Sie liegt in Umfragen vor Poroschenko

Julia Timoschenko kandidiert bei Präsidentschaftswahl in der Ukraine

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Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko will nun als Präsidentin kandidieren. 

Am 31. März findet in der Ukraine die Präsidentschaftswahl statt. Die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat nun ihre Kandidatur bekanntgegeben. Sie gilt jedoch als umstritten. 

Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko tritt bei der Präsidentschaftswahl Ende März an. "Ich kandidiere für das Präsidentenamt", sagte Timoschenko am Dienstag bei einem Treffen ihrer nationalistischen Vaterlandspartei in der Hauptstadt Kiew. Die Wahl findet am 31. März statt. In jüngsten Umfragen liegt Timoschenko vor Amtsinhaber Petro Poroschenko, der seine Kandidatur noch nicht offiziell bekanntgegeben hat. Demnach kommt sie auf 16 Prozent, Poroschenko auf knapp 14 Prozent.

Die 58-jährige Politikerin und Geschäftsfrau kündigte vor jubelnden Unterstützern - darunter ihr Mann und ihre Tochter - den Beginn einer "neuen Ära" an. Zugleich räumte sie ein, in der Vergangenheit "Fehler gemacht" zu haben. Per Video zugeschaltet war der ehemalige georgische Präsident Michail Saakaschwili, gegen den in seiner Heimat ein Haftbefehl wegen Machtmissbrauchs vorliegt.

Saakaschwili lobte Timoschenko als „unermüdliche Kämpferin für die Ukraine“

Saakaschwili, der 2015 von Poroschenko zum Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa ernannt, aber 2018 aus der Ukraine abgeschoben worden war, lobte Timoschenko als "unermüdliche Kämpferin für die Ukraine und die Interessen der Ukrainer". Unterstützung bekam Timoschenko auch vom ersten Staatschef der unabhängigen Ukraine, Leonid Krawtschuk, der ihre "starke Persönlichkeit" würdigte.

Timoschenko ist in ihrer Heimat höchst umstritten. Bekannt wurde sie als im Westen umjubelte Galionsfigur der sogenannten orangenen Revolution im Jahr 2004, an deren Spitze sie gemeinsam mit dem späteren Präsidenten Viktor Juschtschenko stand. Diese führte zur Annullierung des Wahlsiegs ihres Erzfeindes Viktor Janukowitsch bei der Präsidentschaftswahl. Der neue Staatschef Juschtschenko machte sie 2005 zur Ministerpräsidentin - doch rasch kam es zum Zerwürfnis.

Timoschenko wurde 2011 wegen Amtsmissbrauchs verhaftet

Timoschenko verließ die Regierung, kehrte aber im Jahr 2007 als Ministerpräsidentin zurück und blieb bis zum Jahr 2010 im Amt. Kurz darauf unterlag sie bei der Präsidentschaftswahl Janukowitsch. Unter dessen Mandat wurde sie festgenommen und im Jahr 2011 wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit einem umstrittenen Gasgeschäft mit Russland zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Im Februar 2014 wurde sie im Zuge des Umsturzes in der Ukraine freigelassen und später wegen eines Rückenleidens in Berlin behandelt. Im selben Jahr löste sie auch in Deutschland Kritik aus, nachdem Auszüge aus einem mitgeschnittenen Telefonat veröffentlicht worden waren. Darin hatte Timoschenko offenbar mit Bezug auf den russischen Staatschef Wladimir Putin und die Eingliederung der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim in die Russische Föderation gesagt, sie sei "bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf zu schießen".

Timoschenko: „Russen in der Ukraine sind Ukrainer“

Timoschenko kündigte in dem Telefonat außerdem an, "alle meine Kontakte zu nutzen und die gesamte Welt in Bewegung zu setzen, damit von Russland nicht einmal ein verbranntes Stück Erde bleibt". Später bestätigte sie die Äußerungen. Dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB warf sie allerdings vor, eine besonders drastische Gesprächspassage manipuliert zu haben. So habe sie keineswegs die Auslöschung der acht Millionen ethnischen Russen in der Ukraine mithilfe von Atomwaffen gefordert, sondern bloß klargestellt: „Russen in der Ukraine sind Ukrainer.“

Vor Timoschenko hatte am Montag bereits der Schauspieler Wolodymyr Selensky seine Kandidatur für die Präsidentschaft eingereicht. Sollte in der ersten Runde kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, findet zwei Wochen später ein zweiter Durchgang statt.

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