Knobloch fordert Durchgreifen gegen Neonazi Wiese

München - Die jüdische Gemeinde Münchens fordert ein Einschreiten der Justiz gegen die neuerlichen Aktivitäten des wegen Terrorismus verurteilten Neonazi Martin Wiese.

“Es ist inakzeptabel, dass ein nachgewiesen neonazistischer Terrorist vor unser aller Augen seine rechtsextremistischen Wahnvorstellungen fortsetzen kann“, kritisierte am Mittwoch Gemeindepräsidentin Charlotte Knobloch.

Wiese war wegen des 2003 geplanten Sprengstoffanschlags auf das Jüdische Zentrum in München zu sieben Jahren Haft verurteilt worden und ist seit Sommer 2010 wieder auf freiem Fuß. Er steht jedoch unter sogenannter “Führungsaufsicht“ der Justiz und muss sich von seinen Neonazi-Freunden fernhalten. Daran hält sich Wiese jedoch nicht, wie die Münchner Anti-Rechts-Initiative “Aida“ recherchiert und die “Süddeutsche Zeitung“ berichtet hat.

Nach Einschätzung von “Aida“ versucht Wiese, eine neue rechte Organisation aufzubauen, die “Nationale Soziale Bewegung“. Am Montagabend wurde Wiese am Rande einer Neonazi-Mahnwache auf dem Marienplatz von linken Nazi-Gegnern fotografiert. “Er ist bereits ein Idol und eine Integrationsfigur in der rechtsextremen Szene Süddeutschlands“, erklärte Knobloch. “Er muss gestoppt werden, bevor er ihr Wort- und Rädelsführer wird.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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