Nur eine Stichwahl gewonnen

CSU verliert in Großstädten

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Lange Gesichter in München: Die CSU verlor insgesamt bei vier OB-Stichwahlen gegen die SPD.

München - In den Städten ist die CSU traditionell schwächer als auf dem Land. In der zweiten Runde der bayerischen Kommunalwahlen wird sie noch schwächer in Bayerns Zentren.

Die CSU muss bei der zweiten Runde der bayerischen Kommunalwahlen Niederlagen in mehreren Großstädten hinnehmen. Die auf dem Land ohnehin sehr schwache bayerische SPD dagegen verlor vier Landkreise an die CSU. Die Grünen gewannen erstmals in Deutschland zwei Landkreise.

Bei vier der fünf Oberbürgermeister-Stichwahlen jedoch konnten sich die CSU-Kandidaten nicht durchsetzen - in München, Regensburg, Erlangen und Ansbach.

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Im bundesweit beachteten Prestigeduell in der Landeshauptstadt München machte SPD-Kandidat Dieter Reiter die Hoffnungen der CSU zunichte, die Macht in der seit Jahrzehnten von der SPD dominierten Stadt übernehmen zu können. Reiter lag klar vor dem CSU-Herausforderer Josef Schmid und wird Nachfolger des bundesweit bekannten Christian Ude, der nach zwanzigjähriger Amtszeit aus Altersgründen nicht mehr antreten durfte.

SPD-Kandidat Reiter hatte die Unterstützung der Münchner Grünen. Die CSU hatte sich dennoch Hoffnungen gemacht, weil die SPD im ersten Wahlgang vor zwei Wochen sehr stark verloren hatte. Die seit 1990 in München regierende älteste rot-grüne Koalition in Deutschland büßte ihre Stadtratsmehrheit ein.

SPD feiert, CSU trauert: Bilder von den Wahlpartys

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Der unterlegene CSU-Kandidat Josef Schmid wertete die Niederlage deswegen trotzdem positiv und sagte zu den enttäuschten Anhängern: „Wir sind wieder da.“ Offen ist nach wie vor, ob SPD und Grüne sich weitere kleinere Partner im Münchner Stadtrat suchen oder ob der neue OB Reiter eine Koalition mit der CSU eingehen wird.

In Regensburg gewann SPD-Kandidat Joachim Wolbergs. Die örtliche CSU ist seit Jahren zerstritten, der bisherige CSU-OB Hans Schaidinger hatte wie Ude die Altersgrenze von 65 Jahren überschritten. In Erlangen setzte sich SPD-Herausforderer Florian Janik deutlich gegen den langjährigen CSU-Oberbürgermeister Siegfried Balleis durch. „Da geht einem richtig das Herz auf“, sagte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold im Bayerischen Fernsehen über die SPD-Ergebnisse in den Städten.

In Ansbach bezwang die parteilose Oberbürgermeisterin Carda Seidel ihren CSU-Herausforderer. Lediglich in Würzburg gewann der von der CSU unterstützte Christian Schuchardt - er wird der erste CDU-Bürgermeister in einer bayerischen Großstadt. Die Stichwahlen waren notwendig, weil kein Kandidat im ersten Wahlgang über 50 Prozent geholt hatte.

Bilder von den Stichwahlen aus München und Bayern

Bilder von den Stichwahlen aus München und Bayern

Die Grünen gewannen überraschend ihre bundesweit ersten beiden Landratsposten. Im oberbayerischen Kreis Miesbach setzte sich der Grüne Wolfgang Rzehak gegen einen Freien Wähler durch. Dort hatte sich die CSU-Spitze vom bisherigen Landrat Jakob Kreidl nach einer Affärenserie distanziert. An der nördlichen Landesgrenze im unterfränkischen Miltenberg gewann hauchdünn der Grüne Jens Marco Scherf gegen einen CSU-Kandidaten.

dpa

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