Wahlkampf-Tour mit Josef Schmid

Klinik-Sanierung: Klug ist, wer auf die Mitarbeiter hört

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Sich die Sorgen der Beschäftigten genau anhören: Das rät Betriebsratschef Dr. Christoph Emminger (r.) dem OB-Kandidaten.

München - Josef Schmid hat sich mit der tz auf eine Stadttour zu den größten Problemstellen in München eingelassen. Eine Station war das Klinikum Schwabing.

Für Josef Schmid sind die fünf städtischen Kliniken die Kulisse eines Dramas mit rot-grünen Bösewichten: erst die „Parteibuchbesetzungen“ in der Geschäftsführung, dann „drei Jahre Nichtstun“ mit den neuen Bossen. „Jetzt erst wird ein Sanierungsplan erstellt, der diesen Namen verdient“, sagt Schmid. „Und wir sind für diese Forderung jahrelang gehänselt worden!“

Allein von den Kosten her ist die Klinik-Sanierung eines der größten Probleme der Stadt: 800 Millionen Euro Steuergeld sollen fällig werden – das liegt im Bereich der drei neuen Ring-Tunnels. Erst seit Freitag sind die Zahlen raus: Die Kliniken sollen jedes vierte Bett und jede vierte Stelle bis 2022 abbauen – 2000 von 8000 Mitarbeitern! Schmid will das Sanierungsgutachten jetzt „mit allen Beteiligten“ diskutieren.

"Können Kliniken nur mit und nicht gegen die Mitarbeiter sanieren"

Das raten ihm auch die Ärzte und Pfleger. Dr. Christoph Emminger (61) zum Beispiel, Aufsichtsrat und Betriebsratschef am stolzen Klinikum Schwabing, von dem nur noch eine Mini-Klinik bleiben soll. „Klug ist, wer auch auf die Beschäftigten hört“, sagt der Internist. „Wir Schwabinger stehen bis zur letzten Minute zu unserem Haus!“

Schmid erinnert daran, dass es OB Christian Ude (SPD) gewesen sei, der die GmbH habe ändern wollen, „nur um lästige Mitarbeiter im Aufsichtsrat loszuwerden“. Er selbst verspricht nicht viel, schließlich redet sein Parteifreund und Ex-Gesundheitsreferent der Stadt, Thomas Zimmermann, im Lenkungskreis mit, und zwei CSU-Stadträtinnen sitzen im Aufsichtsrat. Nur das: „Wir können die Kliniken nur mit und nicht gegen die Mitarbeiter sanieren.“

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