinlich: Afrikanische Kardinäle liegen bei den Buchmachern hoch im Kurs. Ganz vorne unter den Kandidaten: der ghanaische Kardinal Peter Turkson. Er ist Präsident des Päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit. © dpa
Francis Arinze
Francis Arinze (81): Auch der erfahrene Kurienkardinal Francis Arinze aus Nigeria wird bei Wettanbietern hoch gehandelt. © dpa
Joao Braz de Aviz
Joao Braz de Aviz (65): 2011 ernannte ihn Benedikt zum Präfekt der Ordenskongragation. Der Brasilianer ist Kurienkardinal. © AP
Odilo Pedro Scherer
Odilo Pedro Scherer (64): Der Kardinal von Sao Paulo mit deutschen Vorfahren zählt auch zum Favoritenkreis. Er vertritt die lateinamerikanische Kirche – häufig war zu hören, aus ihren Kreisen solle der neue Pontifex stammen. © dpa
Luis Antonio Tagle
Luis Antonio Tagle (55): Der Philippine ist Erzbischof von Manila und wurde erst im November 2012 zum Kardinal ernannt – trotzdem hat er keine schlechten Chancen. In der Philippinischen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Kommission für die Glaubenslehre. © dpa
Jorge Mario Bergoglio
Jorge Mario Bergoglio (76): Geheimen Aufzeichnungen zufolge stimmten bereits in der Konklave 2005 etwa 40 Kardinäle für den Brasilianer. © dpa
Leonardo Sandri
Leonardo Sandri (69): Auch der argentinische Kurienkardinal gilt als recht aussichtsreicher Kandidat. © dpa

Auch aus Kirchenkreisen hört man derzeit wieder viele Empfehlungen, was sich im Katholizismus ändern müsse: Zölibat abschaffen, Frauenordination und Kondome zulassen bis hin zur Ehe von Homosexuellen. Kann und muss die Weltkirche am deutschen Wesen genesen?

Weltweit machen die deutschen Katholiken gerade einmal zwei Prozent aller Katholiken aus. Und es ist eine Gemeinschaft, die eher schrumpft als wächst. Es hat mir noch nie eingeleuchtet, woher unsere Papstkritiker ihr Selbstbewusstsein nehmen, der katholischen Kirche ausgerechnet jene Rezepte zu empfehlen, die sich in anderen Kirchen bereits als untauglich erwiesen haben.

Können Sie das belegen?

Bei den Protestanten wurden die von Ihnen genannten Forderungen doch schon verwirklicht. Trotzdem ist die Zahl der evangelischen Christen in Deutschland während der Amtszeit von Benedikt XVI. mit minus sieben Prozent deutlich schneller gesunken als die Zahl der Katholiken mit minus 5,4 Prozent. Weltweit ist die römisch-katholische Kirche während seines Pontifikats sogar um über 100 Millionen gewachsen. Eine beachtliche Bilanz!

Beckenbauer, Riesch und andere Promis über den Papst

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU - l) und der Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, präsentieren in München Gänsweins Buch "Benedikt XVI. - Prominente über den Papst". In dem Buch sprechen anlässlich des 85. Geburtstages des Papstes prominente Vertreter aus Kirche, Politik, Sport und Wirtschaft über ihre persönlichen Begegnungen und über sein Wirken in Kirche und Welt. © dpa
Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer traf Papst Benedikt vor der Fußball-WM 2006 bei einer Audienz auf dem Petersplatz – und war überrascht, dass der Heilige Vater von sich aus begann, über Fußball zu sprechen. © dpa
Die Ruhe, Würde und die Herzlichkeit von Benedikt haben Beckenbauer tief beeindruckt. „Ich habe schon viele große Persönlichkeiten getroffen, aber diese Begegnung war einer der bewegendsten Momente in meinem Leben, den ich nie vergessen werde.“ © dpa
Diese Begegnung habe sein Leben verändert: „Ich gehe seitdem wieder häufiger in die Kirche.“ © dpa
Im Gespräch mit Beckenbauer sprach der Papst auch über die Chancen der deutschen Mannschaft bei der damals anstehenden WM 2006: "Er meinte, sie sei im Moment doch sehr gut. Das sah ich damals nicht ganz so. Deshalb entgegnete ich ihm, sie sei zumindest auf dem Weg, eine gute Mannschaft zu werden. Darauf lächelte er milde." © dpa
Eine herrliche Anekdote erzählt der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber über den Papst. Für dessen Besuch im Jahr 2006 sei ursprünglich ein Termin während des Oktoberfestes vorgesehen gewesen. Das Münchner Ordinariat, so Stoiber, hätte zwar versucht, den Vatikan auf diese „Überschneidung“ hinzuweisen, sei damit aber nicht bis zum Heiligen Vater durchgedrungen. © dpa
Erst nach einer Intervention Stoibers wurde Benedikt XVI. schließlich doch noch persönlich über das Dilemma unterrichtet. Stoiber: „Die Reise wurde verlegt. Papst Bendikt XVI. hat selbst dafür gesorgt.“ © dpa
Der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef schätzt vor allem das persönliche Gespräch mit dem Kirchenoberhaupt: “Gerade dem Politiker kann theologische “Nachhilfe“ von höchster Stelle gelegentlich nicht schaden.“ © dpa
Über den humorvollen Papst berichtet Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising. „Ja es stimmt: Der Papst lacht gern.“ Allerdings habe Benedikt XVI. einen ganz besonderen Humor. Er sei feinsinnig, manchmal hintergründig und von einer gewissen liebenswürdigen Distanz geprägt – aber immer den Menschen zugewandt. © dpa
Marx nennt diesen Humor „theologisch“, weil er das Schwere und Angestrengte leichter werden lasse, „weil die Wirklichkeiten dieser Welt ja nicht das letzte Wort haben“. Allerdings räumt der Kardinal ein, dass diese Interpretation vielleicht ein wenig gewagt sei. © dpa
Politik-Urgestein Peter Gauweiler schildert gleich mehrere Begegnung mit dem Papst. Unter anderem berichtet er über dessen Rede im Deutschen Bundestag: © dpa
legte sich um das Reichstagsgebäude eine Atmosphäre erwartungsvoller Stille, wie ich sie an diesem Ausnahmeort der deutschen Politik noch nie erlebt habe. Es war fast ein bisschen wie zu Hause, als wir Kinder waren, beim Warten aufs Christkind.“ © dpa
Gauweilers Fazit: „Ich bin ein lutherischer Benedikt-Anhänger. Er ist der oberste Bischof der Christenheit. Meine bevorzugten Kirchenväter heißen Joseph Ratzinger und Martin Luther.“ © dpa
Die Skirennläuferin Maria Höfl- Riesch erzählt, wie wichtig der Glaube an Gott als ihr Wegbegleiter war und ist. „Seit Joseph Ratzinger Papst ist“, schreibt sie, „beschäftige ich mich bewusster mit meinem Glauben © dpa
"Seine Wahl (…) war für mich Anlass, mich selbst zu hinterfragen, wo ich eigentlich stehe und was mir wichtig ist im Leben.“ © dpa
Die Sportlerin gehe aus termingründen nicht mehr regelmäßig in die Kirche, trotzdem sei ihr der Glaube immer noch sehr wichtig. „Ich finde, zum Beten braucht man nicht unbedingt eine Kirche (…), beten kann man überall, zu jeder Zeit. Manchmal bete ich noch kurz vor dem Start, im Stillen, nur für mich.“ © dpa
Der Unternehmer Claus Hipp schreibt über den papst: "Das ist das, was mich bei den Äußerungen Papst Benedikts XVI. immer wieder von Neuem begeistert: dass er bescheiden und mit einfachen Worten uns den Glauben näherbringt – ohne Argumente oder theoretische Abhandlungen, die in einer wahrscheinlich abgehobenen Sprache sowieso nur Wissenschaftlern verständlich wären." © dpa
Hipp weiter über Benedikt XVI.: "Er tritt bescheiden auf, ohne mit seinem Wissen beeindrucken zu wollen. Er tritt aber fest auf, sodass er mit seiner Erkenntnis überzeugt. Aus der eigenen Sicherheit kommt die Stärke, sein Wissen bei anderen auf fruchtbaren Boden fallen lassen zu können." © dpa
Hipps Fazit über den Papst: "Die Ausstrahlung, die dieser Mann hat, diese innere Ruhe und Würde und seine Herzlichkeit – das hat mich stark beeindruckt." © dpa
Wolfgang Schäuble ist froh, dass der Papst die Diskussion über Gott wieder mehr in der öffentlichen Diskussion etabliert hat. © dpa
Schäuble: "Denn es ist dieser Glaube, durch den sich das eigene Leben auf eine Instanz bezieht, die größer ist, als man selbst, auf eine Instanz, die wir uns nicht selbst zurechtmachen und vor der wir deshalb unser Tun und Lassen verantworten müssen."  © dpa
Georg Gänswein (Herausgeber): "Benedikt XVI. – Prominente über den Papst", Media Maria Verlag, 19,95 Euro. © dpa

Was empfehlen Sie den deutschen Kirchenkritikern?

Gottlob haben wir ja in Deutschland Religionsfreiheit. Da hat doch jeder die Möglichkeit, in eine Religionsgemeinschaft einzutreten, in der diejenigen Forderungen schon verwirklicht sind, die mir wichtig sind. Und das meine ich jetzt gar nicht zynisch. Ist es nicht erstaunlich, dass etwa die reformierte Kirche der Schweiz fast keinen Nachwuchs mehr hat und hierzulande die Altkatholiken auch nicht gerade einen Ansturm erleben?

Was sieht denn Ihr Idealbild einer starken Kirche aus?

Eine Glaubensgemeinschaft ist dann gesund, wenn sie in sich stimmig ist. Heißt konkret: Wenn sie das, was sie predigt, auch lebt. Wenn sie das, was sie verkündet, auch glaubt. Und wenn sie in den Bedrängnissen des Alltags den Menschen Trost und Hoffnung geben kann. Vielleicht wäre eine zahlenmäßig kleinere Kirche eine spirituell gesündere. Bei uns boomen zwar die Verwaltungsstrukturen und die Kirchensteuereinnahmen – aber das Glaubenswissen kollabiert. Wenn diese Entwicklung in Deutschland so weiter geht, haben wir irgendwann nur noch hauptamtliche Kirchenvertreter, aber keine Gläubigen mehr. Benedikt kritisierte in Freiburg durchaus zurecht "kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen".

Schätzten andere Kontinente und Länder den deutschen Papst mehr als die eigenen Landsleute?

Ja, das muss man sagen. Großer Respekt für das Pontifikat Benedikts XVI. kommt aus zahlreichen afrikanischen Ländern. Viel Lob hören wir auch aus Polen oder aus den Vereinigten Staaten, wo der Katholizismus boomt. Der deutschsprachige Raum tut sich besonders schwer mit dem Heiligen Vater. 

Sind die Deutschen an Benedikt gescheitert? Oder Benedikt an den Deutschen?

Von Scheitern möchte ich nicht sprechen. Aber man muss beim Theologen-Papst Benedikt schon eine Lust am Denken mitbringen. Diese Lust haben viele leider nicht. Wir haben in Deutschland zudem an vielen Stellen eine Zeitgeist-Kirche, die auf den Säulen Umweltschutz, Sozialpartnerschaft und Gleichberechtigung ruht. Alles ehrenwerte Ziele. Aber der Papst ist nicht der Chef eines Sozialunternehmens oder ein Vermögensverwalter, sondern ein geistlicher Hirte. Er gilt als Stellvertreter Christi auf Erden. Aufgabe der Kirche ist es, so hat es Benedikt XVI. etwa 2011 in der Ostermesse betont, den Menschen in Berührung mit Gott und so mit dem Ursprung aller Dinge zu bringen. Diese Botschaft ist bei uns leider hie und da versandet. Gleiches gilt von Benedikts ernster Mahnung, dass es "ohne Heilung des Menschen von innen her kein Heil für die Menschheit geben kann".

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

Papst Benedikt XVI. spricht an Bord des Alitalia-Fluges nach Deutschland. © dpa
Herzlich Willkommen, Heiliger Vater! Der Papst ist in Deutschland angekommen. © AP
Ganz schön windig auf dem Flughafen Berlin-Tegel: Papst Benedikt XVI. mit Kanzlerin Angela Merkel uns Bundespräsident Christian Wulff. © dpa
Eurofighter, die den Papst-Flieger begelitet haben ziehen über Berlin. © dpa
Papst Benedikt XVi. begrüßt Gläubige am Flughafen Berlin-Tegel. © dpa
Papst Benedikt XVi. begrüßt zwei Kinder am Flughafen Berlin-Tegel. © dpa
Papst Benedikt XVI. vor Schloss Bellevue mit Bundespräsident Christian Wulff und dessen Frau Bettina. © dpa
Welch ein Unterschied: Links die roten Schuhe des Papstes. Rechts die schwarzen Pumps von Bettina Wulff. In der Mitte die schwarzen Schuhe des Bundespräsidenten. © dpa
Der Papst freut sich über die Begrüßung in Schloss Bellevue.  © dpa
Papst Benedikt XVI. trägt sich in Schloss Bellevue ins Gästebuch von Bundespräsident Christian Wulff (links) ein. © dpa
Papst Benedikt XVI. mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und deren Mann, Professor Joachim Sauer am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. © dpa
Papst Benedikt XVI. im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. © dpa
Papst Benedikt XVI. spricht im Bundestag in Berlin. © dpa
Papst Benedikt XVI. spricht im Bundestag in Berlin. © dpa
Papst Benedikt XVI. spricht im Bundestag in Berlin. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Eindrücke von der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion. © dpa
Das Flugzeug mit Papst Benedikt XVI. über dem Dom in Erfurt. © dpa
Papst Benedikt XVI. wird am Flughafen in Erfurt von den beiden Blumenkindern Rebekka (5) und Adrian (5) begrüßt. Rechts: Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). © dpa
Papst Benedikt XVI. (M.) begrüßt am Freitag in Erfurt am Augustinerkloster den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. © dpa
Papst Benedikt XVI. (r.) mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider beim ökumenischen Wortgottesdienst in der Erfurter Augustinerkirche. © dpa
Papst Benedikt XVI. (r.) mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider beim ökumenischen Wortgottesdienst in der Erfurter Augustinerkirche. © dpa
Von links Bundespräsident Christian Wulff, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Papst Benedikt XVI. und Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.  © dpa
Bilder von der Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. vor 90.000 Gläubigen auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen). © dpa
Bilder von der Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. vor 90.000 Gläubigen auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen). © dpa
Bilder von der Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. vor 90.000 Gläubigen auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen). © dpa
Bilder von der Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. vor 90.000 Gläubigen auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen). © dpa
Bilder von der Marienvesper mit Papst Benedikt XVI. vor 90.000 Gläubigen auf dem Eichsfeld in Etzelsbach (Thüringen). © dpa
 © dpa
Papst Benedikt XVI. wird am Samstagmittag auf dem Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) von Ministerpräsident Winfrie Kretschmann (Grüne) begrüßt. © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Rund 20.000 Menschen haben Papst Benedikt XVI. in Freiburg begrüßt. Benedikt fuhr mit dem Papamobil durch die Innenstadt und betete im Freiburger Münster das Angelusgebet (“Engel des Herrn“). © dpa
Papst Benedikt XVI. trifft Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im Freiburger Priesterseminar. © dpa
Papst Benedikt XVI. trifft Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im Freiburger Priesterseminar. © dpa
Mit fast 100.000 Menschen feiert Papst Benedikt XVI. ein Abendgebet in Freiburg. © dpa
Mit fast 100.000 Menschen feiert Papst Benedikt XVI. ein Abendgebet in Freiburg. © dpa
Mit fast 100.000 Menschen feiert Papst Benedikt XVI. ein Abendgebet in Freiburg. © dpa
Mit fast 100.000 Menschen feiert Papst Benedikt XVI. ein Abendgebet in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Am Sonntagmorgen feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Mese mit 100.000 Menschen in Freiburg. © dpa
Papst Benedikt XVI. (2.v.l.) wird am Sonntag von den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und dem Päpstlichen Gefolge im Priesterseminar in Freiburg zu einem gemeinsamen Mittagessen begrüßt. © dpa
Papst Benedikt XVI. bei seiner Rede am Sonntag im Freiburger Konzerthaus. © dpa
Papst Benedikt XVI. bei seiner Rede am Sonntag im Freiburger Konzerthaus. © dpa
Papst Benedikt XVI. bei seiner Rede am Sonntag im Freiburger Konzerthaus. © dpa
Papst Benedikt XVI. bei seiner Rede am Sonntag im Freiburger Konzerthaus. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa
Auf Wiedersehen, Heiliger Vater! Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagabend vom Flughafen Lahr (Baden-Württemberg) aus nach Rom zurückgeflogen. © dpa

In Deutschland wird mit dem Pontifikat Benedikts XVI. auch der Missbrauchsskandal verbunden blieben. Hat der Papst hart genug durchgegriffen?

Benedikt XVI. hat schon als Präfekt der Glaubenskonkgregation – und sogar in Auseinandersetzung mit Johannes Paul II. - auf eine rückhaltlose Aufklärung der Missbrauchsfälle gedrängt. Schon damals wurden die kirchenrechtlichen Bestimmungen verschärft. Als Papst hat er die Missbrauchsfälle früh zur Chefsache gemacht. So lässt sein Brief an die Kirche Irlands, die ebenfalls von einem Missbrauchsskandal erschüttert wurde, nicht den Hauch eines Zweifels, dass er sowohl die weltliche als auch die kirchliche Justiz in der Pflicht sieht, solche Fälle aufzuklären.

Was schrieb er darin?

Benedikt hat klargestellt: Es darf nie wieder das Ansehen der Kirche höher eingeschätzt werden als die Aufklärung der Straftaten. Den kriminellen Priestern stellte er die Rechtfertigung „vor dem allmächtigen Gott und vor den zuständigen Gerichten“ in Aussicht. „Schande und Unehre“ hätten sie auf ihre Mitbrüder gebracht und die „Achtung der Menschen Irlands verspielt“. 

Reicht diese Botschaft auch bis in die hintersten Winkel der Kirche hinein?

Leider gab es bis zuletzt auch Strukturen der Sünde in der Kirche, in die Benedikts energischer Aufruf und das Drohen mit dem weltlichen und kirchlichen Recht nicht durchgedrungen sind. Insofern kann ich nicht ausschließen, dass auch heute noch irgendwo in der Weltkirche Missbrauch vertuscht und weggeschaut wird. Von Beginn seines Pontifikats an hat Benedikt aber klar gestellt: Wer meint, der Kirche durch Täterschutz zu dienen, der hat das Oberhaupt der Kirche, den Papst, gegen sich.

Ist es nach dem Pontifikat Benedikts XVI. in der katholischen Kirche schwieriger geworden, Missbrauchsfälle zu vertuschen?

Defintiv!

"Fragen an mich": Der Papst antwortet den Gläubigen

Fragen an mich © dapd
Frage eines deutschen Journalisten: Hat der Papst aus Bayern in Rom und rund um den Erdball auch ein bisschen Heimweh? © dapd
Papst Benedkit XVI. : „Ja, schon, denn ich meine, da bin ich eben aufgewachsen. 'Mein Herz schlägt bayrisch' – ist ein Buch herausgegeben worden.[...] © dapd
[...] Andererseite ist so viel Erinnerung in meiner Seele, dass ich in den Landschaften der Erinnerung immer herumwandern kann, mich gar nicht so weit weg fühle, zumal ich jeden Abend mit meinem Bruder telefonieren kann. Also so ganz arg weit entfernt fühle ich mich nicht.“ © dapd
Frage eines Kindes: „Lieber Papst Benedikt, hättest Du je gedacht, dass Du einmal Papst wirst?“ © dapd
Antwort: „Um die Wahrheit zu sagen, ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Papst werde. Denn, wie ich schon gesagt habe, war ich ein recht einfacher Junge in einem kleinen Dorf weit weg von den großen Zentren, in der vergessenen Provinz. Wir waren glücklich, auf dem Land zu sein, und dachten nicht an andere Dinge. [...] © dapd
[...] Natürlich haben wir den Papst – damals war es Pius XI. - gekannt, verehrt und geliebt. Aber für uns war er in unerreichbarer Höhe, fast in einer anderen Welt: er war für uns ein Vater, aber doch in einer Wirklichkeit, die uns alle weit überstieg. [...] © dapd
[...] Und ich muss sagen, noch heute fällt es mir schwer, zu verstehen, warum der Herr an mich denken konnte, warum er mich für dieses Amt bestimmt hat. Aber ich nehme es aus seinen Händen an, auch wenn es erstaunlich ist und weit über meine Kräfte zu gehen scheint. Aber der Herr hilft mir.“ © dapd
Frage eines Kindes: „ Bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion wurde mir gesagt, daß Jesus in der Erstkommunion in der Eucharistie gegenwärtig ist. Aber wie? Ich sehe ihn ja nicht!“ © dapd
„Ja, wir sehen ihn nicht, aber es gibt viele Dinge, die wir nicht sehen, die aber doch existieren und wesentlich sind. Wir sehen zum Beispiel unsere Vernunft nicht, und doch sind wir mit Vernunft begabt. [...] © dapd
[...] Wir sehen unseren Verstand nicht, und doch haben wir ihn. Wir sehen, mit einem Wort gesagt, unsere Seele nicht, und doch existiert sie, aber wir sehen die Wirkungen, denn wir können sprechen, denken, entscheiden usw. Wir sehen zum Beispiel auch den elektrischen Strom nicht, und doch sehen wir, daß es ihn gibt, denn wir sehen, wie dieses Mikrofon funktioniert; wir sehen die Lichter. [...] © dapd
[...] Mit einem Wort: Gerade die tiefsten Dinge, die wirklich das Leben und die Welt stützen, sehen wir nicht, aber wir können die Wirkungen sehen und fühlen. Die Elektrizität, den elektrischen Strom sehen wir nicht, aber wir sehen das Licht. Und so fort. [...] © dapd
[...] Und deshalb sehen wir auch den auferstandenen Herrn nicht mit unseren Augen, aber wir sehen, daß dort, wo Jesus ist, die Menschen sich ändern, daß sie sich bessern. Es entsteht eine größere Fähigkeit zu Frieden und Versöhnung usw. Wir sehen also nicht den Herrn selbst, aber wir sehen die Wirkungen. So können wir erkennen, daß Jesus gegenwärtig ist. [...] © dapd
[...] Gerade die unsichtbaren Dinge sind die tiefsten und wichtigsten, wie ich sagte. Also gehen wir diesem unsichtbaren, aber starken Herrn entgegen, denn er hilft uns, dasß unser Leben gelingt.“ © dapd
Frage eines Kindes: "Glaubst du, daß die verschiedenen Kulturen eines Tages im Namen Jesu zusammenleben können, ohne zu streiten?" © dapd
"Ich habe verstanden, daß ihr wissen wollt, wie es uns als Kindern gelungen ist, uns gegenseitig zu helfen. Dazu muß ich sagen, daß ich die Grundschuljahre in einem kleinen Ort mit 400 Einwohnern verbracht habe, weit weg von den großen Städten.  [...] © dapd
[...] Wir waren also ganz einfache Kinder, und in diesem Ort gab es einerseits sehr reiche Landwirte, und auch andere, die nicht so reich waren, aber doch über einen gewissen Wohlstand verfügten, und auf der anderen Seite arme Angestellte, Handwerker. Unsere Familie war kurz vor Beginn der Grundschulzeit aus einem anderen Dorf dort angekommen, deshalb waren wir ein bißchen fremd für sie, auch der Dialekt war anders. [...] © dapd
[...] In dieser Schule spiegelten sich also sehr verschiedene soziale Situationen wider. Trotzdem gab es unter uns eine sehr schöne Gemeinschaft. Sie haben mir ihren Dialekt beigebracht, den ich noch nicht kannte. Wir haben gut zusammengearbeitet, und ich muß sagen, daß wir manchmal natürlich auch gestritten haben. Aber anschließend haben wir uns versöhnt und haben vergessen, was geschehen war. [...] © dapd
[...] Das scheint mir wichtig zu sein. Manchmal scheint es im Leben unausweichlich zu sein, daß man miteinander streitet; aber wichtig bleibt dennoch die Kunst, sich zu versöhnen, die Vergebung zu suchen, neu anzufangen und keine Bitternis im Herzen zu behalten. [...] © dapd
[...] Dankbar erinnere ich mich daran, wiewir alle zusammengearbeitet haben: einer half dem anderen, und wir gingen zusammen unseren Weg. Wir waren alle katholisch, und das war natürlich eine große Hilfe. So haben wir gemeinsam die Bibel kennengelernt, angefangen von der Schöpfung bis zum Opfer Jesu am Kreuz und dann auch die Anfänge der Kirche. [...] © dapd
[...] Wir haben zusammen den Katechismus gelernt, wir haben zusammen beten gelernt, wir haben uns zusammen auf die erste Beichte vorbereitet, auf die erste heilige Kommunion: das war ein wunderbarer Tag. [...] © dapd
[...] Wir haben verstanden, daß Jesus selbst zu uns kommt und daß er kein weit entfernter Gott ist: er kommt in mein eigenes Leben, in meine Seele. Und wenn derselbe Jesus zu jedem von uns kommt, sind wir Brüder, Schwestern, Freunde und müssen uns auch so verhalten. [...] © dapd
[...] Für uns waren diese Vorbereitungen – sowohl auf die erste Beichte als Reinigung unseres Gewissens, unseres Lebens, und dann auch auf die erste heilige Kommunion als konkrete Begegnung mit Jesus, der zu mir kommt, der zu uns allen kommt – Faktoren, die dazu beigetragen haben, unsere Gemeinschaft zu formen. Sie haben uns geholfen, gemeinsam voranzugehen, zusammen zu lernen, uns zu versöhnen, wenn dies nötig war. [...] © dapd
[...] Wir haben auch kleine Theaterstücke aufgeführt: Es ist auch wichtig zusammenzuarbeiten, aufmerksam füreinander zu sein. Dann bin ich mit acht oder neun Jahren Meßdiener geworden. Damals gab es noch keine Meßdienerinnen, aber die Mädchen lasen besser als wir. Sie trugen also in der Messe die Lesungen vor, und wir waren Ministranten. [...] © dapd
[...] Zu jener Zeit gab es noch viele lateinische Texte, die man auswendiglernen mußte, so mußte sich jeder Mühe geben. Wie ich bereits gesagt habe, waren wir keine Heiligen. Wir haben uns auch gestritten, aber dennoch gab es eine schöne Gemeinschaft, wo die Unterschiede zwischen reich und arm, zwischen intelligent und weniger intelligent nicht zählten. [...] © dapd
[...] Es war Gemeinschaft mit Jesus auf dem gemeinsamen Glaubensweg und in gemeinsamer Verantwortung, beim Spielen und beim Arbeiten. Wir haben die Fähigkeit gefunden zusammenzuleben, Freunde zu sein und obwohl ich seit 1937, das heißt seit mehr als 70 Jahren, nicht mehr in diesem Dorf war, sind wir immer Freunde geblieben. [...] © dapd
[...] Wir haben also gelernt, einander anzunehmen, einer die Last des anderen zu tragen. Das scheint mir wichtig: Trotz unserer Schwächen nehmen wir einander an, und mit Jesus, mit der Kirche finden wir gemeinsam den Weg des Friedens und lernen, recht zu leben." © dapd
Frage eines Kindes (2011): „Ich heiße Elena, bin Japanerin und sieben Jahre alt. Ich habe große Angst, weil das Haus, in dem ich mich sicher gefühlt habe, ganz heftig gebebt hat und viele meiner Altersgenossen gestorben sind. Ich kann nicht auf den Spielplatz gehen. Ich frage: Warum muß ich solche Angst haben? Warum müssen die Kinder so traurig sein? Ich bitte den Papst, der mit Gott spricht, es mir zu erklären.“ © dapd
Antwort: „Liebe Elena, ich grüße dich von Herzen. Auch ich stelle mir dieselben Fragen: Warum ist es so? Warum müßt ihr so sehr leiden, während andere ein ruhiges Leben führen? [...] © dapd
[...] Wir haben keine Antworten darauf, aber wir wissen, daß Jesus wie ihr unschuldig gelitten hat, daß der wahre Gott, der sich in Jesus offenbart, euch beisteht. [..] © dapd
[..] Das finde ich sehr wichtig, auch wenn wir keine Antworten haben, wenn die Traurigkeit bleibt: Gott steht euch bei, und ihr könnt sicher sein, daß dies euch helfen wird. [..] © dapd
[...] Und eines Tages werden wir auch verstehen können, warum es so war. In diesem Augenblick scheint mir wichtig, daß ihr wisst: 'Gott liebt mich', auch wenn er mich scheinbar nicht kennt. Nein, er liebt mich, er steht mir bei, und ihr dürft sicher sein, daß in der Welt, im Universum, viele bei euch sind, an euch denken, für euch tun, was sie können, um euch zu helfen. [...] © dapd
[...] Und ihr dürft wissen: Eines Tages werde ich verstehen, daß dieses Leiden nicht nutzlos, nicht umsonst war, sondern daß dahinter einn guter Plan, ein Liebesplan steht. Es ist kein Zufall. Dur darfst Dir sicher sein, daß wir bei dir sind, bei allen japanischen Kindern, die leiden müssen. [...] © dapd
[...] Wir wollen euch mit dem Gebet und mit unseren Taten helfen. Und ihr dürft sicher sein, daß Gott euch hilft. Und in diesem Sinne beten wir gemeinsam, damit es für euch sobald wie möglich wieder Licht werde.“ © dapd

Trauen Sie sich eine Prognose zu, wer Benedikts Nachfolger auf dem Stuhl Petri wird?

(Lacht) Ich habe ja bereits nach dem Tod von Johannes Paul II. schrecklich versagt, als ich mutmaßte, dass sein Nachfolger wohl aus Indien kommen würde. Und dann wurde es Joseph Ratzinger aus Marktl am Inn. Dieses Mal halte ich mich mit Prognosen zurück.

Werden Sie Benedikt XVI. ein Exemplar Ihres Buches schicken?

Das habe ich natürlich vor. Ich bin ihm während seiner Zeit als Papst einige Male begegnet, also kennt er mich vielleicht noch. Ich hoffe jedenfalls, dass er in seinem neuen, ruhigeren Leben im Kloster die Zeit und die Muße findet, einmal hineinzuschauen.

Fragen: Franz Rohleder

Übrigens: Am Sonntag, 17. März, wird Alexander Kissler sein Buch ab 14.30 Uhr bei einer Domspatz-Matinée im Hansa-Haus (Brienner Straße 39) in München vorstellen. 

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