Ude-Nachfolger gesucht

OB-Stichwahl in München - SPD-Sieg in Nürnberg

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Der Nachfolger von Oberbürgermeister Ude in München muss per Stichwahl entschieden werden.

München/Nürnberg - Der Nachfolger von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude wird erst in zwei Wochen feststehen. Dagegen verteidigt Ulrich Maly den Nürnberger OB-Sessel bereits im ersten Wahlgang klar.

Aktuelle Ergebnisse zur Stichwahl in München finden Sie am Sonntag, 30. März, ab 18 Uhr hier!

Die neuen Oberbürgermeister in mehreren bayerischen Großstädten werden erst in Stichwahlen in zwei Wochen gekürt - darunter auch in München. Dort wird es dann ein Duell zwischen Dieter Reiter (SPD) und Josef Schmid (CSU) um die Nachfolge des langjährigen SPD-Rathauschefs Christian Ude geben. Stichwahlen gibt es auch in Regensburg, Würzburg und Erlangen. In Nürnberg dagegen triumphierte bei der Kommunalwahl am Sonntag SPD-Amtsinhaber Ulrich Maly schon im ersten Wahlgang mit Zwei-Drittel-Mehrheit. In Augsburg lag CSU-Amtsinhaber Kurt Gribl sehr deutlich in Front.

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Auf Reiter, den Wunschnachfolger des seit 1993 amtierenden Münchner SPD-Oberbürgermeisters Christian Ude, entfielen laut BR-Prognose 42 Prozent der Stimmen. CSU-Kandidat Schmid lag mit 35,5 Prozent einige Punkte dahinter. Auf Sabine Nallinger (Grüne) entfielen 15,5 Prozent. Sollte am Sonntagabend kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen holen, gehen die beiden Erstplatzierten am 30. März in die Stichwahl. Vor sechs Jahren hatte Ude noch mit 66,8 Prozent über Schmid triumphiert. Er konnte nun aus Altersgründen nicht mehr antreten.

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Reiter sagte, er sei „rundum zufrieden“. SPD wie CSU kündigten an, in den kommenden beiden Wochen hart um den Sieg zu kämpfen. Erwartet wird aber, dass viele Wähler der Grünen-Politikerin Nallinger in der Stichwahl für Reiter votieren und ihm zum Sieg verhelfen könnten.

In Nürnberg konnte Maly, der auch bayerischer und deutscher Städtetagspräsident ist, laut BR-Prognose mit 68 Prozent der Stimmen rechnen. Sein CSU-Herausforderer Sebastian Brehm war chancenlos.

Er habe nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet, sagte Maly in einer ersten Reaktion. Er sei zwar optimistisch gewesen. „Aber dass die Nürnbergerinnen und Nürnberger mich so in ihr Herz geschlossen haben, das wusste ich nicht. Das berührt mich“, sagte der OB.

In der viertgrößten bayerischen Stadt Regensburg lag der SPD-Kandidat im ersten Wahlgang klar vor dem CSU-Bewerber Christian Schlegl. In Erlangen muss CSU-Amtsinhaber Siegfried Balleis in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den SPD-Mann Florian Janik.

Bei der Münchner Stadtratswahl muss die SPD starke Verluste hinnehmen. Sie kommt laut BR-Prognose nur noch auf etwa 31,5 Prozent. Damit sah alles nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CSU aus, auf die in der Prognose 31,0 Prozent der Stimmen entfielen. Bei der Nürnberger Stadtratswahl steigerte sich die SPD laut Prognose auf rund 46,5 Prozent. Die CSU sackte demnach auf 27 Prozent ab.

In ganz Bayern waren die Bürger am Sonntag zur Wahl von Landräten, Bürgermeistern, Kreistagen und Gemeinderäten aufgerufen. Neben den Gemeinderäten und Kreistagen in den mehr als 2000 Kommunen standen am Sonntag 19 der 25 Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten und 58 der 71 Landräte zur Wahl. Oberbürgermeister und Bürgermeister wurden zudem in 1863 der 2031 kreisangehörigen kleineren Städte und Gemeinden bestimmt. Insgesamt durften die mehr als neun Millionen Wahlberechtigten im Freistaat fast 40 000 Mandate vergeben. Wahlberechtigt waren neben Deutschen auch Staatsangehörige aus anderen EU-Mitgliedsstaaten. Bisher stellte die CSU 46 der 71 Landräte im Freistaat, die Freien Wähler 14 und die SPD 11.

Die Wahlbeteiligung ging laut BR-Prognose zurück - in München von 47,6 auf 43,5 Prozent, in Nürnberg von 50,1 auf 45,0 Prozent. In den Wahllokalen war auch sonst vielerorts weniger los als in früheren Jahren. Bis zum Nachmittag gab es in vielen Kommunen weniger Wähler als 2008, darunter auch in Würzburg, Passau und Augsburg. Demgegenüber stand aber ein Rekordinteresse an der Briefwahl. „Wir haben eine Verschiebung vom Wahllokal in die Briefwahl“, stellte etwa Klaus Gasteiger aus dem Wahlamt München fest. Trotzdem sprachen viele Wahlleiter von einem Abwärtstrend. In Augsburg gab es Stadtteile, in denen nur zwischen 16 und 20 Prozent an die Urnen gingen.

dpa

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