Jerusalem: Nach Tod von Palästinenser kocht die Wut hoch

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In Jerusalem stießen am Samstag Polizisten und Palästinenser zusammen.

Ostjerusalem - Vor dem Jahrestag der Gründung Israels stießen in Jerusalem Polizei und Palästinenser zusammen. Kurz zuvor hatte ein Wachmann einen jugendlichen Steinwerfer erschossen.

Die israelische Polizei erklärte am Samstag, der 17-Jährige sei am Freitag in Silwan von einer Kugel in die Schulter getroffen worden. Er sei am Samstag seiner Verletzung erlegen. Seine Familie verweigerte nach Behördenangaben eine Autopsie, mit der festgestellt werden könnte, wer auf den Jungen schoss.

Bei der Vorbereitungen zur Bestattung des Jungen kam es am Samstag zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Steinewerfern und der israelischen Grenzpolizei. Die Beamten setzten nach Angaben von Augenzeugen Tränengas ein. Die Zusammenstöße stehen auch in Zusammenhang mit dem Jahrestag der Gründung Israels am 15. Mai 1948. Die Palästinenser nennen diesen Tag “Nakba“, arabisch für Katastrophe.

Der Aktivist Fahri Abu Diab aus Silwan in Ostjerusalem erklärte, Palästinenser hätten am Freitag Steine auf eine jüdische Siedlung in dem Gebiet geworfen. Der 17-Jährige habe sich ganz in der Nähe aufgehalten. Ein Wachmann der Siedlung habe von einem Hausdach aus auf die Steinewerfer geschossen. Die israelische Polizei habe dagegen Tränengas, aber keine scharfe Munition eingesetzt.

Aus dem Krankenhaus, in dem der 17-Jährige behandelt wurde, verlautete, er sei in den Bauch getroffen worden und habe starke Blutungen erlitten. Die Palästinenser planten für (den morgigen) Sonntag Demonstrationen in Ostjerusalem, um an die israelische Staatsgründung und die mit ihr verbundenen Vertreibungen zu erinnern. Die Polizei kündigte an, ihre Einsatzkräfte zu verstärken.

dapd

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