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CSU-Kandidat mit Sturmgewehr: Was soll das?

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Das Bild ist echt (aufgenommen in Nevada beim Schießen), die ­Aufschrift eine Fälschung: ­Stephan Bichlmeier mit der Waffe bei ­Facebook

München - Ganz schön martialisch: Bei Facebook kursiert das Bild eines CSU-Kandidaten für den Bezirksauschuss Sendling-Westpark mit Gewehr. Was ist da nur los?

„Ich verteidige Ihre Interessen.“ Mit diesen Worten und dem täuschend echten Layout der CSU-Kampagne für die Münchner Kommunalwahlen versehen ist der Münchner Schießlehrer und Sportschütze Stephan Bichlmeir mit einer schweren Schusswaffe in der Hand zu sehen. „Es handelt sich um eine Colt M5, eine Weiterentwicklung des Sturmgewehres M16, das die US Arme in Vietnam benutzt hatte“, erklärt der Betroffene. Bichlmeir ist professioneller Schießlehrer für Jäger sowie Soldaten und Polizisten in den USA. Außerdem war er drei Jahre Schützenmeister der Münchner Hauptschützen, war bei den Olympischen Spielen 2004 in London und 2008 in Peking im deutschen Team.

Doch wieso posiert er mit einer Waffe für ein Wahlplakat? „Das ganze ist eine Fälschung“, schimpft Bichlmeir. „Ich fühle mich missbraucht, jemand will meine Wahl verhindern.“ Tatsächlich habe er ein einer Messe in Nürnberg das Bild als Plakatständer benutzt. „Das muss jemand fotografiert haben und eine Fotomontage daraus gemacht haben“, so Bichlmeir, der jetzt einen Anwalt einschalten will.

Bichlmeier war übrigens Wehrdienstverweigerer. Wieso er dennoch auf Gewehre steht? „Ich war mit dem THW in Bosnien und habe dort gemerkt, dass eine Kalaschnikow mehr bewirkt, als ein Rotkreuz-Papperl auf einer Autotür.“

OB-Kandidaten tragen Hüte

Die mit dem Huat san guad! Das ist eine bayerische Weisheit, die sich der OB-Kandidat der Wählergruppe HUT, Wolfgang Zeilnhofer-Rath zu Herzen nimmt. Dieser Tage tragen aber auch die OB-Kandidaten der etablieren Parteien auf ihren Plakaten Hüte, die dem des HUT-Kandidaten sehr ähnlich sehen. „Wir verteilen diese Aufkleber, was die Leute damit machen, ist nicht unser Bier“, so der Sprecher der Wählergruppe HUT, Nikolaus Hoenning. Ob der Konkurrenz bald die Hutschnur platzt? Grünen-Frontfrau Sabine Nallinger: „Ich sehe das so, dass HUT mich unterstützte.“

Johannes Welte

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