Spitzenkandidaten der Jugendorganisationen

Kommunalwahl 2020: Münchens Nachwuchs-Politiker - Das finden sie gut, das sind ihre Forderungen

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Bei der Kommunalwahl stehen auch Nachwuchs-Politiker auf den Listen.

Die Spitzenkandidaten der Jugendorganisationen von CSU, SPD, Grünen und FDP haben klare Vorstellungen, was in München für Jugendliche gut läuft – aber auch klare Wünsche für Verbesserungen.

München - Da wird etwa die Forderung laut, die Ausstattung an Schulen weiter zu verbessern. Zudem ist vielfacher Wunsch, jungen Münchnern mehr Raum zur Verfügung zu stellen – ohne Kommerz: für Subkultur, Bandproben oder Skateranlagen. Im Rahmen unserer Serie vor der Kommunalwahl am 15. März zeigen wir die jungen Ideen für die Stadt:

➊ Michael Daniel (CSU)

1. Was läuft in München für die Jugend richtig gut?

Michael Daniel (CSU)

München bietet der Jugend vielfältigste Chancen und Möglichkeiten. Die Jugendarbeitslosigkeit ist quasi bei null. Es gibt ein enormes Ausbildungs- und Studienangebot mit über 30 Hochschulen mit insgesamt deutlich über 100 000 Studenten. Auch das Kulturangebot ist breit gefächert: Von der Bayerischen Staatsoper über Volksfeste bis hin zu Subkultur – und oft mit Vergünstigungen für junge Leute. Und München ist auch für junge Menschen eine sichere Stadt.

2. Was muss sich ändern, um München für die Jugend attrak­tiver zu machen?

München ist sehr teuer, gerade für junge Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Wir wünschen uns mehr Studentenwohnungen, aber auch mehr Azubiwohnheime. Azubis sollen generell so gefördert und (etwa bei Kulturangeboten) begünstigt werden wie Studenten – mit der neuen AzubiCard der IHK sollte dies möglich sein. Außerdem möchten wir eine Verbesserung der Ausstattung an den Schulen. Schön wäre es, wenn es auch mehr preiswerte Bars für junge Leute gäbe.

3. Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

In Zukunft fahren die öffentlichen Verkehrsmittel, vor allem die U-Bahn, auch nachts regelmäßig. So sind nicht nur junge Menschen, sondern etwa auch Schichtarbeiter mobil und nicht auf das Auto angewiesen. Die Angebote für die individuelle Mobilität (wie MVG Rad, CarSharing, Elektroroller) sind im gesamten Stadtgebiet und nicht nur in der Innenstadt nutzbar. München ist bezahlbarer geworden, und im Sommer treffen sich viele Jugendliche an der Isar – die sie hinterher aber sauber zurücklassen.

➋ Clara Nitsche (Grüne)

1. Was läuft in München für die Jugend richtig gut?

Clara Nitsche (Grüne)

Die Jugend ist politisch wie nie und geht auf die Straße, um sich für ihre Anliegen einzusetzen – etwa für das Recht auf eine lebenswerte Zukunft bei Fridays for Future. Aber auch die Proteste gegen das Polizeiaufgabengesetz haben gezeigt, dass Jugendliche keine Lust mehr haben, bei Entscheidungen außen vor gelassen zu werden. München ist ein Ort für Protest geworden. Junge Menschen zeigen hier friedlich Lösungen für drängende Probleme auf. Das ist großartig.

2. Was muss sich ändern, um München für die Jugend attrak­tiver zu machen?

Allgemein ist das Leben in München unglaublich teuer. Die Wohnpauschale beim BAföG beträgt 325 Euro, davon kann man sich aber kaum ein Zimmer leisten. Auch Teilhabe ist teuer: Wir brauchen mehr öffentlichen Raum, an dem wir uns aufhalten können, ohne etwas konsumieren zu müssen, und für coole Subkultur. Außerdem sollen junge Menschen auch in der Nacht noch entspannt nach Hause kommen, auch wenn sie nicht in der Innenstadt wohnen.

3. Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

In meinem München der Zukunft gibt es günstigen Wohnraum, lebendige und alternative Club- und Subkultur sowie mehr Möglichkeiten für alle Menschen, sich direkt vor Ort einzubringen. Ich wünsche mir, dass ich schnell und sicher mit dem Rad überall hinkommen kann und dass der ÖPNV kostenlos ist. Außerdem wird es mehr Grünflächen und Bäume geben, um das Stadtklima sowie die Lebensqualität zu verbessern. Und München wird sich an die Pariser Klimaziele halten und bis 2035 klimaneutral sein.

➌ Christian Köning & Lena Odell (SPD)

1. Was läuft in München für die Jugend richtig gut?

Christian Köning & Lena Odell (SPD).

München ist eine Stadt, in die viele junge Menschen kommen, um zu studieren oder ihre Ausbildung zu machen. Die Stadt ist wirtschaftlich attraktiv, sozial durchmischt und hat eine großartige und vielfältig für Freizeitaktivitäten nutzbare Umgebung. Deswegen bleiben auch viele hier, um beruflich Fuß zu fassen und vielleicht eine Familie zu gründen. Die Politik der SPD hat in München zu großen Erfolgen geführt. Immer mehr junge Menschen wollen hier leben.

2. Was muss sich ändern, um München für die Jugend attrak­tiver zu machen?

Wir freuen uns auf das zugesagte 1-Euro-Ticket und kämpfen für weitere Verbesserung im ÖPNV. Es braucht einen Netzausbau, die Kostenfreiheit und einen Ausbau der Nachtlinien. Gleichzeitig wollen wir gerade beim Wohnen mehr: ein Azubiwerk und die Förderung studentischen Wohnraums. Wir kämpfen für kommerzfreie öffentliche Plätze. Jugendliche brauchen Freiräume, mehr Band-Übungsräume, Freizeitangebote wie Tischtennisplatten oder Skateparks.

3. Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

Das München der Zukunft ist weltoffen und sozial gemischt. Alle Menschen sind vor Armut, Ausbeutung und Arbeitslosigkeit abgesichert. Wohnen ist für alle bezahlbar. Immobilienspekulation gibt es nicht mehr. Wir haben alle städtischen Angebote demokratischer und offener gemacht, sind Vorreiter in der Umsetzung des digitalen Fortschritts. Wir haben die Verkehrswende umgesetzt, einen kostenfreien und leistungsstarken ÖPNV, eine autofreie Innenstadt und gut ausgebaute und sichere Radwege geschaffen.

➍ Jennifer Kaiser-Steiner (FDP)

1. Was läuft in München für die Jugend ­richtig gut?

Jennifer Kaiser-Steiner (FDP)

Für junge Menschen gibt es in München viel zu erleben. Zum Beispiel Surfen im Eisbach, auch wenn die Stadt noch für weitere Wellen sorgen könnte. Zudem ist München eine sichere und saubere Großstadt. Wir haben ein gutes Bildungsniveau, auch wenn unsere Schulen moderner sein könnten. Und München ist nach Berlin bereits die Gründerstadt. Trotzdem sollten wir bei der Stadtplanung mehr Platz für Gründer und auch Künstler schaffen.

2. Was muss sich ändern, um München für die Jugend attraktiver zu machen?

Unsere Jugend ist politischer denn je, und wir gehen für unsere Überzeugungen auf die Straße. Egal ob für NoPAG, SaveYourInternet oder das Klima. Deshalb müssen wir jungen Menschen schon früh Mitsprache- und Gestaltungsrechte geben. Wir JuLis fordern daher einen Jugendbeirat mit eigenem Budget. Auch junge Menschen sollen sich Wohnraum in München leisten können. Doch günstiger Wohnraum entsteht nur, wenn wir ihn bauen. Deshalb fordern wir schnellere Planung und Genehmigung beim Bauen.

3. Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

Unser München der Zukunft nutzt die Vorteile der Digitalisierung. Beim Umweltschutz mit Sensoren in Laternen und Mülleimern, um Ressourcen zu sparen, oder mit Online-Behördengängen. Wir brauchen mehr Natur in der Stadt, durch weitere Bäume und Begrünung von Gebäuden. Statt die Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen, braucht es einen Verkehrsmix. Mit einem attraktiven ÖPNV, bei dem man gerne das Auto stehen lässt. Wir JuLis glauben, die Zukunft wird richtig gut, wenn wir jetzt die Weichen dafür stellen.

Oberbürgermeisterwahl 2020 in München: Wann ist der Termin? Welche Kandidaten treten bei der Kommunalwahl gegen OB Reiter an?

Wann sie kommt, was in ihr drin steht und wofür der Wähler sie benötigt - alle Informationen zur Wahlbenachrichtigung für die Kommunalwahl 2020 in Bayern.

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