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Kommentar: Die 53. Münchner SiKo war lästig - aber wichtig!

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Von: Klaus Rimpel

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Klaus Rimpel
tz-Reporter Klaus Rimpel vor dem Tagungshotel. © Schlaf

München - Die 53. Sicherheitskonferenz ist vorbei. tz-Redakteur Klaus Rimpel gibt in seinem Kommentar eine Einschätzung zur bedeutungsvollen Veranstaltung im Hotel Bayerischer Hof.

Während Mike Pence im Bayerischen Hof sein Bekenntnis zur Nato ablegte, zeigte Donald Trump bei einem gespenstischen Auftritt in Florida, warum die westliche Welt trotz des Münchner Treue-Schwurs Angst vor diesem US-Präsidenten hat: Trump beschimpfte erneut die Medien pauschal als „unehrlich“ - mit dem offensichtlichen Ziel, jegliche Kritik an seiner „reibungslos“ laufenden Präsidentschaft als Lüge hinzustellen. 

Die Ursache der Skepsis in München gegenüber Pence’ schönen Worten liegt in all dem begründet, was die US-Regierungsdelegation auf der Siko nicht ansprechen wollte: Trumps Einreise-Verbot für sieben islamische Staaten, seine Herabwürdigung der unabhängigen Richter, seine Drohungen mit Strafzöllen, seine Propagierung von Folter als Verhörmethode… 

Alle wichtigen Entwicklungen hier im SiKo-Ticker nachlesen

Aber wir erlebten auf dieser denkwürdigen 53. Sicherheitskonferenz auch das andere, das Mut machende Amerika - vor allem in den Worten John McCains. Der leidenschaftliche Appell des Republikaners für die gemeinsamen Werte des Westens zeigte, dass das „andere“ Amerika zum Kampf für die Wahrung von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit bereit ist. „Schreibt Amerika nicht ab“, so McCain. 

Zu Recht. Gerade in diesen unsicheren Zeiten zeigte sich, wie wichtig es ist, wenn sich so viele Mächtige aus teilweise verfeindeten Staaten ohne steifes Protokoll treffen können. Die Siko mit ihren Absperrungen und dem dem Massen-Polizeiaufgebot mag für uns Münchner lästig sein - für die Welt ist sie wertvoll.

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