CSU wird stärkste Fraktion

Stichwahl um neuen Münchner OB

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Dieter Reiter (l.) von der SPD wird gegen Josef Schmid (CSU) in der Stichwahl antreten.

München - Schluss mit den Mehrheiten SPD-Oberbürgermeister: Udes SPD-Wunschkandidat Dieter Reiter liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit CSU-Gegenspieler Josef Schmid. Die CSU überrascht.

Der neue Oberbürgermeister von München wird in einer Stichwahl ermittelt. Dieter Reiter (SPD) und Josef Schmid (CSU) werden sich in zwei Wochen ein Duell um die Nachfolge des langjährigen SPD-Rathauschefs Christian Ude liefern. Im Stadtrat muss die SPD ihre Position als stärkste Fraktion an die CSU abtreten.

Nach Auszählung aller 1022 Stadtgebiete bekam Reiter 40,5 Prozent der Stimmen, sein CSU-Gegenspieler Josef Schmid erhielt 36,6. Damit verpassten beide die absolute Mehrheit - in zwei Wochen werden die beiden direkt gegeneinander antreten.

Reiter sagte trotzdem, er sei „rundum zufrieden“. Die Wahl habe gezeigt, dass die Bürger ein „modernes und weltoffenes München“ wollten. SPD wie CSU kündigten an, in den kommenden beiden Wochen hart um den Sieg kämpfen zu wollen. Schmid betonte, dass es zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder zu einer Stichwahl kommt.

Der seit 1993 amtierende SPD-Amtsinhaber Christian Ude hatte vor sechs Jahren gegen Schmid noch eine Zwei-Drittel-Mehrheit geholt, durfte aber aus Altersgründen nicht mehr kandidieren.

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Sabine Nallinger von den Grünen bekam 14,7 Prozent. Vor sechs Jahren landete der damalige Grünen-Spitzenkandidat Hep Monatzeder bei 3,4 Prozent. Nallinger freute sich über ihr Ergebnis, weil es zuvor „eigentlich nie eine dritte Kraft“ in München gegeben habe. Erwartet wird nun, dass viele Nallinger-Wähler in der Stichwahl für Reiter votieren und ihm so zum Sieg verhelfen könnten. Ob die Grünen eine offizielle Wahlempfehlung aussprechen wollen, hielt Nallinger offen. Am Donnerstag wolle die Partei darüber entscheiden.

Im Rathaus verliert die SPD ihren Rang als stärkste Fraktion. Nach Auszählung von fast 1000 der 1022 Stadtgebiete holte die CSU am Sonntag 35,1 Prozent. Die SPD musste herbe Einbußen hinnehmen und kam nur auf 31,5 Prozent. Die Grünen verbesserten sich auf 15,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Wahlamtes bis 17.30 Uhr bei 45,2 Prozent und damit nochmals niedriger als vor sechs Jahren. Schon damals war sie auf ein Rekordtief gerutscht. Endgültige Zahlen dazu gibt es erst am Montag oder Dienstag. Fast 1,1 Millionen Münchner waren am Sonntag an die Urnen gerufen.

dpa

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