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Ivanka Trumps Rolle beim Sturm aufs Kapitol rückt in den Fokus

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Von: Daniel Dillmann

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Ivanka und Donald Trump
Donald Trump und seine Tochter Ivanka © Bernd von Jutrczenka/dpa

Kurz vor dem Jahrestag der Kapitol-Erstürmung in den USA stößt der Untersuchungsausschuss des Kongresses auf neue Informationen, die auch Ivanka Trump betreffen.

Washington DC - Am 06. Januar 2022 jährt sich der Sturm aufs Kapitol in den USA*. Kurz vor dem ersten Jahrestag des Aufstands blickt das ganze Land auf den Untersuchungsausschuss des Kongresses, der ermitteln soll, wie es zu den Ausschreitungen kam und welche Rolle der damalige Präsident Donald Trump* dabei hatte. Und der Ausschuss liefert zuverlässig pikante Details zu den Abläufen hinter den Kulissen.

Zunächst hatten Textnachrichten beschlagnahmter Handys bewiesen, dass etliche prominente Persönlichkeiten des rechtskonservativen Nachrichtensenders Fox News* Trumps den damaligen Stabschef Mark Meadows regelrecht bekniet hatten, auf Donald Trump einzureden, er solle sich mit einem öffentlichen Auftritt von den Aufständischen distanzieren. Sogar Trumps ältester Sohn, Donald Trump Jr*., forderte ein Statement seines Vaters*, ebenso wie Kevin McCarthy, Führer der Republikaner* im Repräsentantenhaus. Doch weder sein Sohn noch sein Parteikollege und auch nicht seine Freunde bei Fox News bekamen, was sie wollten. Trump schwieg sich aus, der Aufstand setzte sich fort. Fünf Menschen kamen infolge der Ereignisse ums Leben.

Trump-Fans stürmten am 06. Januar 2021 die Parlamentsgebäude in  Washington DC (USA).
Trump-Fans stürmten am 06. Januar 2021 die Parlamentsgebäude in Washington DC (USA). © Joseph Prezioso/afp

Ivanka Trump: Was machte Donalds Tochter am 06. Januar während des Sturms aufs Kapitol?

Bislang unbekannt war, was eigentlich die einzigen Familienmitglieder Donald Trumps, die einen offiziellen Job im Weißen Haus hatten, während des Aufstands getan hatten. Trumps älteste Tochter Ivanka Trump* war zu der Zeit noch wie ihr Ehemann Jared Kushner* als Beraterin für den Präsidenten im Amtssitz tätig. Weder sie noch Kushner haben sich bislang öffentlich zu den Ereignissen geäußert. Ihre hochtrabenden politischen Ambitionen hat Ivanka nach der Niederlage ihres Vaters gegen Joe Biden* auf Eis gelegt. Die Öffentlichkeit meidet die 40-Jährige seitdem gezielt.

Doch nun lässt Liz Cheney Licht ins Dunkel. Die Republikanerin ist eine erbitterte Gegnerin ihres Parteifreundes Donald Trump und sitzt im besagten Untersuchungsausschuss zu den Ereignissen am 06. Januar. In einem Interview mit dem US-Sender ABC erhob bereits zum wiederholten Mal schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. „Der Präsident saß im Esszimmer neben dem Oval Office [im Weißen Haus] und schaute sich den Angriff auf dem Fernseher an“, so die Tochter des einstigen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Trump habe seine Pflicht vernachlässigt und müsste dafür zur Verantwortung gezogen werden: „Die Leute müssen verstehen, wie gefährlich er ist.“

Ivanka Trump: Hat sie Informationen über Vater Donald Trump weitergegeben?

Um das zu verdeutlichen, berichtete Cheney über Zeugenaussagen aus dem Weißen Haus. „Wir wissen aus erster Hand, dass seine Tochter [Ivanka Trump] mindestens zweimal ins Zimmer kam und ihn aufforderte, ein Statement abzugeben und diese Gewalt zu stoppen.“ Doch auch Ivanka konnte Donald nicht überzeugen. „Er hat Linien überschritten, die kein Präsident vor ihm überschritten hat“, so Cheney über den Sturm aufs Kapitol und die Rolle Donald Trumps darin. Sollte er wirklich 2024 erneut antreten, sie fürchte um die Demokratie in den USA.

Während nun die Tatsache, dass Ivanka Trump ihren Vater zur Mäßigung aufrief, nicht unbedingt überraschend scheint, fragen sich die Fachleute in den USA längst, wem diese erste Hand gehört, von der die Informationen über die Abläufe im Weißen Haus am 06. Januar an den Ausschuss gegeben wurden. Im Interview mit dem US-Sender CNN tat dies auch Elie Honig, ehemaliger Bundesstaatsanwalt in den USA. „Diese Formulierung ‚aus erster Hand‘ ist sehr wichtig. [Diese Information] kommt aus dem Raum selbst und die Leute, die sich dort aufgehalten, waren [Donald Trumps] innerster Zirkel“, so Honig, der weiter ausführte: „Wer aber ist die Person? Wir wissen es nicht. Könnte es Ivanka Trump sein? Möglich.“ (dil)

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