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Unions-Schock nach Laschet-Benennung: Nach Klärung der K-Frage folgt heftiger Umfrage-Absturz

Armin Laschet ist der Kanzlerkandidat der Union. Am Abend trat er in mehreren TV-Formaten auf und äußerte sich zu vorherigen Kommentaren. Alle News hier im Ticker.

  • K-Frage in der Union: Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) ringen um die Kanzlerkandidatur.
  • Söder hat bei seinem Statement am Dienstagmittag Laschet als Kanzlerkandidat der Union bestätigt (siehe Update vom 20. April, 12.10 Uhr).
  • Laschet äußerte sich am Abend unter anderem bei RTL (siehe Update vom 20. April, 21.40 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur K-Frage in CDU und CSU wird regelmäßig aktualisiert.

Wegen Machtkampf: Klöckner schlägt „Entscheidungsrat“ vor

Update vom 21. April, 16.18 Uhr: Die stellvertretende CDU-Chefin Julia Klöckner hat als Konsequenz aus dem unionsinternen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur einen gemeinsamen „Entscheidungsrat“ von CDU und CSU vorgeschlagen. Ein solches Gremium könne etwa für gemeinsame Kandidatenfindungen und Wahlprogramme wie zum Beispiel bei der Europawahl 2024 eingesetzt werden, sagte Klöckner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Damit hätten die Mitglieder und alle Beteiligten Klarheit.“

Nach tagelangem erbittertem Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union hatte sich am Dienstag der CDU-Vorsitzende Armin Laschet gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt. Klöckner ist Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU. Auch im dortigen Landesvorstand und unter den Kreisvorsitzenden hatte es große Unterstützung für Söder gegeben.

Umfragen: Grüne legen zu - Union verliert an Zustimmung

Update vom 21. April, 9.23 Uhr: Nach der Kür der Kanzlerkandidaten bei Union und Grünen legen die Grünen laut Umfragen in der Wählergunst zu, während CDU und CSU an Zustimmung verlieren.

Im Forsa-Trendbarometer der Fernsehsender RTL und ntv lagen die Grünen vor der Union: In der Befragung stürzte die Union um sieben Prozentpunkte auf 21 Prozent ab. Die Grünen legten dagegen um fünf Punkte auf 28 Prozent zu. Die SPD verlor zwei Punkte und kam auf 13 Prozent.

Die FDP lag bei zwölf Prozent, die AfD bei elf Prozent und die Linke bei sieben Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte vom 13. bis 20. April 3505 Menschen, davon 1502 erst am Dienstag. Die Fehlertoleranz wurde mit 2,5 Prozentpunkten angegeben.

In einer am Mittwoch von der Bild-Zeitung veröffentlichten Insa-Umfrage liegt die Union zwar noch vorne, doch verbesserten sich die Grünen um einen Prozentpunkt auf 22 Prozent. Die CDU/CSU verlor dagegen im Vergleich zum Montag einen Punkt und lag bei 27 Prozent.

Die SPD kam auf 16 Prozent, die AfD auf zwölf Prozent, die FDP auf elf und die Linke auf sieben Prozent. Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Insa am Dienstag 1000 Menschen. Die Fehlertoleranz liegt demnach bei 3,1 Prozentpunkten.

Laschet kontert direkt CSU-Seitenhieb aus München und gibt den Rheinländer

Update vom 20. April, 21.40 Uhr: Mittlerweile sind die drei großen Auftritte von Armin Laschet im TV-Programm des Dienstagabend vorbei. Dabei war neben seinen Worten bei ARD und ZDF vor allem ein Auftritt bei RTL mit Spannung erwartet worden: Da es hieß, auch Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) spielen eine Rolle. Am Ende zeigte der Sender aber nur drei Einzel-Interviews. Während der SPD-Kandidat und die Grünen-Bewerberin viel zu Inhalten sprechen durften, musste sich Laschet weiter zum Kanzlerstreit der Union äußern.

Dabei hatte er auch einen Konter auf den CSU-Spruch von Markus Blume parat, der Söder als „Kandidaten der Herzen“ beschrieben hatte. „Ach, ich habe auch ein Herz“, entgegnete er entspannt. Ob es ihn nicht wurme, dass er diesen Titel nicht innehabe: „Och, ich bin das auch“, fand Laschet. „Mir haben das Leute auch gesagt.“ Zusicherungen an die CSU habe es für den Rückzug Söders nicht gegeben. Der CSU-Chef habe bereits am Montag den Weg freigemacht, indem er dem CDU-Bundesvorstand die Entscheidung überlassen habe. „Wir müssen jetzt alles tun, um dieses Vertrauen zu rechtfertigen“, sagte Laschet.

Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union: Er spricht von einem „fairen“ Umgang

Update vom 20. April, 18.05 Uhr: Markus Söder hielt es mit Julias Cäsar: „Die Würfel sind gefallen“ - Armin Laschet wird Kanzler-Kandidat der Union. Im Anschluss überschlagen sich die Ereignisse und Laschet muss von TV-Termin zu TV-Termin eilen. Seit 18 Uhr spricht Laschet im Interview mit dem ZDF - um 20.15 Uhr ist er dann in der ARD. Dabei handelt es sich aber um eine Aufzeichnung, denn: Ab 20.15 Uhr ist Laschet dann live bei RTL zu Gast - und das nicht allein. Auch Annalena Baerbock und Olaf Scholz sind mit dabei. Insofern ist es die erste große Elefanten-Runde im TV, bei der alle Kanzler-Kandidaten sich gegenüberstehen.

Update vom 20. April, 14.53 Uhr: Nachdem CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, äußert sich Armin Laschet zu den Ereignissen des gestrigen Abends und seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten für die Union. Wiederholt bedankt Laschet sich bei Söder, für seine Unterstützung. Auch freut er sich darüber, dass die CSU ihm im Wahlkampf voll unterstützen werde. Trotz der Diskussionen der letzten Tage spricht Armin Laschet von einem „fairen“ Umgang. Die Zusammenarbeit zwischen CDU und CSU sei „gut und vertrauensvoll“, und das gelte auch „für das persönliche Verhältnis von Markus Söder und mir“.

Darüber hinaus verspricht er eine enge Abstimmung mit Markus Söder. Dieser würde eine „eine zentrale Rolle für die Union und die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland spielen.“, ohne konkreter zu werden, was das bedeutet. Hingegen einige den Entscheidungsfindungsprozess als chaotisch bezeichnet haben, lobt Laschet die Transparenz und Diskussionskultur des CDU-Bundesvorstands. Abschließend betont Laschet, dass es mit diesem „weiter so“ aufhören muss und endlich die Krisen unserer Zeit wie Corona, das Klima oder Ungleichheit angepackt werden. Darüber hinaus betonte er „mehr Innovation, mehr Vertrauen, weniger Bürokratie“.

Update vom 20. April, 13.40 Uhr: Nach Markus Söder wird sich nun auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet äußern. Das Statement des Kanzlerkandidaten der Union wird gegen 14 Uhr erwartet. Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wird dabei sein.

Update vom 20. April, 12.10 Uhr: „Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union“. Mit diesen Worten kommt CDU-Chef Markus Söder bei seinem Statement direkt auf den Punkt. Er bedankt sich für den Zuspruch, den er als potentieller Kanzlerkandidat der Union erhalten habe. Er sei „gerührt“. Der bayerische Ministerpräsident betont, er wolle keine Spaltung innerhalb der Union, sondern eine „geschlossene Gemeinschaft“. Söder gibt weiter an, er habe Armin Laschet angerufen und gratuliert sowie ihm seine Unterstützung zugesichert. Dabei streicht er heraus, dass es ihm zufolge ein harter Kampf um das Kanzleramt werde. Damit ist klar: Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union.

CSU-Generalsekretär Markus Blume fügt hinzu, Söder sei der „Kandidat der Herzen“, man müsse jedoch in einer Demokratie die Wahl der Mehrheit respektieren.

Update vom 20. April, 10.25 Uhr: Markus Söder wird sich bereits um 12 Uhr zum CDU-Vorstandsvotum äußern.

Update vom 20. April, 10.10 Uhr: Der schwesterliche Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union neigt sich dem Ende zu. Offenbar wird CSU-Chef Söder die Entscheidung der CDU-Spitze in der vergangenen Nacht akzeptieren. Das will die Bild aus Parteikreisen erfahren haben

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier meldete sich auf Twitter zu den Ereignissen zu Wort. „Der CDU-Bundesvorstand hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir haben viele Stunden diskutiert und die Argumente gewogen. Die Entscheidung für Armin Laschet erfolgte schließlich mit großer Mehrheit. Dem sollten wir uns nun alle verpflichtet fühlen!“, twitterte der CDU-Politiker.

Markus Söder oder Armin Laschet? Nächtliche Beratung der CDU um Kanzlerkandidat der Union

Update vom 20. April, 9.30 Uhr: Markus Söder hat angekündigt, sich am Dienstag um 13 Uhr zum Ausgang der Beratungen des CDU-Bundesvorstands zu äußern. Dieser hatte sich in der Nacht zum Dienstag mehrheitlich für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen. Söder werde am Rande einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion im bayerischen Landtag in München ein Statement abgeben, teilte die CSU mit.

Update vom 20. April, 0.36 Uhr: Der CDU-Bundesvorstand hat entschieden - und sich mehrheitlich hinter Armin Laschet gestellt!

In einer digitalen Abstimmung entschieden sich in der Nacht zum Dienstag 31 Vorstandsmitglieder für den CDU-Vorsitzenden und neun für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder. Es gab sechs Enthaltungen, wie ein Parteisprecher nach mehr als sechsstündigen Beratungen des CDU-Führungsgremiums in Berlin mitteilte. Laut CDU-Angaben entspricht das einer Zustimmung von 77,5 Prozent für Laschet und von 22,5 Prozent für Söder.

Der CDU-Bundesvorstand hat sich mehrheitlich hinter Armin Laschet gestellt.

Spannend bleibt, wie Markus Söder auf dieses Votum reagiert. Der bayerische Ministerpräsident wird sich wohl am Dienstag zu den Ereignissen dieser geschichtsträchtigen Online-Sitzung äußern. Ein Pressestatement von Armin Laschet wird ebenfalls am Vormittag erwartet.

Kanzlerfrage der Union: Laschet oder Söder? Entscheidung rückt näher

Update vom 20. April, 0.24 Uhr: Zur Klärung der Kanzlerkandidatenkür in der Union hat der CDU-Vorstand gegen eine vorgeschaltete Konferenz der Kreisvorsitzenden gestimmt. 29 stimmberechtigte Vorstandsmitglieder votierten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gegen den Vorschlag, 14 dafür. Damit soll die Kreisebene der CDU nicht mehr angehört werden, bevor die Entscheidung fällt. Ein Ergebnis rückt näher.

Update vom 20. April, 0.03 Uhr: Seit nunmehr sechseinhalb Stunden wird innerhalb des CDU-Bundesvorstands über die Kanzler-Frage debattiert. Dabei tun sich immer neue Unwägbarkeiten auf. Zwischenzeitlich haperte es offenbar an einem validen Verfahren zur Online-Abstimmung. Nichtsdestotrotz soll es noch im Laufe des Abends zu einem Ergebnis kommen. Als eine der letzten Redner hatten sich zuvor Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus für eine rasche Entscheidung ausgesprochen. 

Update vom 19. April, 23.06 Uhr: Der Kanzler-Krimi geht in die nächste Runde. Ein Ergebnis in der K-Frage ist auch mehr als fünf Stunden nach Beginn der digitalen Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands nicht wirklich abzusehen. CDU-Chef Armin Laschet will angesichts der Vorbehalte in Teilen der Partei gegen ihn als Kanzlerkandidaten auf die Basis zugehen. Im Bundesvorstand seiner Partei kündigte Laschet am Montagabend nach AFP-Informationen an, bald das Gespräch mit der Basis suchen zu wollen. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur wolle er aber weiterhin noch am Abend im Vorstand fällen lassen und nicht etwa von einer Kreisvorsitzendenkonferenz, hieß es aus Laschets Umfeld.

Kanzler-Frage der Union: Laschet oder Söder? Entscheidendes Votum wohl heute Abend 

Update vom 19. April, 20.56 Uhr: Armin Laschets Wunsch nach einer Abstimmung noch heute Abend wird offenbar realistischer. Nach Informationen von ntv soll noch am Abend über die K-Frage abgestimmt werden. Mittlerweile hätten sich auch wieder vermehrt Stimmen pro Laschet zu Wort gemeldet, dennoch wird das Ergebnis wohl ziemlich knapp, sollte tatsächlich noch in dieser Sondersitzung abgestimmt werden.

Dadurch werden die Aussagen Markus Söders vom Nachmittag womöglich noch einmal interessant: „Wenn die CDU souverän eine klare Entscheidung trifft, dann werden wir das akzeptieren.“ Was eine „klare Entscheidung“ ist, ließ Söder offen.

Laschet oder Söder? CDU-Chef will Votum noch heute Abend

Update vom 19. April, 20.03 Uhr: Der Gegenwind für Armin Laschet scheint stärker zu werden. Insbesondere Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Söder-Befürworter, soll sich gegen den CDU-Chef ausgesprochen haben. Nach Informationen der Nachrichtengentur AFP verstärkte Haseloff damit sein klares Votum für Markus Söder.

Immer wieder soll in den Wortmeldungen im Bundesvorstand zudem die Rede von der Basis sein. Man müsse auf die Basis hören hatten etwa CDU-Chef Julia Klöckner oder Wirtschaftsminister Peter Altmaier betont. Damit positionieren sich diese Stimmen indirekt für Markus Söder, auch wenn sie den CSU-Chef nicht wörtlich nennen. Denn Söder genießt im Vergleich zu Kontrahent Armin Laschet deutlich bessere Umfragewerte und kann auf die Unterstützung diverser Landesverbände setzen.

Laschet will dennoch noch am Montag eine Entscheidung des Bundesvorstands seiner Partei über die Frage der Kanzlerkandidatur herbeiführen. In der Sitzung seien zuvor Forderungen nach einer Verschiebung der Entscheidung in die Bundestagsfraktion und an die Kreisvorsitzenden laut geworden, erfuhr AFP am Montagabend aus Teilnehmerkreisen. Laschet habe entgegnet: „Wir sollten heute entscheiden, wie wir es uns am Anfang vorgenommen haben.“

Kanzlerfrage der Union: Lasche will an Kandidatur festhalten

Update vom 19. April, 19.16 Uhr: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat vor dem Bundesvorstand der Partei seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur bekräftigt und seine Kritiker aufgefordert, aus der Deckung zu kommen. „Ich ermutige Euch zu einer offenen Debatte“, sagte Laschet laut Teilnehmern am Montagabend vor dem CDU-Spitzengremium. In dieser Debatte müsse es um die Frage gehen, wer der bessere Kanzlerkandidat für die Union sei. Im Vorstand habe es rund 40 Anträge auf Wortmeldungen gegeben, hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aus Teilnehmerkreisen.

Laschet bezeichnete es als „sehr wichtiges Signal“, dass sein CSU-Rivale Markus Söder am Montag klar gemacht habe, dass er ein eindeutiges Votum des CDU-Bundesvorstands akzeptieren werde, wie Teilnehmer gegenüber AFP berichteten. Viele Mitglieder hätten ihm in den vergangenen Tagen gesagt: „Du musst stehen“, und sie hätten ihn ausdrücklich unterstützt, sagte Laschet demnach.

Der CDU-Chef habe in der digitalen Schalte noch einmal betont, dass er für die Kanzlerkandidatur der Union zur Verfügung stehe - jetzt müssten die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Meinung sagen. Er regte demnach an, dass nicht nur die gewählten Vorstandsmitglieder, sondern auch die beratenden Mitglieder sich zu Wort melden sollten.

Letzter Showdown im Kanzler-Streit? Söder spielt Laschets CDU Verantwortung zu - Entscheidung naht

Update vom 19. April, 18.31 Uhr: Die Entscheidung im Kanzlerstreit der Union naht. In diesen Minuten berät der CDU-Bundesvorstand über das weitere Vorgehen, nachdem Armin Laschet zu einer Sondersitzung eingeladen hatte. Stärkt ihm der Vorstand den Rücken oder spricht er sich für Markus Söder aus? In puncto Entscheidungsfindung könnte es heute womöglich auch zu einer Abstimmung kommen. „Ob es heute zu einer Abstimmung des Bundesvorstands kommt, wird der Verlauf der Sitzung zeigen“, hieß es am Montagabend aus Teilnehmerkreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Söder hatte zuvor angekündigt, eine Entscheidung der größeren CDU zu akzeptieren - insofern sie denn zu einem klaren Ergebnis kommt. Wenn diese Entscheidung klar für Laschet ausfalle, werden Söder und die CSU dies respektieren, ließ der bayerische Ministerpräsident verlauten. „Wenn die CDU souverän eine klare Entscheidung trifft, dann werden wir es akzeptieren“, sagte Söder in München. Die CDU sei die stärkere und größere der Schwestern, „nur sie kann entscheiden, ob die Breite da ist oder nicht“.

Ob es aber tatsächlich zu einer Entscheidung kommt, werden die kommenden Stunden zeigen. Denkbar scheint auch, dass es zu einem Beschluss kommt, in welchem Verfahren die Entscheidung getroffen werden soll.

Laschet prescht im Machtkampf vor und lädt Söder zu CDU-Sitzung ein - Der lehnt Einladung ab

Update vom 19. April, 14.50 Uhr: Jetzt kommt es also erst einmal auf den CDU-Bundesvorstand an. Bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag machte CSU-Chef Markus Söder klar, dass nun die Zeit reif sei, eine Entscheidung im Krimi um die Kanzlerkandidatur zu fällen. Auch wenn er betonte, dass diese verstrichene Woche wichtig war, um ein Meinungsbild einzuholen, seien nun die Argumente in „guten, freundschaftlichen Gespräch“ mit CDU-Chef Armin Laschet ausgetauscht worden.

Söder macht klar: Weil die CDU die größere Schwesterpartei ist, liegt der Ball nun bei ihr. Am Montagabend kommt der CDU-Bundesvorstand zusammen, Söder werde aber nicht erscheinen. Sollte es da zu einem eindeutigen Ergebnis für Laschet kommen, werde Söder dies „ohne Groll“ akzeptieren und respektieren. Laschet könne sich für die Bundestagswahlkampf auf der CSU verlassen, andersherum hoffe Söder dies jedoch auf. Ganz aufgeben will der bayerische Ministerpräsident also noch nicht. Sein Angebot stehe weiterhin, er würde die Verantwortung als Kanzlerkandidat tragen, wenn eine „Breite“ in der CDU hinter ihm steht.

Laschet ruft CDU-Bundesvorstand zusammen - Einladung an Söder

Update vom 19. April, 13.21 Uhr: Armin Laschet erklärt nun bei einer Pressekonferenz: „Die Grünen haben heute ihre Kanzler-Kandidatin aufgestellt. Ich gratuliere zu dieser Wahl.“ Nun müsse man „menschlich fair miteinander umgehen“, besonders in Zeiten der Pandemie. Einen Wahlkampf wie in den USA sollte man sich in Deutschland ersparen.

Die Folgen nach der Pandemie müsse man „erfolgreich stemmen“ und ein „europäisches Deutschland prägen“. Dann äußert er sich zu dem Machtkampf mit Söder: „Auch wir werden unseren Kanzlerkandidaten bald bestimmen.“ Heute um 18 Uhr solle der CDU-Bundesvorstand erneut zusammenkommen, auch Markus Söder habe Laschet eingeladen. „Wir müssen sehr viel miteinander reden. Das Ziel ist, dass die Union diese Bundestagswahl gewinnt. Wie wir dahin kommen - das werden wir heute Abend beraten. Ich werde einen Vorschlag unterbreiten.“

Söder oder Laschet? Schäuble macht deutliche Ansage an CDU-Vorsitzenden

Update vom 19. April, 12.54 Uhr: Nach Informationen der Bild hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) in einem Telefonat am Wochenende CDU-Chef Armin Laschet klargemacht, dass er keine Wahl habe: Er müsse nach der Spitzenkandidatur greifen, sonst werde er sich als Parteichef nicht halten können. Laut Bild soll es Überlegungen im Lager von Laschet geben, ihn als Kanzlerkandidaten ohne Rücksicht auf Söder auszurufen. Der CSU-Chef will am Montag 14 Uhr vor die Presse treten.

CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach kann das so nicht ganz nachvollziehen. Im Welt-Interview sagt er: „Das habe ich so noch nie gehört, dass Laschet dann nicht mehr Vorsitzender bleiben kann.“ Er schränkt aber auch ein: „Vielleicht sieht Armin Laschet das aber für sich auch anders.“

Sollte Laschet doch verzichten, soll in Unterstützerkreisen von Friedrich Merz (CDU) die Überlegung die Runde machen, dass dieser dann doch noch den CDU-Vorsitz übernehmen könnte. Wie wahrscheinlich dieses Szenario wirklich ist, ist angesichts der aktuell unsicheren Lage in der Union offen.

Update vom 19. April, 11.07Uhr: Während sich die Union noch nicht im Machtkampf zwischen Söder und Laschet befindet, machen die Grünen Nägel mit Köpfen. Der größte Konkurrent um die Sieg bei der Bundestagswahl geht mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin ins Rennen.

Söder oder Laschet: Entscheidung noch heute? CSU-Sondersitzung und spontane Pressekonferenz mit Söder

Update vom 19. April, 10.06 Uhr: Nun doch nicht? CSU-Chef Markus Söder werde sich auch nach den jüngsten Gesprächen mit CDU-Chef Armin Laschet nicht von seiner Bewerbung zurückziehen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Söders Umfeld. Es sei zunächst noch nicht mit einer Entscheidung der K-Frage zu rechnen.

Update vom 19. April, 10.06 Uhr: Die Hängepartie gewinnt an Fahrt: Im Machtkampf in der Union über die Kanzlerkandidatur will die CSU-Spitze am Montag kurzfristig über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen beraten, erfuhren der Münchner Merkur und tz. Um 13.00 Uhr wird es nach Beratungen des CSU-Präsidiums geben. Um 14.00 Uhr wollen CSU-Chef Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume eine Pressekonferenz geben.

Seit mehr als einer Woche streiten sich CDU-Chef Armin Laschet und Söder über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis Sonntag eine Lösung präsentieren wollen. Daraus wurde nichts (siehe vorheriges Update).

Update vom 19. April, 5.12 Uhr: Nach einem ergebnislosen Treffen von Armin Laschet und Markus Söder in der Nacht auf Montag wird mit Spannung der Ausgang des Machtkampfs um die Kanzlerkandidatur der Union erwartet. Die beiden Vorsitzenden von CDU und CSU hatten sich nach Informationen der dpa am späten Sonntagabend zusammen mit ihren engsten Vertrauten für knapp dreieinhalb Stunden im Bundestagsgebäude in Berlin getroffen. Über die dort besprochenen Inhalte und den weiteren Ablauf war zunächst nichts zu erfahren.

Update vom 18. April, 22.10 Uhr: Die Junge Union hat sich mit deutlicher Mehrheit für eine Kanzlerkandidatur von Markus Söder (CSU) ausgesprochen.

„Wir haben eine klare Position eingenommen und diese haben wir heute bestätigt“, sagte der JU-Vorsitzende Tilman Kuban am Abend im „heute journal“ des ZDF: „Heute haben sich die Landesvorsitzenden der Jungen Union positioniert. 14 Landesvorsitzende haben gesagt, dass sie sich für Markus Söder aussprechen.“

Das tut Deutschland nicht gut.

Tilman Kuban von der Jungen Union über den Machtkampf in CDU und CSU

Wie viele in der Union, fordert auch Kuban jetzt einen raschen Entschluss. „Ich würde mir sehr eine schnelle Entscheidung wünschen. Es wäre gut, wenn das Ganze ein Ende nimmt. Das tut der Union nicht gut. Das tut Deutschland nicht gut“, meinte der 33-Jährige: „Der Kurs von Markus Söder kommt in Deutschland gut an. Wir wollen eine starke Führungsperson an der Spitze haben.“

K-Frage in CDU und CSU: Bernhard Vogel - „Die Diskussion schadet der Union“

Update vom 18. April, 22 Uhr: Bernhard Vogel (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Thüringen, fordert in der K-Frage der Union eine schnelle Entscheidung.

„Die Diskussion schadet der Union und muss bald zu Ende kommen. Solche Meinungsverschiedenheiten hat es unter den Schwesterparteien immer wieder gegeben. Sie wurden immer einvernehmlich gelöst. Das wünsche ich mir diesmal auch“, sagte Vogel: „Ich warne davor, zu sehr auf aktuelle Umfragen zu setzen.“

K-Frage der Union: Deutliche Mehrheit in der Jungen Union für Markus Söder

Update vom 18. April, 21.41 Uhr: Im unionsinternen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur steht der Parteinachwuchs, die Junge Union (JU), mit großer Mehrheit hinter dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder. In einer Videokonferenz der Landesvorsitzenden am Sonntagabend sprachen sich nach JU-Angaben 14 Landesverbände mit deutlicher Mehrheit für Söder aus.

Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein als mittelgroße Verbände sowie Brandenburg hätten von einem „gemischten Stimmungsbild“ berichtet. Die Junge Union Nordrhein-Westfalen, die mehr als ein Viertel aller JU-Mitglieder stellt, sprach sich für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidat aus. Die JU hat 18 Landesverbände.

K-Frage in der Union: Markus Söder (CSU) ist überraschend nach Berlin gereist

Update vom 18. April, 20.30 Uhr: Wird es heute noch richtig spannend in der K-Frage der Union? Fällt sogar noch die Entscheidung?

Wie die ARD-Tagesschau berichtet, ist Markus Söder (CSU) in Berlin angekommen. Söder und CDU-Chef Armin Laschet hatten beide ihre Bereitschaft erklärt, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte jedoch ein Votum des CDU-Präsidiums pro Laschet nicht akzeptiert.

Laut Tagesschau will die CDU einer sogenannten Kampfabstimmung in der Bundestagsfraktion unbedingt aus dem Weg gehen. Laut Bild könnte es zu solch einer am Dienstag kommen.

Update vom 18. April, 19.15 Uhr: Fällt doch noch an diesem Sonntag die Entscheidung in der K-Frage der Union? Wie RTL berichtet fliegt Markus Söder (CSU) kurzfristig und zur Stunde von München nach Berlin. Noch immer ist nicht klar, ob Söder oder CDU-Mann Armin Laschet als Kanzlerkandidat für die Union in den Bundestagswahlkampf gehen wird.

Zuletzt war sogar eine Spaltung der beiden Schwesterparteien wegen der ungeklärten K-Frage befürchtet worden.

K-Frage in CDU und CSU: Junge Union kommt am Abend zusammen

Update vom 18. April, 18.30 Uhr: Die Junge Union (JU) wird übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Sonntagabend ab 20 Uhr zusammenkommen und über ihre Empfehlung in der K-Frage beraten.

Wie die F.A.Z. bereits vorher berichtet, wird sich die JU für Markus Söder von der Schwesterpartei CSU aussprechen - und damit dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet die Unterstützung entziehen. Noch vor einer Woche hatte der JU-Vorsitzende Tilman Kuban erklärt, dass Laschet „ganz alleine“ entscheiden müsse.

K-Frage in CDU und CSU: „Konstruktive Gespräche“ zwischen Markus Söder und Armin Laschet

Update vom 18. April, 18.10 Uhr: An diesem Sonntagabend läuft die Frist ab, die sich CDU-Boss Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder in der K-Frage der Union gestellt hatten. Eine Entscheidung gibt es bislang nicht.

Die beiden seien laut F.A.Z. „in guten und konstruktiven Gesprächen“. Dennoch deutet sich laut dem Bericht nun eine Kampfabstimmung in der Bundestagsfraktion an. Am morgigen Montag wollen die Grünen ihren Kanzlerkandidaten bekannt geben und erklären, ob Annalena Baerbock oder Robert Habeck sich um den Job als Regierungschef oder Regierungschef bewirbt. Das setzt die Union zusätzlich unter Zugzwang.

Erstmeldung vom 18. April: München/Nürnberg - Markus Söder genießt uneingeschränkt Rückhalt aus Bayern und von der CSU. Diesen Eindruck hat man in den Diskussionen um die Kanzlerkandidatur der Union. Und doch gibt es offenbar einzelne, die das Werben des bayerischen Ministerpräsidenten und seine Person kritisch sehen.

K-Frage in der Union: Markus Söder und Armin Laschet ringen um die Kanzlerkandidatur

Hermann Imhof, früherer CSU-Landtagsabgeordneter aus Söders Heimatstadt Nürnberg, kritisierte seinen Parteichef nun deutlich. „Ich wünsche Herrn Söder sehr, dass er die Einsicht gewinnt, seine drängenden Ambitionen zurückstellen - in Verantwortung für die ganze Union und in Rücksicht auf die persönliche Situation von Armin Laschet“, sagte Imhof der SZ. „Das wäre ein echtes Zeichen von Demut und menschlicher Größe.“

Die „Rücksichtslosigkeit des Machtstrebens hat schon jetzt viele Wunden gerissen“, meinte Imhof drastisch weiter: „Es geht nun darum, noch größeren Schaden zu verhindern.“ Größeren Schaden für die beiden Schwesterparteien, die in dieser schwierigen Situation der Coronavirus-Pandemie wegen des Machtkampfes nicht das beste Bild abgeben.

K-Frage in der Union: CSU-Politiker spricht sich gegen Markus Söder aus

Ein Kanzlerkandidat der Union brauche laut Imhof „die Fähigkeit zur Integration und die Kraft zur Versöhnung, beruhend auf Lebensreife und innerer Balance“. Ein potenzieller Bundeskanzler müsse „menschliches Vorbild“ sein, „auch in Kultur und Stil“. Stellt der Franke diese Eigenschaften bei Söder in Frage? Das ließ Imhof unbeantwortet. Er sprach sich aber umso deutlicher für den NRW-Landeschef Laschet aus.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur K-Frage in der Union hier im News-Ticker. (pm)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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