Der Rücken!

Karin Stoiber in der Klinik

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Karin Stoiber befindet sich nach ihrer Rücken-OP noch in der Klinik

München - Es war eines der Themen auf der Damen-Wiesn von Regine Sixt im Hippodrom: Wo ist Karin Stoiber (69)? Der Grund für ihr Fehlen scheint schmerzhaft zu sein.

Sie ist wie ihr Mann Dr. Edmund Stoiber (70) ein großer Wiesn-Fan. Doch am Montag blieb der Platz der Gattin des ehemaligen Ministerpräsidenten im Hippodrom leer. Bei der Damen-Wiesn von Regine Sixt war sie in den vergangenen Jahren Stammgast. Doch jetzt musste sich die 69-Jährige abermals einer Bandscheiben-OP unterziehen. Krankenbett statt Bierbank: Der Rücken macht Bayerns ehemaliger First Lady schwer zu schaffen!

Mutter & Tochter Effenberg bei Damenwiesn von Regine Sixt

Claudia Effenberg und Tochter bei der Damenwiesn von Regine Sixt

„Frau Stoiber hat sich einem länger geplanten Eingriff am Rücken unterzogen“, heißt es aus dem engen Umfeld der Stoibers. Sie habe die Operation aber gut überstanden und sei auf dem Weg der Besserung.

Erinnerungen werden wach an das Jahr 2007: Im Juli war sie mit ihrem Mann und der kompletten Familie beim Sommerfest in der Nobeldisco P1. Die Stoibers blickten mit großer Vorfreude dem Ruhestand des Ministerpräsidenten und CSU-Chefs am 30. September entgegen. Doch am späten Abend plötzlich höllische, stechende Schmerzen, Taubheitsgefühl im Arm.

Der Auslöser dafür lag 15 Zentimeter unterhalb des Nackens. Mit einer hochsensiblen OP-Methode, damit das Rückenmark unversehrt bleibt, wurde die Wirbelsäule stabilisiert. Damit verschwanden auch die höllischen Schmerzen.

Nun zwickt es Karin Stoiber wieder am Rücken, eine abermalige Operation ist unumgänglich. Zur Seite steht ihr Gatte Edmund, der gestern seine Memoiren Weil die Welt sich ändert auf den Markt brachte. Noch viel wichtiger als ein Verkaufserfolg des Buches ist für ihn, dass seine Frau wieder gesund wird. Er wünscht sich nichts mehr, als dass seine Karin am Freitag wieder daheim in Wolfratshausen ist. Dann feiert das CSU-Urgestein seinen 71. Geburtstag.

Stefan Dorner

Was bei einem Prolaps passiert

Das Kreuz mit dem Kreuz – etwa 15 Prozent der Deutschen leiden regelmäßig unter Rückenbeschwerden. Viele schlucken regelmäßig Schmerzmittel.

Häufig werden die Beschwerden von einem Bandscheibenvorfall verursacht. Der Prolaps, wie Mediziner diese Erkrankungen nennen, ist eine Verschleißerscheinung. Dabei wird der Faserring um den weichen Kern der Bandscheibe brüchiger. Der Kern verschiebt sich, drückt auf den Ring und wölbt ihn aus.

Wenn der Ring durchbrochen wird, das hintere Längstband aber erhalten bleibt, diagnostizieren die Ärzte einen gedeckten Bandscheibenvorfall. Zerreißt das Band, kann Gewebe in den Wirbelkanal fallen. Das nennt man Sequester.

Was bedeutet ein Bandscheibenvorfall für den Patienten – und was kann man dagegen tun. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Wie behandelt man einen Bandscheibenvorfall? Kaum ein Thema wird unter Medizinern so hitzig diskutiert. Kritiker behaupten, es würden zu viele Patienten operiert – obwohl sie auch ohne OP geheilt werden könnten. Viele Chirurgen halten dagegen, die Patienten kämen mit Hilfe eines Eingriffs schneller wieder auf die Beine als durch konservative Therapien.

Wer sollte sich operieren lassen? Patienten, die über neurologische Ausfälle klagen, müssen operiert werden. Darunter versteht man Lähmungserscheinungen – häufig in den Beinen. Sie können aber auch im Bereich von Blase und Darm auftreten. Wenn der Patient „nur“ an Schmerzen, nicht aber an Lähmungen leidet, sollte er sich zunächst konservativ behandeln lassen. In zwei Dritteln der Fälle erzielt man mit Physio- und Verhaltenstherapie dasselbe Ergebnis wie mit einer Operation.

So funktioniert die Bandscheiben-Operation: Ziel der Chirurgen ist eine Dekompression der Wirbelsäule – also eine Entlastung. Für jede defekte Bandscheibe – die Ärzte sprechen von Etagen – ist ein etwa zwei Zentimeter langer Hautschnitt erforderlich. Mit einem OP-Mikroskop und einer speziellen Fasszange entfernen die Operateure die abgebrochenen Teile der Bandscheibe.

Wie lange dauert die OP? Die Chirurgen planen pro Etage etwa 30 bis 45 Minuten ein.

Wie gefährlich ist eine Bandscheiben-OP? Die Gefahr einer Lähmung durch einen Kunstfehler ist gering, sie liegt im Promillebereich.

red

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