Anwälte prüfen weiteres Vorgehen

Tauziehen um Assange

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Julian Assange

London - Nach der ecuadorianischen Asylzusage für Assange hat sich Präsident Correa vorsichtig vom Gründer von Wikileaks distanziert. Doch er verteidigt die Entscheidung seines Landes.

Er stimme mit Assange nicht in allem überein, und es sei möglich, dass der Australier Vergehen begangen habe, sagte Correa am Freitag in einem Radiointerview. Assanges Asylantrag sei jedoch stattgegeben worden, weil Schweden nicht versichert habe, von einer Auslieferung des 41-Jährigen in die USA abzusehen. Er fürchte, dass Assange dort die Todesstrafe drohen könnte, erklärte Correa.

Assange hat sich in die ecuadorianische Botschaft in London abgesetzt, um sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen, wo er zu Vorwürfen sexueller Übergriffe befragt werden soll. Großbritannien lehnt freies Geleit nach Ecuador jedoch ab.

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Angesichts des diplomatischen Tauziehens zwischen London und Quito halten sich Assanges Anwälte zurück. Welche weiteren Schritte geplant seien, müsse zunächst geprüft werden, erklärte der frühere spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzon, der Assange vertritt. Eine Entscheidung falle erst in den kommenden Tagen oder Wochen, sagte er der Nachrichtenagentur AP am Telefon aus Kolumbien. Es liege an Ecuador, ob das Land den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anrufen wolle, um freies Geleit für Assange zu erstreiten.

Zwtl: “Historischer Sieg“

Assanges Rechtsmittel gegen eine Auslieferung an Schweden sind ausgeschöpft. Er befürchtet, Schweden könnte ihn in die USA abschieben. Assange hatte vor zwei Jahren den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen, als seine Enthüllungsplattform Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan veröffentlichte.

Die Asylentscheidung Ecuadors nannte Assange, der sich seit dem 19. Juni in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London aufhält, einen “historischen Sieg“. “Unser Kampf hat aber erst begonnen“, sagte er. “Die beispiellosen US-Ermittlungen gegen Wikileaks müssen gestoppt werden.“ Assange erinnerte daran, dass ein Wikileaks-Informant, Bradley Manning, “über 800 Tage ohne Prozess festgenommen ist“.

dapd

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