Zettel 1,38 Meter breit

Die tz erklärt die größte Wahl aller Zeiten

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So groß ist der Stimmzettel für die Rathaus-Parteien! Aber die Wahl ist gar nicht so schwer.

München - Auf die Landeshauptstadt kommt am 16. März die größte München-Wahl aller Zeiten zu. Allein der Wahlzettel spricht mit einer Breite von 1,38 Metern Bände. Die tz erklärt, wie das Monstrum richtig ausgefüllt werden muss.

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Mehr als eine Million Wahlberechtigte! 14 Rathaus-Parteien! Zwölf große und kleine OB-Kandidaten! Fast 10.000 Wahlhelfer! Das wird am 16. März die größte München-Wahl aller Zeiten – und damit auch eine der kompliziertesten. „Das Wahlrecht ist herausragend, aber auch fehleranfällig“, sagt KVR-Chef und Wahlleiter Wilfried Blume-Beyerle. Es ist ein Kreuz mit dem Kreuzchen für die Parteien sowie Dieter Reiter (SPD), Josef Schmid (CSU), Sabine Nallinger (Grüne), Michael Mattar (FDP) und die anderen Bewerber für OB-Amt und Stadtrat! Die tz erleichtert Ihnen die schwierige Wahl.

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Denn auch der Wahlzettel ist der größte aller Zeiten. Wobei der Begriff „Zettel“ die Sache nicht ganz trifft: Der Mega-Bogen ist 1,38 Meter breit und 60 Zentimeter hoch – so groß wie ein Kinderbett! Andere Menschen wären froh, wenn ihre Toilette diese 0,83 Quadratmeter groß wäre. Umgerechnet auf die Preise für Eigentumswohnungen ist diese Wohnfläche derzeit 4258 Euro wert.

Genau 181.790 Münchner haben ihren Esstisch dafür frei geräumt. So viele haben bislang die Briefwahl beantragt – doppelt so viele wie bei der Kommunalwahl 2008. Viele fragen sich nicht nur: Wen soll ich wählen? Sondern: Wie trage ich das nur auf diesem Wahlzettel ein? So geht es:

Kommunalwahl 2014: Wo muss ich wie viele Kreuze machen?

  • Die OB-Wahl: Die ist mit einem DIN A4-Zettel noch übersichtlich – ein Wähler, ein Kandidat, ein Kreuzchen, fertig.
  • Die einfache Wahl: Wer bei der Parteien-Wahl zum Stadtrat ganz auf Nummer sicher gehen will, macht auf dem Mega-Bogen (siehe rechts) nur ein Kreuzchen bei seiner liebsten Partei ganz oben.
  • Die genau Wahl: Jeder Wähler kann auch 80 einzelne Stimmen vergeben, weil im Stadtrat 80 Politiker sitzen. So kann sich jeder Bürger sein Wunsch-Parlament zusammenstellen. Die Wähler dürfen jedem Politiker bis zu drei Stimmen geben – das ist das Häufeln oder Kumulieren. Einfach „1“, „2“ oder „3“ handschriftlich in das Feld vor den Politiker schreiben. Die müssen nicht alle von einer Partei sein – das Verteilen über mehrere Listen nennt man Panaschieren. „Ich vergebe immer 80 Stimmen querbeet“, sagt Blume-Beyerle. Achtung: Wer insgesamt mehr als 80 Stimmen vergibt, wählt ungültig! Wer weniger verteilt, verschenkt Stimmen.
  • Die gemischte Wahl: Wer nicht alle 80 Stimmen einzeln vergeben, sondern nur einige Favoriten begünstigen will, kann die Möglichkeiten mischen und zusätzlich eine Partei ankreuzen. Dann werden die übrigen Stimmen auf die ersten Bewerber der Partei verteilt. Wer einen Kandidaten gar nicht mag, darf ihn sogar durchstreichen! Die Wahl zu den Bezirksausschüssen in den Stadtvierteln funktioniert genau so.
  • OB-Stichwahl: Achtung, die gab es nach dem Krieg nur einmal! 1984 jagte Georg Kronawitter (SPD) Erich Kiesl (CSU) aus dem Amt. Heuer ist sie am 30. März wieder möglich, wenn keiner der OB-Kandidaten am 16. März mehr als 50 Prozent erhält. Dafür wird es aber keine zweite Wahlbenachrichtigung geben! Wer sie verlegt, darf sich im gleichen Wahllokal aber auch mit dem Pass ausweisen – und sein entscheidendes OB-Kreuzchen machen.

David Costanzo

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