Kinderarbeit: 215 Millionen müssen schuften 

Genf - Etwa 215 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten. Gut die Hälfte von ihnen lebt von Prostitution, Drogenschmuggel, arbeitet unter Tage oder als Kindersoldaten.

Das teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf am Montag anlässlich des 10. Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni mit.

Nach dem aktuellen ILO-Bericht sind insbesondere Kinder in ländlichen Regionen, von Wanderarbeitern sowie von indigenen Völkern durch Arbeit in jungen Jahren gefährdet. Diese bedeute nicht nur eine Verletzung der Grundrechte, sondern auch ein Entwicklungshindernis: Ohne Ausbildung hätten die Kinder so gut wie keine Chance auf einen Ausbruch aus der Armut.

Die den Vereinten Nationen nahestehende Organisation forderte die Regierungen auf, Gesetze zum Schutz von Kindern zu formulieren und umzusetzen. Dazu gehöre auch das Fördern von Schulbesuchen und alternativen Einkommensquellen für mittellose Familien.

„Wir können nicht zulassen, dass die Beseitigung der Kinderarbeit von der Entwicklungsagenda rutscht“, sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia laut Mitteilung. „Alle Länder sollten bestrebt sein, dieses Ziel zu erreichen, individuell und kollektiv.“

173 der damals 183 ILO-Staaten hatten 1999 ein Abkommen unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, Programme zur Bekämpfung von Kinderarbeit ins Leben zu rufen. Zwar registriert die ILO seitdem eine wachsende Zahl nationaler Aktionspläne und Gesetze. Jedoch kämen dem noch nicht alle Staaten ausreichend nach.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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