Mia schaugn noch

So boarisch is da neie Obabuagamoasda

+

Minga - Wie boarisch sans, de OB-Kandidaten? Schließlich is Minga oiwe no d Hauptstod vo Bayern! Oder brauchts des gor ned? Sie ham de Wahl!

Dieser Text stammt aus der tz-Ausgabe vom Freitag, 21.02.2014, die komplett auf Bairisch erscheint. Die Erklärung dazu lesen Sie hier, mehr Texte finden Sie auf dieser Übersichtsseite.

Ozapfa kennans olle viere: Füa uns ham de OB-Kandidaten bei da Wiesn scho a Fassl feins Hacker-Pschorr ogstocha. Da Reiter Dieter (SPD) und da Schmid Seppi (CSU) warn zwar mit zwoa Schläg a bissl besser wia de Nallinger Sabine (Greane) und da Mattar Michl (FDP). Aber des Notwendigste, wos da Obabuagamoasda vo Minga kenna muss, des kennans. Aber: Wie boarisch sans sonst? Schließlich is Minga oiwe no d Hauptstod vo Bayern! Oder brauchts des gor ned? Sie ham de Wahl! Auf geht’s: Okreizlt werd am 16. März!

Costanzo David

Sabine Nallinger (Greane)

Oans muss ma wirklich sogn: Im Dirndl schaut de Nallinger Sabine (50) richtig fesch aus! Aber des is dann aa scho des Boarischste an ihr. Nach Minga iss erst zum Studiern kemma. Sie hod ja sogar des Bladl auf Bairisch drucka lassn, mit dem se si ois OB-Kandidatin vorsteit. So soin aa echte Bayern sie versteh kenna! „I drit o, um Mingas erste Obabuagamoasdarin zwern“, schreibts do. „I drit o fia frische Idän, fia a Portion Schneid und a reges Mid­ananda vo de Leid.“ Host mi? Patent iss ja: Ois Frau und Muatta vo zwoa Madln, Stodrätin, Stod- und Verkehrsplanerin hod de Nallinger glei drei Berufe. Koa Wunder, daßs de Kandidaten-Urviecher manchmoi tratzt.

Josef Schmid (CSU, 2.v.l.)

Früher war a da „Seppi“ und des is a füa di Spezln aa heit no. Aber im Rathaus is a da Josef: Schmid (44) is a echta Mingara. Oder no genauer: a Allacher Bua durch und durch. Seine Eltern warn de Metzgersleit vom Dorf. Wenn da Seppi am Samstag ned zum Gymnasium nach Dachau miassn hod, hod er an der Kasse Lebakas und Weißwürscht abgrechnet. So richtig weg war er bloß zum Studiern – in Passau. Mit seim Trachtenverein „Alpenrösl“ marschiert er oiwe beim Trachten- und Schützenzug mit – in da echten Werdenfelser Tracht. Seine Devise: „Pack mas!“ Minuspunkt: Er zischt zwar amoi a Weißbier, aber vui liaba an Wein oder an Spezi mit Eis und Orange.

Michael Mattar (FDP, 3.v.l.)

Er is da Preiß unter de Kandidaten: Der Mattar Michl (60) is a echter Kosmopolit. In die Achzger is er ausm griabigen Mainz ins gschaftige Minga zogn. Er wohnt do, wo as Lebn wurlt – am Stiglmaierplatz. Und in Urlaub fahrt er do hi, wos no mehra zuageht – zu de Spanier noch Barcelona. Ma kannt aa sogn, der Liberale is des Gscheidhaferl im Stodrat. Wenn er redt, spitzt sogor da Obabuagamoasda bsonders guad die Ohrwaschln, weils oiwe ned bloß gescheit is, sondern meistens aa no hinterfotzig dazua. Der Mattar is zwar vo am echten Bayern so weit weg wie Plattling vo New York. Aber a Hund is er trotzdem, a echter Bazi. ­Außen a Preiß und innen a Bayer.

Dieter Reiter (SPD, r.)

Zu seine Sozis hod er amoi so Griaßgod gsogt: „I bin da Dieda und do bin i dahoam.“ Der Reiter (55) is zwar in Schwobn auf d Weit kemma, in Rain am Lech. Aber mit zwoa Johr is er noch Minga zogn und in Sendling groß worn. Ois kloans Zwergerl is a midm Vadda, der Kassier bei de Sozis war, von Dür zu Dür ganga und hod des Geid vo de Genossen eigsammet. Heit wohnt er am Harras und is ois Wiesn-Moasta vo da Stod alloa scho recht boarisch beianand. Gschert redn konn er aa – bsonders, wenn er vo de normalen Leit redt. A oids Muatterl hod eam amoi am Harras gsogt: „Wissens, i fahr seit de Siebzger mit da U-Bahn zu meiner Schwester. Jetzt is’ ins Heim nach Pasing ganga. Und do fahrt koa U-Bahn hi.“ Und wos sogt der Reiter? „Des kriagn ma scho hi.“

Auch interessant

Kommentare