Kämpferischer Seehofer will bis 2018 regieren

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Horst Seehofer fühlt sich topfit für eine weitere Legislaturperiode als bayerischer Ministerpräsident.

München - Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will im Fall eines Wahlsiegs bei der nächsten Landtagswahl bis 2018 in Bayern regieren. Damit läuft alles auf ein Duell der politischen Schwergewichte mit Seehofer und Ude hinaus.

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Hammer-Umfrage: Ude (42%) vor Seehofer (39%)

CSU-Chef Horst Seehofer zeigt sich angesichts des Umfragetiefs seiner Partei kämpferisch. Der bayerische Ministerpräsident forderte am Donnerstag, das “bürgerliche Lager“ aus Union und FDP müsse nun seine Zukunftsfähigkeit beweisen. Er signalisierte zugleich deutlicher als bislang seine Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur bei der Landtagswahl im Herbst 2013. Im Falle eines Wahlsiegs will Seehofer die gesamte nächste Legislaturperiode bis zum Jahr 2018 im Amt bleiben.

Seehofer sagte der “Bild“-Zeitung, er sei “topfit“. Er fügte hinzu: “Deshalb glaube ich, dass ich den Karren ziehen kann, und zwar sehr kräftig!“ Allerdings werde die CSU erst im Herbst 2012 “gemeinsam“ den Spitzenkandidaten küren. Entscheidend sei, “dass man vor das Volk treten kann und sagen: Ich bewerbe mich für fünf Jahre.“

Der 62-Jährige hatte bereits im Juli eine erneute Kandidatur von seinem Gesundheitszustand abhängig gemacht. Der Beschluss werde ein Jahr vor der Wahl nach einem “Routine-Check“ beim Arzt fallen.

Der CSU-Chef bekräftigte nun: “Wenn man für fünf Jahre antritt, muss man auch für fünf Jahre zur Verfügung stehen.“ Er verneinte die Frage, ob sich seine Strategie für die Landtagswahl wegen der voraussichtlichen Kandidatur des populären Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) ändere. Seehofer fügte hinzu: “Aber man sollte jeden Wettbewerber respektieren, ganz gleich wie er heißt. Wer das nicht tut, hat schon verloren.“

Eine Forsa-Umfrage hatte ergeben, dass Ude bei den Bürgern besser ankommt als Seehofer: Wenn die Bayern ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich demnach 42 Prozent für den SPD-Mann und nur 39 Prozent für den CSU-Vorsitzenden entscheiden. Zudem liegt die CSU derzeit nur bei 41 Prozent, der Koalitionspartner FDP würde mit 3 Prozent aus dem Landtag fliegen.

Seehofer unzufrieden mit Erscheinungsbild der Koalition

Seehofer zeigte sich unzufrieden mit dem Erscheinungsbild der schwarz-gelben Bundesregierung. Die Berliner Koalition beschäftige sich “zu viel mit ihrem eigenen Innenleben“. Er forderte: “Was wir jetzt ab September brauchen, ist ein Jahr der Arbeit!“

Seehofer fügte hinzu: “Ich halte gar nichts von Koalitions-Spielereien, weil das die beste Voraussetzung dafür ist, in der Opposition zu landen.“ Allerdings verzichtete er auf Kritik an den Freien Wählern, die der Umfrage zufolge entscheiden könnten, ob sie mit der CSU oder mit SPD und Grünen eine Regierung bilden.

Seehofer sagte: “Ich schaue mir in den nächsten zwei Jahren genau an, was die Freien Wähler im Landtag machen: Sind sie Bundesgenossen und Anhängsel der SPD oder wirklich Freie Wähler, wie ich sie in den Kommunen erlebe: unabhängige, rechtschaffene Vertreter ihrer lokalen Interessen?“

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber attackierte derweil die CDU. Huber sagte der “Passauer Neuen Presse“, in der Schwesterpartei herrsche ein “Stimmen-Chaos“ zur Bildungspolitik, zum Euro-Rettungsschirm und zur “Grundorientierung“ der Union. Dies färbe negativ auf die CSU ab.

dapd

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