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Schläft US-Präsident Biden auf Weltklimagipfel kurz ein? Video-Aufnahme sorgt für Furore

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Harte Wochen für Joe Biden: Zoff im US-Kongress und Klimaverhandlungen in Rom und Glasgow. Dem Präsidenten geht das offenbar an die Substanz.

Washington, D.C. – Als bekannt wurde, dass der Demokrat Joe Biden die US-Wahlen gewonnen hat, ging ein tiefer Seufzer der Erleichterung durch das linksliberale Amerika. Es war das Ende der höchst umstrittenen Trump-Ära und ein vermeintlicher Neubeginn nach Jahren von „America First“.

Nach einem starken Start seiner Präsidentschaft geraten Biden und die Demokratische Partei jedoch mehr und mehr ins Rudern. Denn deren Agenda kommt nach anfänglichen Erfolgen nur noch langsam voran, bis teilweise gar nicht. Grund hierfür ist die Blockadehaltung der Republikaner im US-Kongress – aber auch innerparteiliche Widerstände. Der konservative Demokrat Joe Manchin kann angesichts von Bidens hauchdünner Senatsmehrheit im Alleingang den Reformdrang des US-Präsidenten ausbremsen.

Es sind anstrengende Zeiten für Joe Biden. So anstrengende, dass der Präsident beim Weltklimagipfel in Glasgow offenbar kurz einnickte. Wasser auf den Mühlen seiner Gegner. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump und seine republikanischen Anhängerinnen und Anhänger bezeichnen Biden bevorzugt als „Sleepy Joe“ – unter anderem aufgrund seiner sprachlichen Aussetzer.

Biden: Erschöpfter US-Präsident? Skurriler Auftritt bei Weltklimagipfel

Auf einem auf Twitter kursierenden Video ist zu sehen, wie der 78-jährige Demokrat während der Eröffnungsrede der UN-Klimakonferenz COP26 offenbar gegen seine Müdigkeit ankämpft. Immer wieder fallen dem US-Präsidenten die Augen zu. Es ist das Bild eines erschöpften Präsidenten. Kurz zuvor hatte Biden am G20-Gipfel in Rom teilgenommen und war von dort direkt nach Schottland weitergereist. Der straffe Terminplan fordert wohl seinen Tribut.

Erst, als ein Mann den Präsidenten, der mit verschränkten Armen dasitzt, anspricht, scheint er wieder etwas zu sich zu kommen. Zum Ende der Rede hin, klatscht er gemeinsam mit den anderen Anwesenden – und reibt sich die Augen. Kritik für seinen Auftritt lässt auf dem Kurznachrichtendienst nicht lange auf sich warten. „Nicht der beste Eindruck, wenn sie versuchen, der Welt zu sagen, dass sie aufwachen soll“, twitterte etwa ein britischer Journalist.

Joe Biden entschuldigt sich für US-Austritt aus Paris-Abkommen unter Donald Trump

In seiner anschließenden Rede bei der Weltklimakonferenz hat sich Biden für den zeitweisen Austritt seines Landes aus dem Klimaschutzabkommen von Paris unter seinem Vorgänger Donald Trump entschuldigt. Eine seiner ersten Amtshandlungen sei es gewesen, dem Abkommen wieder beizutreten, betonte er. Trump hatte die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen geführt und sich internationalen Anstrengungen zu mehr Klimaschutz verweigert.

Seinen eindringlichen Appell, für den sich der US-Präsident drei- bis viermal so viel Zeit nimmt wie die eigentlich vorgesehenen drei Minuten, fasst er am Ende in einer großen Hoffnung zusammen: „Möge Gott den Planeten retten.“ Doch jetzt sind beim Weltklimagipfel erstmal die Menschen am Zug. (aka mit Material aus AFP und dpa)

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