Wegen Waffenlieferung an Hisbollah

Bomben in Damaskus - Syrien droht Israel

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Ein israelischer Kampfjet F-15: Am Sonntagmorgen kam es in Syrien zu israelischen Luftangriffen.

Beirut - Israel will im Syrienkonflikt vor allem eines verhindern: Die Lieferung gefährlicher Waffen an die Hisbollah im Libanon. Nun sollen israelische Raketen in Syrien eingeschlagen sein.

Der Syrienkonflikt weitet sich gefährlich aus. Israelische Kampfflugzeuge griffen nach Medienberichten am Sonntag ein militärisches Entwicklungszentrum in der syrischen Hauptstadt Damaskus an. Ziel des Luftschlags soll eine Lieferung iranischer Raketen an die libanesische Hisbollah-Miliz gewesen sein. Die syrische Seite sprach von einer „Kriegserklärung“ und drohte mit Vergeltung. Israel rüstete sich für mögliche Gegenangriffe und verlegte Flugabwehrraketen an seine Nordgrenze.

Die syrische Regierung wertete die Luftschläge als ersten israelischen Angriff dieser Dimension seit Beginn der Krise in dem arabischen Land vor rund zwei Jahren. Syrien und Israel befinden sich offiziell im Kriegszustand. Allerdings war es unter dem Assad-Regime an der schwer bewachten Grenze jahrelang ruhig geblieben.

Raketen an Hisbollah geliefert?

Den Angaben zufolge trafen am frühen Morgen Raketen eine Forschungseinrichtung in Dschamraja im Nordosten der Hauptstadt und zwei weitere militärische Ziele in der Umgebung. Laut Radio Israel waren iranische Raketen des Typs Fateh-110 Ziel der Attacke. Sie sollten an die Hisbollah geliefert werden, hieß es. Diese Raketen haben eine Reichweite von etwa 300 Kilometern.

Das Armeezentrum war bereits bei einem Angriff Ende Januar das Ziel der israelischen Luftwaffe gewesen. Auch damals soll es um einen Konvoi mit Waffen an die Hisbollah gegangen sein. Augenzeugen in der Hauptstadt beschrieben die jüngsten Detonationen allerdings als besonders heftig. Der syrische Vize-Außenminister Faisal al-Makdad bezeichnete die Luftschläge als „Kriegserklärung“ Israels. Dem US-Nachrichtensender CNN sagte er, Syrien werde zu gegebener Zeit Vergeltung üben.

Das syrische Außenministerium schickte laut staatlicher Nachrichtenagentur Sana ein Schreiben an den UN-Sicherheitsrat und an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wenn Israel seine Angriffe fortsetze, werde das die Spannungen in der Region erhöhen, zitierte Sana aus dem Brief. Dies könne zu einem Krieg führen, der Frieden und Sicherheit in der Region wie auch auf der ganzen Welt bedrohe. Der UN-Sicherheit müsse nun seiner Verantwortung gerecht werden und die israelischen Angriffe stoppen.

Israel bringt Abwehrsystem in Stellung

Israel äußerte sich zunächst nicht dazu. Allerdings stationierte die Armee zwei Raketenabwehrsysteme im Norden des Landes. Eine Militärsprecherin sagte, zwei Batterien des Systems „Iron Dome“ (Eisenkuppel) seien in Position gebracht worden. Es handele sich um eine Routinemaßnahme, die nach „operativen Einschätzungen“ erfolgt sei.

Der Luftangriff vom Sonntag war nach Medienberichten schon der zweite Angriff Israels im Herzen Syriens binnen 48 Stunden. Ziel einer ersten israelischen Attacke am Samstag sei auch eine Ladung hochmoderner Raketen gewesen, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel. Von offizieller syrischer Seite wurde dieser Angriff allerdings nicht bestätigt. Syriens Führung sprach vielmehr von „psychologischer Kriegsführung“ in Vorbereitung auf eine tatsächliche Attacke.

Die Regierung in Jerusalem will verhindern, dass chemische Kampfstoffe und moderne Raketen in die Hände des Erzfeinds Hisbollah fallen. Zuletzt verschärfte Israel Warnungen an Damaskus, solche Waffenlieferungen würden als „rote Linie“ angesehen. Notfalls müsse die israelische Armee in Syrien eingreifen, um dies zu verhindern. Die Arabische Liga warnte Israel vor ernsten Konsequenzen. „Das ist ein ernster Verstoß gegen die Souveränität eines arabischen Landes“, sagte Generalsekretär Nabil al-Arabi. Die regionale Sicherheit und Stabilität werde dadurch massiv gefährdet.

dpa

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