Viele Wähler und viele leere Wahlurnen

Ansturm auf Briefwahl verursacht kurioses Problem

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München - Briefwahlboom in Bayern, doch der Trend bringt ein Kuriosum mit sich: In sehr kleinen Wahlbezirken gibt es zu wenige Úrnenwähler.

Briefwahlboom in Bayern – so wurde etwa in Eichstätt schon zur Wochenmitte hin die 30-Prozent-Wählerquote geknackt, Zum selben Zeitpunkt verzeichnete die Gemeinde Königsdorf (Kreis Bad-Tölz/Wolfratshausen einen noch höheren Anstieg: Von 2400 Stimmberechtigten waren es 1200, die daheim ihre Kreuzerl machen. Schön, denn alles hebt die Wahlbeteiligung, wie es sich die Kandidaten immer wünschen: „Gehen Sie zur Wahl!“ Doch der Trend zur Heimarbeit bringt ein Kuriosum mit sich: In sehr kleinen Wahlbezirken gibt es zu wenige Urnenwähler. Der geschäftsleitende Beamte der Stadt Greding (Kreis Roth), Michael Pfeiffer, hat vier solcher Wahllokale unter seiner Verantwortung. In denen wird die Auszählung gestrichen. Der Grund hierfür ist die Briefwahl. Denn, was kaum einer weiß, in einem Wahllokal muss eine Mindestanzahl an Stimmen erreicht werden – und zwar 50 – um eine geheime Wahl zu gewährleisten. Bei weniger, noch dazu, wenn man sich in der Gemeinde gut kennt, könnte es sein, dass Stimmzettel einer Person zuzuordnen sind. In dem Gredinger Bezirk Kleinnottersdorf etwa werden aufgrund der Briefwahl rein rechnerisch die 50 Wähler nicht mehr erreicht: Von 70 Wahlberechtigten haben 38 die Briefwahl-Unterlagen angefordert. So wird das nix mehr mit der 50-Stimmen-Grenze. Das Gleiche gilt auch für drei weitere kleine Wahlbezirke: Dort lässt sich ebenso nur Ankreuzeln, doch nichts Auszählen. Die Urnen werden deshalb nach 18 Uhr zu anderen Wahlbezirken transportiert und mit den dortigen Stimmzetteln gemischt. Dadurch dauert die Auszählung natürlich etwas länger, zumal auch die Zettel der Briefwähler erst geöffnet werden müssen.

Doch auch in Greding dürften sie nicht allzu lange auf den Namen des Bürgermeisters warten – der soll bereits um 19 Uhr genannt werden.

mc

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