Er will CSU-Stadtrat werden

Die Theiss’ ziehen in den Wahl-Kampf

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Ärzte-Paar: Kickbox-Ass Christine und ihr Mann Hans Theiss. Er kandidiert für die CSU.

München - Das ist Wahl-Kampf im wahrsten Sinn des Wortes: Wir sehen Dr. Hans Theiss (36), der bei der Kommunalwahl am 16. März für die CSU in den Stadtrat will.

Grad hat er ein Foto machen lassen: Seine Frau, die Kickbox-Weltmeisterin, die im Dezember ihre Karriere beendet hat, und jetzige Fernseh-Moderatorin Christine Theiss (33), bandagiert ihm im Boxing beide Hände wie vor einem Zwölf-Runden-Kampf. Ihr Mann sagt: „Diese Aufnahme soll unsere Situation zeigen. Für mich ist das ein echter Kampf – und Christine unterstützt mich.“

Theiss, der in Schwabing wohnt und im Kreisverband München-Mitte aktiv ist, steht auf Listenplatz 31. Seine Prognose: „Ich schätze meine Chancen auf 50:50. Ich investiere jede freie Minute in den Wahlkampf.“ Nicht einfach wegen des Ansehens, das mit einem Stadtrats-Posten verbunden wäre – sondern vor allem wegen der Inhalte. Hans Theiss ist Mediziner, Oberarzt im Klinikum Großhadern. Dort kümmert er sich um Herzinfarkt-Patienten. Dort bekommt er mit, was Patienten und Ärzten wirklich wichtig ist. Die Gesundheitspolitik, in der er sich seit zehn Jahren ­engagiert, wäre auch im Stadtrat sein wichtigstes Anliegen. Der Arzt erklärt: „Die Entscheidungen werden oft von Leuten getroffen, die nie an der Front gearbeitet haben, die nie in einer Nachtschicht im Krankenhaus gezittert haben. Es muss endlich praktische ärztliche Erfahrung in die gesundheitspolitischen Entscheidungsprozesse einfließen.“ Das meint auch Ehefrau Christine – auch sie ist studierte Ärztin.

Tatsache ist jedenfalls: Gerade in München gibt es in Sachen Gesundheitspolitik genug zu tun. Den Kliniken fehlt das Geld hinten und vorn. Theiss kritisiert: „Es ist schlimm, wenn ein Patient eine Woche lang auf seine OP wartet und in dieser Zeit drei Mal in der Zeitung lesen muss, dass es schlecht um die Kliniken steht. Ich glaube, ein Knackpunkt für die Arbeit des nächsten OB wird sein, die städtischen Kliniken wieder fit zu bekommen.“

Theiss hofft, dass dieser nächste OB Josef Schmid heißt. Und dann schlägt er den Bogen zurück zum Kampf­sport: „Es stimmt zwar, dass im Ring der amtierende Champion in der Regel einen Vorteil hat. Die SPD ist in München allerdings ein in die Jahre gekommener Champion. Vielleicht bekommt sie jetzt den finalen Punch!“

Uli Heichele

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