Italien gibt Migranten Papiere zur Weiterreise

Ventimiglia/Rom - Die italienischen Behörden haben damit begonnen, tunesischen Migranten vorläufige Aufenthaltsgenehmigungen zur Weiterreise nach Frankreich auszustellen.

Zunächst sollten Hunderte in Ventimiglia an der Grenze zu Südfrankreich wartende Tunesier mit den Dokumenten ausgestattet werden, wie italienische Medien am Samstag berichteten. Nach dem Schengen-Abkommen zum offenen Grenzübergang könnten die Ausweise einen Übertritt möglich machen. Paris hatte jedoch deutlich gemacht, Tunesier nur einreisen lassen zu wollen, wenn diese einen Pass und genügend Bargeld hätten.

In Ventimiglia hatte sich tagsüber eine Schlange tunesischer Migranten vor der Ausgabestelle der Aufenthaltsgenehmigung gebildet. Die italienische Seite verlangte für die Vergabe dieses Dokuments keine Vorlage eines Reisepasses, wie die römische Tageszeitung “La Repubblica“ berichtete. Im dortigen Aufnahmezentrum hatten etwa 150 Tunesier die Nacht verbracht, 60 weitere auf dem Bahnhof. Es wird damit gerechnet, dass Italien täglich rund 100 Dokumente ausstellt.

Weil die meisten der mehr als 23 000 nach Italien geflohenen Tunesier weiter nach Frankreich wollen, Paris sie aber dort nicht haben will, hatte es einen Streit zwischen den beiden EU-Ländern gegeben. Regierungschef Silvio Berlusconi hatte darauf bestimmt, dass die Tunesier eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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