Keine Spur nach Franken wegen Neonazi-Morden

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Innenminister Joachim Herrmann ( CSU).

Nürnberg - Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt es bislang keine Beweise, dass auch fränkische Rechtsextreme in die Neonazi-Mordserie verwickelt waren. Die Untersuchungen dauern an.

“Das wird natürlich sorgfältig ermittelt, aber verwertbare Hinweise dafür haben wir bislang nicht“, sagte Herrmann am Mittwoch nach dem Besuch der Sonderkommission “Bosporus“ bei der Kripo Nürnberg. Herrmann hatte sich über die Arbeit und den aktuellen Ermittlungsstand bei den Beamten informiert. Zu Einzelheiten wollte er sich jedoch nicht äußern.

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Der Verdacht war aufgekommen, nachdem bekanntgeworden war, dass auch die “Nürnberger Nachrichten“ eine Bekenner-DVD der Zwickauer Neonazizelle erhalten hatte. Anders als bei anderen Medien war die DVD dem Blatt nicht per Post zugestellt, sondern unfrankiert in den Briefkasten des Verlagshauses geworfen worden.
Zudem hatte sich in der vergangenen Woche ein der örtlichen Neonazi-Szene zugerechneter Nürnberger im Internet zynisch zu den Morden an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern geäußert. In Nürnberg waren zwischen 2000 und 2005 drei Männer kaltblütig erschossen worden. Die dabei verwendete Waffe hatten Beamte bei der Zwickauer Terrorzelle sichergestellt.

Die rechte Terrorzelle - Chronologie der Ereignisse in Bildern

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Nach Herrmanns Angaben prüft die wieder deutlich aufgestockte Sonderkommission derzeit, “ob noch andere Täter im Spiel sein könnten“. Die Soko untersuche auch Taten aus den vergangenen Jahren, “die wir bisher nicht mit den (Zwickauer) Tätern in Verbindung gebracht haben“.

Unabhängig davon sei ein NPD-Verbot überfällig. “Das sind genau die, die solchen Gewalttätern die ideologische Begründung für ihre grässlichen Taten liefern“, sagte Herrmann.

dpa

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