Spannende Wahlnacht

Präsidenten-Stichwahl in Polen: Es wird knapp

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Andrzej Duda ist Kandidat der christdemokratischen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die im Herbst auf einen Machtwechsel nach den Parlamentswahlen hofft.

Warschau - Die Polen haben einen neuen Präsidenten gewählt, aber diesmal wagt niemand, ersten Prognosen zu trauen. Alle Umfragen vor der Wahl lassen ein denkbar knappes Ergebnis erwarten. Die Wahlnacht dürfte lang und spannend werden.

Präsidentenwahl mit Signalwirkung: Die polnischen Wähler haben am Sonntag in einer Stichwahl nicht nur über das künftige Staatsoberhaupt entschieden, sondern womöglich auch erste Weichen für die Parlamentswahlen im Herbst gestellt. Während Amtsinhaber Bronislaw Komorowski (62) von der liberalkonservativen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) unterstützt wird, ist sein Herausforderer Andrzej Duda (43) der Kandidat der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen hatte Duda entgegen allen Umfrageergebnissen überraschend von allen elf Kandidaten die meisten Stimmen erhalten, eine absolute Mehrheit jedoch verfehlt. Deshalb war am Sonntag die Stichwahl gegen den zweitplatzierten Komorowkski notwendig.

Experten warnten, bei der Stichwahl den ersten Prognosen am Wahlabend zu viel Vertrauen zu schenken. Angesichts des Kopf an Kopf-Rennens zwischen Komorowski und Duda seien in der Wahlnacht noch Überraschungen möglich.

Als entscheidend könnte sich die Wahlbeteiligung erweisen - und die Frage, welcher Kandidat noch mehr Wähler mobilisieren konnte. Auch wenn die Wahlbeteiligung leicht über dem ersten Wahlgang lag, begann die Wahl am Sonntag eher schleppend. Bis mittags habe die Wahlbeteiligung 17,4 Prozent betragen, teilte die Wahlkommission mit.

EU-Ratspräsident Donald Tusk ging von einer langen Wahlnacht aus, als er am Sonntag im nordpolnischen Sopot seine Stimme abgab. „Ich vermute, dass heute abend niemand sicher sein wird, wie am Ende das Ergebnis aussieht“, sagte er. „Ich nehme an, dass beide Kandidaten nicht bis heute abend, sondern bis morgen mittag warten, ehe Champagner entkorkt oder Tränen vergossen werden.“ Bei der Wahl am Sonntag habe buchstäblich jede Stimme Gewicht.

Kampagne Duda

Kampagne Komorowski

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