Wahlkampf-Tour mit Josef Schmid

Müllerstraße: "Hier hat sich bürgerschaftliches Engagement gelohnt"

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Josef Schmid im Gespräch mit Mieter Johann Strauß (l.) und Glockenbach-Werkstatt-Geschäftsführer Thomas Filser (r.)

München - Josef Schmid hat sich mit der tz auf eine Stadttour zu den größten Problemstellen in München eingelassen. Eine Station: Die Müllerstraße in der Isarvorstadt.

Monatelang hat er gedauert, der Häuserkampf in der Müllerstraße, bis schließlich ein Kompromiss heraus kam: Für den Neubau eines Wohnblocks werden statt drei Häusern nur zwei abgerissen und der Bolzplatz bleibt: „Hier haben sich das bürgerschaftliche Engagement und die Oppositionspartei gelohnt“, freut sich Schmid. Laut Stadtratsbeschluss bleibt das grüne Eckhaus stehen, in dem die Aktivisten der Satireaktion Goldgrund, hinter der die Leute von Kleinkunstkönig Till Hofmann stecken, eine Wohnung renoviert hatten. Die als Gorillas verkleideten Haussanierer wollten vor einem Jahr beweisen, dass die Häuser nicht baufällig sind und man nur renovieren muss, um günstigen Wohnraum zu schaffen.

Schmid: „Die SPD musste sich zum Jagen tragen lassen, bis sie endlich kapiert hat, dass die Bürger den Bolzplatz behalten wollen.“ Die Aktivisten und auch die CSU forderten die 2,9 Millionen-Euro-Sanierung statt einem Teilneubau für 5,1 Millionen Euro. Immerhin konnten sich die Goldgrund-Gorillas und die CSU beim Eckhaus durchsetzen, beim Nachbarhaus an der Müllerstraße aber ebenso wenig wie bei dem Gewerbebau im Hinterhof, in dem Textilhändler Johann Strauß sein Geschäft betreibt. Die beiden Häuser werden abgerissen. Schmid: „Ich finde es schade, dass man auf die billige Sanierungsvariante verzichtet hat, bei der es die Chance gegeben hätte, wirklich günstigen Wohnraum zu schaffen.“

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