Schmid verliert

SPD-Mann Reiter wird Ude-Nachfolger

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Dieter Reiter (l.) wird neuer Oberbürgermeister in München.

München - Bayerns Metropole bleibt sozialdemokratisch: In München macht der Wunschkandidat des Ex-OBs Christian Ude das Rennen. Der SPD-Mann Reiter muss aber um weitere Bündnispartner werben.

Bei der Wahl des Münchner Oberbürgermeisters wird der SPD-Politiker Dieter Reiter Nachfolger des langjährigen Amtsinhabers Christian Ude. Bei der Stichwahl am Sonntag holte Udes Wunschkandidat nach Auszählung fast aller Gebiete 56,7 Prozent der Stimmen. Damit bestand Münchens bisheriger Wirtschaftsreferent im zweiten Anlauf das Duell mit seinem CSU-Kontrahenten Josef Schmid, der auf 43,3 Prozent kam. „Es fühlt sich einfach unglaublich an“, sagte Reiter im Bayerischen Fernsehen. „Ich bin stolz und durchaus auch etwas demütig, diese Aufgabe anzugehen.“

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Die CSU musste bei der zweiten Runde der bayerischen Kommunalwahlen Niederlagen auch in anderen Großstädten hinnehmen. Bei vier der fünf Oberbürgermeister-Stichwahlen konnten sich die CSU-Kandidaten nicht durchsetzen - neben München auch in Regensburg, Erlangen und Ansbach. Lediglich in Würzburg gewann der von der CSU unterstützte Christian Schuchardt - er wird der erste CDU-Bürgermeister in einer bayerischen Großstadt. Die auf dem Land sehr schwache bayerische SPD verlor dagegen vier Landkreise an die CSU. Die Grünen gewannen erstmals in Deutschland zwei Landkreise - im oberbayerischen Kreis Miesbach und im unterfränkischen Miltenberg.

Dieter Reiter: Münchens neuer OB in Bildern

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Ude, der bei der Wahl aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte, sagte: „Das ist für mich ein Abend der Glückseligkeit, dass die Stafette erfolgreich weitergegeben wird.“ Ude hatte seit 1993 unangefochten regiert und vor sechs Jahren gegen Schmid noch auf Anhieb mit 66,8 Prozent eine Zwei-Drittel-Mehrheit geholt.

Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte der bisherige Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Reiter 40,4 Prozent erhalten und damit nur knapp vier Prozentpunkte vor Schmid gelegen. Reiter hatte bei der Stichwahl allerdings die ausdrückliche Unterstützung der Grünen. Sie hatten ihren Anhängern empfohlen, in der Stichwahl für ihn zu stimmen.

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Die Koalition, zu der auch die sogenannte Rosa Liste zählte, hatte allerdings vor zwei Wochen knapp ihre Mehrheit im Rathaus eingebüßt; sie hat nur noch 39 der 80 Sitze inne. Die SPD erlitt dabei ein Debakel: Sie stürzte um fast neun Prozentpunkte ab und wurde hinter der CSU nur noch zweitstärkste Fraktion.

Um das Regierungsbündnis fortzusetzen, muss Reiter weitere Partner ins Boot holen. Als möglichen zusätzlichen Koalitionspartner nannte er im Bayerischen Fernsehen etwa die ÖDP und die Linke. Er werde „mit allen demokratischen Parteien reden“. Über Posten werde erst gesprochen, wenn die Koalition stehe.

Knapp 1,1 Millionen Münchner waren an die Urnen gerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Wahlamtes am Sonntag nach vorläufigem Stand bei 38,5 Prozent - und damit noch niedriger als vor zwei Wochen. Schon da hatten nur 42,1 Prozent der Münchner Wähler ihre Stimme abgegeben - schon das war ein Rekordtief, das noch niedriger lag als sechs Jahre zuvor.

dpa

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