Klimawandel: Altmaier zieht in den Kampf

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Bundesumweltminister Peter Altmaier

Berlin - Vertreter aus 35 Staaten wollen den Klimaverhandlungen neuen Schwung verleihen. Wird die Wirtschaftskrise die Bemühungen behindern?

“Wir wollen heute helfen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier am Montag zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs, der diesmal in der deutschen Hauptstadt stattfindet. Auf dem zweitägigen Treffen wollen Umweltpolitiker über neue Ideen und Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel beraten. Altmaier äußerte sich besorgt, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Wie der Treibhauseffekt funktioniert

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Seit dem ersten Petersberger Dialog vor zwei Jahren beherrsche nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Wirtschafts- und die Finanzkrise das internationale Geschehen, sagte Altmaier. Beiden Krisen gemeinsam sei kurzfristiges Denken. Nachhaltiges Wirtschaften könne jedoch helfen, diese Krisen zu überwinden. Er forderte mehr Anstrengungen zum Klimaschutz.

Zugleich versicherte Altmaier, dass sich die Wirtschaftskrise nicht negativ auf die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen auswirken werde. “Wir werden trotz der Schuldenkrise, trotz der wirtschaftlichen Krise dafür sorgen, dass es neue und innovative Finanzierungsinstrumente gibt“, sagte er. Zugleich wolle er sich dafür einsetzen, dass die Zusagen zur Klimafinanzierung auch wirklich eingehalten würden. Deutschland sei hier auf einem guten Weg.

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Auf der letzten Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hatten sich Vertreter von 194 Staaten auf einen Fahrplan für weitere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Bis 2015 soll ein Abkommen ausgehandelt werden, dem alle Staaten angehören sollen. Umgesetzt werden soll es ab 2020. Beschlossen wurde außerdem eine neue Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, mit dem sich Industriestaaten zu einer Minderung des Treibhausgasausstoßes verpflichten. Allerdings wollen Kanada, Russland und Japan keine neuen Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen, kurz nach der Konferenz in Durban verkündete Kanada offiziell seinen Ausstieg aus dem Protokoll.

Von der nächsten Klimakonferenz, die Ende des Jahres in Doha stattfindet, forderte Altmaier ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. “Alle sind sich bewusst, dass die Zeit knapp ist“, betonte er. Die Beratungen in Berlin sollten nun dazu dienen, die Verhandlungen vorzubereiten und zugleich konkrete Schritte einzuleiten.

Der katarische Vize-Premierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah versicherte, dass sein Land jede erdenkliche Unterstützung bieten werde, um Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel zu erzielen. Die Hauptfrage für die anstehenden Verhandlungen in Doha sei, “wie wir ein Ergebnis erzielen können, das für alle akzeptabel ist“. Auch er räumte ein, dass noch viele Fragen ungeklärt seien. “Wir haben nur begrenzt Zeit“, sagte er. “Der Schwung der letzten Jahre“ müsse erhalten bleiben.

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Am Nachmittag wollte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Rede auf dem Petersberger Klimadialog halten. Am Wochenende hatte sie für ein neues internationales Klima-Abkommen mit klaren Vorgaben geworben. Man dürfe die Jahre zwischen 2012 und 2015 nicht einfach verstreichen lassen, erklärte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Merkel sagte harte Verhandlungen voraus, insbesondere über die Frage, welche Region der Welt welchen Beitrag leisten muss.

dapd

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