Wahlkampf-Tour mit Josef Schmid

Mieterhöhung frisst Rente auf: Da muss die Stadt einspringen!

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GBW-Mieterin Marjeta Merdzo zeigt Josef Schmid das Haus.

München - Josef Schmid hat sich mit der tz auf eine Stadttour zu den größten Problemstellen in München eingelassen. Eine Station: Die Wohnung der GBW-Mieterin Marjeta Merdzo, der die Mieterhöhung die Rente wegfrisst.

Marjeta Merdzo (76) ist stinksauer auf die CSU: Seit 1965 lebt sie in der gleichen Wohnung im Hasenbergl bei der GBW und fühlt sich zusammen mit rund 32 000 anderen Mietern im Freistaat verraten und verkauft, weil die Bayerische Landesbank das Unternehmen für Milliarden an ein Patrizia-Konsortium verhökert hat. Und was kam danach? Miet-Erhöhung! Die GBW-Mieterin rechnet CSU-Mann Schmid ihr Drama vor.Merdzo stammt ursprünglich aus Slowenien: „Ich bin von dort gewohnt, sehr sparsam zu leben, günstig zu kochen, aber gut!“ Die GBW hat nach dem Patrizia-Deal sofort die Parkplatz-Miete auf 25 Euro verdoppelt. Das betrifft die Merdzos noch nicht einmal, weil sie ihr Auto längst verkauft haben.

Doch zum Januar hat die GBW auch die Miete für ihre Drei-Zimmer-Wohnung mit 65 Quadratmetern maximal gesteigert: von 454 Euro kalt auf 516 Euro warm im Monat – mehr gab der Mietspiegel nicht her. 62 Euro zusätzlich: Das mag günstig erscheinen, weil aber die Nebenkosten so extrem klettern, liegt die Warmmiete bei satten 745 Euro. Und die Rente des Paares liegt bei zusammen 977 Euro, nach der Miete bleiben jetzt noch 232 Euro! Die Steigerung frisst fast ein Viertel der verfügbaren Rente des Paars auf. Kein Wunder, dass Marjeta Merdzo gelegentlich – und sehr gern – Kinder hütet.

Schmid verspricht Marjeta Merdzo per Handschlag, sich für ein kommunales Wohngeld einzusetzen.

Schmid ist erschüttert: „Die 62 Euro tun richtig weh.“ Und er bringt sein kommunales Wohngeld ins Spiel: Für zehn Millionen Euro könnte die Stadt mehr als 16 000 Haushalten 50 Euro bei Mietsteigerungen zuschießen, rechnet er der GBW-Mieterin vor. „Wenn die Menschen nicht mehr Rente bekommen, muss die Stadt helfen.“ Das rechnete er auch Rot-Grün im Rathaus vor – und die erwiderten: Das wäre ein Fall für das Wohngeld des Freistaats. In Wahrheit werde Schmid mit seinem eigenen Zuschuss mittlere Mieten befeuern – und die Patrizia.

Darum ist auch Marjeta Merdzo skeptisch: „Beim normalen Wohngeld gibt es immer schon so ein Theater.“ Zuletzt sei sie sogar leer ausgegangen. Viel lieber wäre ihr es, wenn die Stadt die Wohnungen übernimmt und günstig hält. Dafür hat sie schon im November 50 Unterschriften gesammelt und an den verantwortlichen CSU-Minister Markus Söder geschickt. Erst in diesen Tag hat ein Ministerialer geantwortet. „Ich will aber den Söder sprechen“, sagt Marjeta Merdzo. Und verspricht nach der Wahl auch im Rathaus beim neuen OB vorstellig zu werden.

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